Vural Öger

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Vural Öger (* 1. Februar 1942 in Ankara) ist ein türkisch-deutscher Unternehmer und Politiker (SPD). Er war von 1982 bis 12. Juli 2010 Geschäftsführer der Öger Tours GmbH und war von 2004 bis 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Ögers Vater war türkischer General, seine Mutter entstammt großbürgerlichen Verhältnissen.[1] Nach dem Schulbesuch in Ankara ging Öger 1960 nach Deutschland und begann 1961 ein Studium an der Fakultät für Bergbau der Technischen Universität Berlin, das er 1968 als Diplom-Ingenieur beendete. Öger arbeitete neben dem Studium im studentischen Reisedienst der TU Berlin und gründete 1969 in Hamburg das Reisebüro Istanbul, das als erstes Direktflüge von Hamburg in die Türkei anbot. Daraus ging 1973 die Öger Türk Tur GmbH hervor. 1982 gründete er das Unternehmen Öger Tours GmbH in Hamburg. Seit 1990 ist Öger deutscher Staatsbürger. Er ist mit einer Deutschen verheiratet und hat drei Kinder.[1] Nach seinem Verkauf von Öger Tours im Jahr 2010 an Thomas Cook gründete er 2014 einen neuen Veranstalter V.Ö. Travel – Vural Öger Touristik GmbH.[2][3][4]

Öger ist zusammen mit Judith Williams, Lencke Wischhusen, Jochen Schweizer und Frank Thelen einer der Investoren beim VOX-Format Die Höhle der Löwen, bei der Jungunternehmer die Möglichkeit haben, Kapital für ihre Geschäftsidee zu erhalten. [5]

Abgeordneter[Bearbeiten]

Öger war von 2004 bis 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments. Dort gehörte er dem Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten und dem Ausschuss für internationalen Handel an. Außerdem war er Mitglied der Delegation im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Türkei.

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten]

Öger gehörte 1998 zu den Mitbegründern der Deutsch-Türkischen Stiftung (DTS) und ist seitdem Mitglied des Kuratoriums der DTS. 2001 war er Mitglied der von Rita Süssmuth geleiteten Zuwanderungskommission der Bundesregierung.

Ehrungen

2001 erhielt Vural Öger das Bundesverdienstkreuz am Bande, das ihm der damalige Bundespräsident Johannes Rau für sein interkulturelles Engagement und für seine Unterstützung zur Integration der ausländischen Einwohner in Deutschland verlieh. Im selben Jahr wurde ihm auch die Verdienstmedaille des türkischen Staates zur Auszeichnung für besondere Dienste verliehen.

Kritik[Bearbeiten]

Im Jahre 2004 wurde Öger kritisiert wegen der Äußerung:

„Im Jahr 2100 wird es in Deutschland 35 Millionen Türken geben. Die Einwohnerzahl der Deutschen wird dann bei ungefähr 20 Millionen liegen. Das, was Kamuni Sultan Süleyman 1529 mit der Belagerung Wiens begonnen hat, werden wir über die Einwohner, mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen verwirklichen.“[6][7][8]

Später erklärte er dazu, es habe sich bei dem, auch von der türkischen Zeitung Hürriyet veröffentlichten, Zitat lediglich um einen Witz gehandelt.[8] Zuvor wurde jedoch schon seine Aussage, „deutsche Frauen bekämen zu wenig Kinder“, in der Öffentlichkeit kritisiert.[9]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Vural Öger: Mein Deutschland, meine Türkei : Leben zwischen Bosporus und Elbe. Rowohlt, Reinbek 2002, ISBN 3-498-05031-1.
  • Vural Öger: Benim Almanyam, benim Türkiyem. (Übersetzt von Suzan Cenani Alioğlu). Altın Kitaplar Yayınevi, Cağaloğlu, İstanbul 2003, ISBN 975-21-0411-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Rainer Pörtner: Der Vorzeige-Türke. In: Focus. Nr. 23, 29. Mai 2004, S. 54 (online).
  2. Vural Öger gründet wieder Veranstalter. In: fvw.de. 6. Januar 2014.
  3. Vural Öger gründet V.Ö. Travel. In: touristik-aktuell.de. 3. Januar 2014, abgerufen am 22. Januar 2014.
  4. Neuanfang mit 71 Jahren: Türkisch-Deutscher Unternehmer Öger will es noch einmal wissen. In: deutsch-tuerkische-nachrichten.de. 10. Januar 2014, abgerufen am 22. Januar 2014.
  5. Laut Website Die Höhle der Löwen, abgerufen am 10. Juli 2014.
  6. Nur ein Witz? Wirbel um Öger-Äußerungen. In: abendblatt.de. 25. Mai 2004.
  7. Zitat Hürriyet: wörtliche Übersetzung aus BILD vom 26. Mai 2004.
  8. a b Karen Krüger: Er ist nur eine Stimme unter vielen. In: FAZ.net. 31. August 2010.
  9. Lars Langenau: Interview mit SPD-Europakandidat Öger: „Die wollen mich in eine Döner-Kebab-Ecke drängen“. In: Spiegel Online. 29. Mai 2004.