Vulkanische Bombe

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Vulkanische Bombe vom Hekla-Vulkan in Island

Eine vulkanische Bombe (früher: Auswürfling) ist ein bei einem Vulkanausbruch ballistisch herausgeschleuderter Pyroklast, mit einem Durchmesser von mehr als 64 mm. Er besitzt gerundete Formen; die äußere Form und die Oberfläche weisen Anzeichen dafür auf, dass der Pyroklast während der Entstehung und des Transports geschmolzen war. In der älteren Literatur gilt jeder auf einer ballistischen Bahn herausgeschleuderte Pyroklast als Bombe. In der neueren Literatur werden dagegen eckige Pyroklasten dieser Größenklasse als vulkanische Blöcke bezeichnet. Pyroklastische Gesteine, die zu mehr als 75 % aus vulkanischen Bomben bestehen, werden Vulkanische Agglomerate genannt.

Charakteristika[Bearbeiten]

Vulkanische Bombe in Strohn mit einem Durchmesser von etwa 5 Metern und einem Gewicht von über 120 Tonnen
Vulkanische Bombe vom Brotkrusten-Typ im Craters of the Moon National Monument, Idaho, USA

Vulkanische Bomben haben per Definition mehr als 64 mm Durchmesser, können jedoch auch mehrere Meter erreichen. Ihre Form ist meist ei- oder spindelförmig, da sie sich während des Fluges und der Erkaltung in der Luft um ihre eigene Achse drehen. Bei besonders gasreicher und zähflüssiger (kieselsäurereicher, „saurer“) Lava entstehen so genannte Brotkrustenbomben. Die durch die hohe Fördergeschwindigkeit abrupt in die Druck- und Temperaturverhältnisse der Erdoberfläche transportierte glutflüssige Lava gast während des ballistischen Fluges heftig aus. Dadurch vergrößern sich zum einen bereits im Material vorhandene Blasen, zum anderen entstehen weitere neue. Die durch das Aufblähen verursachten Spannungen lassen an der durch die rasche Abkühlung bereits im Flug erstarrten Oberfläche Risse entstehen, die den Lavabrocken das Erscheinungsbild eines Brotlaibes geben.

Bedingt durch ihr verhältnismäßig hohes Gewicht fallen die Bomben in der näheren Umgebung des Vulkans zu Boden und richten daher im Vergleich zu anderen vulkanischen Begleiterscheinungen verhältnismäßig wenig Schaden an.

Auftreten[Bearbeiten]

Vulkanische Bombe, 350.000 Jahre alt, Vulkaneifel
Einschläge vulkanischer Bomben mit gut sichtbarer Verformung der Erdschichten nahe Boos/Vulkaneifel

Vulkanische Bomben treten bei nahezu allen eruptiven Vulkanausbrüchen auf. Beispiel sind etwa die Vulkangebiete Islands oder die Vulkangebiete Italiens. Auf der italienischen Vulkaninsel Vulcano am Gipfel der Fossa können zum Beispiel Exemplare vulkanischer Bomben gefunden werden. Es handelt sich dabei um Auswürflinge der Eruptionsphase von 1888 bis 1890. Sie entstanden allerdings durch die Aufheizung viskos gewordener Bruchstücke älterer Vulkanite.

In Deutschland sind vulkanische Bomben zum Beispiel häufig in der Umgebung des Laacher Sees sowie anderer Ausbruchszentren der Vulkaneifel anzutreffen. Ein besonders großes Exemplar einer vulkanischen Bombe ist in Strohn ausgestellt[1] (s. Foto).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vulkanische Bombe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Roger Walter Le Maitre: Igneous rocks: IUGS classification and glossary; recommendations of the International Union of Geological Sciences, Subcommission on the Systematics of Igneous Rocks. 2. Aufl., 236 S., New York, Cambridge University Press 2002, ISBN 0-521-66215-X
  • Hans Pichler: Italienische Vulkangebiete III, Lipari, Vulcano, Stromboli, Tyrrhenisches Meer. In: Sammlung geologischer Führer (Bd. 69) Gebr. Bornträger, Stuttgart 1981. ISBN 3-443-15028-4

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Sammlung geologischer Führer, Herausgeber Peter Rothe, Band 60, H. Wolfgang Wagner, Friederike Kremb-Wagner, Martin Koziol und Jörg F. W. Negendank, Trier und Umgebung, 3. Auflage, Gebr. Bornträger Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, 2012, Seite 311, ISBN 978-3-443-15094-5