Wäschestärke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Hoffmann’s Silber-Glanz-Stärke

Mit Wäschestärke (auch Wäschesteife) wird das Gewebe von Wäsche- und Kleidungsstücken aus Leinen- und Baumwollgarnen nach dem Waschen behandelt, um es zu festigen und in Form zu bringen. Außerdem gilt die Wäschestärke als „schmutzabweisend“. Während früher Wäschestärke meist selbst angerührt wurde, gibt es heute fertige Wäschestärke in verschiedener Form, flüssig oder als Spray, sowie mit Duftstoffen versehen. Die Versteifung der Wäsche beruht auf dem physikalischen Effekt der Verkleisterung der Stärke beim Erhitzen.

Geschichte der Wäschestärke[Bearbeiten]

Laut Meyers Konversationslexikon von 1895 kam das Stärken der Wäsche im 16. Jahrhundert in England in Mode: „Die Mode des Wäschestärkens ist noch nicht so alt, als viele vielleicht glauben. Sie soll am Hofe der ‚jungfräulichen Königin‘ Elisabeth von England zuerst aufgekommen sein. Die Erfinderin war eine Holländerin, Frau Guilheem. Dieselbe verstand es, durch kunstvoll gesteifte Kragen nebst Tollfalten einen kleinen Fehler an der Büste der hohen Gebieterin zu verdecken. Die Vornehmen ahmten die Tracht nach [...]“. Gestärkt wurde die fast trockene und dann sorgfältig geglättete Wäsche, da ansonsten Falten dauerhaft fixiert wurden.

Viele Hausfrauen verwendeten zum Stärken Stärkemehl aus Kartoffeln oder Reis, im 19. Jahrhundert kamen die ersten fertigen Wäschestärken auf den Markt. Hoffmann´s Stärke kam in Deutschland im Jahr 1876 auf den Markt und entwickelte sich zu einem bekannten Markenartikel. Gestärkt wurden vor allem Kragen und Manschetten von Herrenhemden, Rüschen an Blusen, Schürzen, Bettwäsche, Gardinen und Tischdecken. Heute ist diese Behandlung nicht mehr grundsätzlich üblich, da die Qualität der Textilien verbessert wurde und die so genannte Appretur für die Formstabilität sorgt. Heutzutage wird für die Behandlung von Wäsche, insbesondere von Baumwollhemden, sogenannte Kaltstärke genutzt, welche beim Bügeln auf die Wäsche aufgesprüht und eingebügelt wird.[1] Eine ausführliche Anleitung zum Wäschestärken gibt Katharina Prato in ihrem Buch Anleitungen zu den häuslichen Geschäften, das 1899 in der siebten Auflage in Graz erschien. Darin heißt es: „Zum Stärken (Steifen) der großen Wäsche nimmt man [...] gewöhnlich Kartoffelstärke [...] Um [...] der Wäsche Glanz zu verleihen, gibt man auch etwas weißes Wachs in das Wasser [...] Man lässt die Stärke dann auf mäßiger Hitze sieden, bis sich Blasen bilden, denn wenn man sie zu wenig kocht, hat sie keine Kraft [...], drückt sie dann durch ein Tuch [...] in eine Schüssel und taucht die noch feuchten Wäschestücke nacheinander ein, solange die Stärke noch warm ist [...] Wenn man die Stärke kalt verwendet oder wenn die Wäsche trocken eingestärkt wird, bekommt das Gebügelte patzige Stellen. [...]“[2]

Wäsche stärken heute[Bearbeiten]

In Privathaushalten ist das Stärken heute selten geworden, was auch mit der vermehrten Verwendung von [Kunstfaser]n in Textilien zusammenhängt. In Wäschereien und teilweise auch privat wird aber noch Wäschestärke verwendet, für Bett- und Tischwäsche, Servietten, Blusen, Schürzen und Kochmützen- und Hauben. Auch heute noch wird Stärke teilweise selbst hergestellt, aus Kartoffel-, Mais- oder Reisstärke. Vorteil der natürlichen Stärke ist, dass keine Duft- oder Konservierungsstoffe enthalten sind, die bei Allergikern Unverträglichkeiten auslösen und allgemein als störend empfunden werden können. Stärke gibt es in verschiedenen Formen, als:

  • reine Stärke - Reine Stärke in trockener Form wird in kaltem oder warmen Wasser gelöst und in einem Eimer verwendet oder in die Waschmaschine gegeben.
  • Flüssigstärke - Flüssigstärke wird direkt zur Wäsche in die Waschmaschine oder in das entsprechende Fach gegeben.
  • Stärkespray - Sprühstärke wird erst beim Bügeln auf die Wäsche gegeben. Das Spray wird vor dem Bügeln aufgesprüht.

Flüssigstärke und Stärkespray enthalten neben Stärke häufig Duft- und Konservierungsstoffe sowie teilweise weitere Zusatzstoffe wie Gleitmittel.[3]

Quellen[Bearbeiten]

  1. anzug-lexikon.de: Wäschestärke zur Nachbehandung der Wäsche als Knitterschutz
  2. Zitat von Katharina Prato, zitiert nach waeschepflegemuseum.at: Geschichte des Wäschewaschens - Stärken der Wäsche, abgerufen am 24. Juni 2013.
  3. Wissenswertes zu Wäschestärke und Wäschesteife, abgerufen am 12. Januar 2015