Wäschestärke

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Hoffmann’s Silber-Glanz-Stärke

Mit Wäschestärke (auch Wäschesteife) wurde das Gewebe von Wäsche- und Kleidungsstücken aus Leinen- und Baumwollgarnen nach dem Waschen behandelt, um es zu festigen und in Form zu bringen. Außerdem galt die Wäschestärke als „schmutzabweisend“. Heute ist diese Behandlung nicht mehr grundsätzlich üblich, da die Qualität der Textilien verbessert wurde und die so genannte Appretur für die Formstabilität sorgt. Gestärkt wurden vor allem Kragen und Manschetten von Herrenhemden, Rüschen an Blusen, Schürzen, Bettwäsche, Gardinen und Tischdecken. Viele Hausfrauen verwendeten dafür Stärkemehl aus Kartoffeln oder Reis, im 19. Jahrhundert kamen jedoch die ersten fertigen Wäschestärken auf den Markt. Hoffmann´s Stärke kam in Deutschland im Jahr 1876 auf den Markt und entwickelte sich zu einem bekannten Markenartikel. Heutzutage wird für die Behandlung von Wäsche, insbesondere von Baumwollhemden, sogenannte Kaltstärke genutzt, welche beim Bügeln auf die Wäsche aufgesprüht und eingebügelt wird.[1]

Die Versteifung der Wäsche beruht auf dem physikalischen Effekt der Verkleisterung der Stärke beim Erhitzen.

Laut Meyers Konversationslexikon von 1895 kam das Stärken der Wäsche im 16. Jahrhundert in England in Mode: „Die Mode des Wäschestärkens ist noch nicht so alt, als viele vielleicht glauben. Sie soll am Hofe der ‚jungfräulichen Königin‘ Elisabeth von England zuerst aufgekommen sein. Die Erfinderin war eine Holländerin, Frau Guilheem. Dieselbe verstand es, durch kunstvoll gesteifte Kragen nebst Tollfalten einen kleinen Fehler an der Büste der hohen Gebieterin zu verdecken. Die Vornehmen ahmten die Tracht nach [...]“.

Gestärkt wurde die fast trockene und dann sorgfältig geglättete Wäsche, da ansonsten Falten dauerhaft fixiert wurden. Eine ausführliche Anleitung zum Wäschestärken gibt Katharina Prato in ihrem Buch Anleitungen zu den häuslichen Geschäften, das 1899 in der siebten Auflage in Graz erschien. Darin heißt es: „Zum Stärken (Steifen) der großen Wäsche nimmt man [...] gewöhnlich Kartoffelstärke [...] Um [...] der Wäsche Glanz zu verleihen, gibt man auch etwas weißes Wachs in das Wasser [...] Man lässt die Stärke dann auf mäßiger Hitze sieden, bis sich Blasen bilden, denn wenn man sie zu wenig kocht, hat sie keine Kraft [...], drückt sie dann durch ein Tuch [...] in eine Schüssel und taucht die noch feuchten Wäschestücke nacheinander ein, solange die Stärke noch warm ist [...] Wenn man die Stärke kalt verwendet oder wenn die Wäsche trocken eingestärkt wird, bekommt das Gebügelte patzige Stellen. [...]“[2]

Quellen[Bearbeiten]

  1. anzug-lexikon.de: Wäschestärke zur Nachbehandung der Wäsche als Knitterschutz
  2. Zitat von Katharina Prato, zitiert nach waeschepflegemuseum.at: Geschichte des Wäschewaschens - Stärken der Wäsche, abgerufen am 24. Juni 2013.