Vytenis

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Vytenis, Großfürst Litauens (Historienporträt)
Sie auch: Vytenis (Vorname)

Vytenis († 1316) war ab 1293 Großfürst von Litauen. Als Sohn des Großfürsten Butvydas (auch: Pukuwer, Pukuveras) wurde er schon früh zur Übernahme der Herrschaft vorbereitet.

Leben[Bearbeiten]

Vytenis regierte in Zeiten, als Litauens Großfürsten in intensive Auseinandersetzungen mit dem Deutschen Orden, Polen, und den ruthenischen Fürstentümern der ehemaligen Kiewer Rus verwickelt waren.

Vytenis unternahm noch als Kronprinz eine Invasion mit 800 Kriegern (vytis) in Masowien und erreichte sogar Łęczyca. Während seines Kriegs mit dem livländischen Ordenszweig des Deutschen Ordens nutzte Vytenis eine schwerwiegende Auseinandersetzung zwischen dem Orden und dem Erzbischof von Riga aus, seine eigenen Ziele zu verfolgen (Vytenis stationierte 1298 aufgrund einer Bitte des Erzbischofs eine Streitmacht von 1000 Kriegern in Riga).

Um 1312 lud Vytenis Franziskaner nach Litauen ein. Es wird vermutet, dass damals in Vilnius die erste katholische Kirche errichtet wurde. Jüngere archäologische Forschungen zeugen davon, dass aus Vilnius schon während Vytenis’ Regierungszeit aus einer kleinen Siedlung von Ackerbürgern und Händlern eine Stadt wurde.

Die neuere Forschung vermutet zudem, dass während der Regierungszeit von Vytenis Gediminas schon eine bedeutende Stellung im litauischen Reich einnahm, weswegen ebendieser und nicht der legitime Sohn Vytenis’, Žvelgaitis, nach dem Tod seines Vaters zum Großfürsten gekürt wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Michael Müller-Wille (Hrsg.): Rom und Byzanz im Norden: Mission und Glaubenswechsel im Ostseeraum während des 8.–14. Jahrhunderts. Band II, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 9783515074988, S. 118 (Online, abgerufen am 18. Juli 2009).