Vriesea

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Vriesea
Vriesea tuerckheimii

Vriesea tuerckheimii

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
Unterfamilie: Tillandsioideae
Gattung: Vriesea
Wissenschaftlicher Name
Vriesea
Lindl.

Die Pflanzengattung Vriesea gehört zur Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae), zu der auch die Ananas gehört. Es gibt etwa 300 Arten dieser Gattung. Einige Arten und ihre Sorten sind Zierpflanzen für tropische Parks sowie Gärten und gut als Zimmerpflanzen geeignet; die als Zierpflanze bekannteste Art ist Vriesea splendens (= das „Flammende Schwert“).

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration von Vriesea psittacina
Aufgeschnittene Blüte im Detail von Vriesea roethii; deutlich zu erkennen die Ligulae, die schuppenartigen Fortsätze an der Basis der Kronblätter, die für die Unterscheidung der Gattungen dieser Unterfamilie wichtig sind

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Vriesea-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen und wachsen meist als Epiphyten. Meist sind es Trichterbromelien; ihre Sprossachse ist gestaucht und die Laubblätter stehen dicht in Rosetten zusammen. Die Blätter überdecken sich, so dass ein Trichter zum Sammeln von Wasser entsteht. Die parallelnervigen Laubblätter sind meist schwertförmig und ganzrandig.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Es werden endständig auf oft langen Blütenstandsschäften die Blütenstände gebildet. Die oft leuchtend bunten Hochblätter der Blütenstände sind bei vielen Arten lange haltbar. Die Gesamtblütenstände können unverzweigt oder verzweigt sein und enthalten ährige Teilblütenstände in denen die Blüten oft zweizeilig angeordnet sind. Die Blütenstiele sind meist kurz.

Die zwittrigen Blüten sind dreizählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kronblätter besitzen an ihrer Basis zwei Ligulae, schuppenartigen Fortsätze, die für die Unterscheidung der Gattungen dieser Unterfamilie wichtig sind. Die zwei mal drei Staubblätter können die Kronblätter überragen. Drei Fruchtblätter sind zu einem mehr oder weniger oberständigen Fruchtknoten verwachsen, der viele Samenanlagen enthält.

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Es werden Kapselfrüchte gebildet. Die Samen besitzen einen „Fallschirm“ ähnlich wie bei der Pusteblume.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung wurde 1843 von ihrem Erstbeschreiber, John Lindley, nach dem niederländischen Botaniker Willem Hendrik de Vriese (1806–1862) benannt.[1]

Die Systematik der Gattung Vriesea ist wegen der Abgrenzungsproblematik zur nahe verwandten Gattung Tillandsia und neuerer phylogenetischer Untersuchungen, nach denen die ursprüngliche Gattung Vriesea in drei Gattungen (Vriesea, Alcantarea und Werauhia) aufgeteilt wurde, steten Veränderungen unterworfen. Im nichtblühenden Zustand sind die beiden Gattung Tillandsia und Vriesea oft nicht voneinander zu unterscheiden. Der Hauptunterschied zwischen diesen beiden Gattungen liegt in kleinen Schuppen, den sogenannten „Ligulae“, an der Basis der Kronblätter (Petalen), die nur an frischen Blüten gut zu erkennen, an getrockneten Herbarmaterial nur schwer nachweisbar sind.

Die Gattung Vriesea stammt aus den tropischen Regenwäldern Lateinamerikas, das Hauptverbreitungsgebiet liegt in Brasilien.

Arten, Unterarten und Varietäten[Bearbeiten]

Es gibt etwa 300 Vriesea-Arten nach Luther 2008:[2][3]
Habitus und Blütenstände von Vriesea atra im Habitat
Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Vriesea bituminosa
Ausschnitt eines Blütenstandes mit Blüte im Detail von Vriesea bleherae f. atroviolaceifolia
Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Vriesea carinata
Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Vriesea duvaliana
Ausschnitt eines Blütenstandes mit Blütem im Detail von Vriesea erythrodactylon
Habitus und Laubblätter von Vriesea fenestralis, eine Art mit schöner Blattzeichnung
Habitus und Laubblätter von Vriesea fosteriana, eine Art mit schöner Blattzeichnung
Habitus, gestreifte Laubblätter und verzweigter Blütenstand von Vriesea glutinosa
Habitus und Blütenstand von Vriesea heliconioides
Habitus und Laubblätter von Vriesea hieroglyphica, eine Art mit schöner Blattzeichnung
Habitus, Laubblätter und Blütenstände mit Blüten von Vriesea malzinei var. disticha
Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Vriesea maxoniana
Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Vriesea nanuzae
Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Vriesea oleosa
Habitus, Laubblätter und verzweigte Blütenstände von Vriesea ospinae var. gruberi
Habitus, Laubblätter und Blütenstand mit gelben Blüten von Vriesea oxapampae
Sämlinge auf den Kapselfrüchten gekeimt von Vriesea procera var. rubra
Habitus, Laubblätter mit vielen Saugschuppen und Blütenstand von Vriesea pseudoligantha (eine „graue“ Art)
Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Vriesea roethii
Habitus und Blütenstand von Vriesea saundersii
Habitus und hängender Blütenstand von Vriesea scalaris
Flammendes Schwert (Vriesea splendens) mit mehreren Sorten die als Zierpflanzen verwendet werden

Vermehrung und Pflege als Zierpflanze[Bearbeiten]

Die gärtnerische Vermehrung erfolgt meist mit Samen. Auch Meristemkultur wird bei einigen Sorten zur Massenvermehrung eingesetzt.

Die Blühzeit kann je nach Art etwa ein halbes Jahr lang dauern, danach stirbt die Mutterpflanze allmählich ab. Bei der Pflege als Zierpflanze bildet nach der Blüte die Mutterpflanze auch vegetative Ableger, die Kindel. Diese sollten möglichst noch einige Zeit mit der Mutterpflanze verbunden bleiben. Jungpflanzen brauchen einen halbschattigen Platz, mit hoher Luftfeuchtigkeit. Ausgewachsene Pflanzen, die bereits zu blühen begonnen haben, gedeihen überall, wo es hell genug ist. Vor der Blüte sollte im Trichter immer ausreichend Wasser stehen.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jason R. Grant: An Annotated Catalogue of the Generic Names of the Bromeliaceae, Onlineversion aus Selbyana, Volume 19, Issue 1, 1998, S. 91-121.
  2. Harry E. Luther: An Alphabetical List of Bromeliad Binomials, 2008 in The Marie Selby Botanical Gardens, Sarasota, Florida, USA. Veröffentlicht durch The Bromeliad Society International. (PDF-Datei; 314 kB)
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u In „Species Index“ auf Vriesea klicken bei Eric J. Gouda, Derek Butcher, Kees Gouda: Encyclopaedia of Bromeliads, Version 3.1 (2012). zuletzt eingesehen am 3. Dezember 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vriesea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien