Wöhlerschule

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wöhlerschule
Typ Gymnasium
Gründung 1870
Ort Frankfurt am Main
Bundesland Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 8′ 28″ N, 8° 40′ 29″ O50.1411111111118.6747222222222Koordinaten: 50° 8′ 28″ N, 8° 40′ 29″ O
Träger Stadt Frankfurt am Main
Schüler etwa 1500
Lehrer etwa 115
Leitung Norbert Rehner
Website www.woehlerschule.de

Die Wöhlerschule ist ein Gymnasium im Stadtteil Dornbusch von Frankfurt am Main. Es wurde 1870 von der Polytechnischen Gesellschaft, einer Frankfurter Bürgerstiftung, gegründet, und nach August Anton Wöhler (1771–1850) benannt. Dieser war der Vater des Chemikers Friedrich Wöhler, langjähriger Präsident der Polytechnischen Gesellschaft und Begründer des Frankfurter Berufschulwesens.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die ursprüngliche Wöhlerschule, eine Vorgängerin des heutigen Gymnasiums, wurde 1870 von der Frankfurter Bürgerstiftung Polytechnische Gesellschaft als Schule für Jungen gegründet. Das Schulgebäude befand sich damals in der Lessingstraße im Frankfurter Stadtteil Westend-Süd.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die alten Schulräume zerstört und nach dem Krieg fand der Unterricht zuerst in gemeinsamen Räumen mit einem benachbarten Frankfurter Mädchengymnasium, der Bettinaschule, statt. Erst im Mai 1957 zog die Wöhlerschule auf ihr heutiges Schulgelände im Frankfurter Stadtteil Dornbusch um. Die Wöhlerschule war noch bis in die 1970er Jahre eine reine Jungenschule. Die ersten Mädchen kamen im Jahrgang 1972 an die Wöhlerschule.

In den späten 1990er Jahren wurde die Wöhlerschule durch den Bau eines „Ökohauses“ bekannt, das aus Elternspenden finanziert wurde. Im Jahr 2001 forschte eine Schülerarbeitsgemeinschaft den Lebensgeschichten jüdischer Wöhlerschüler nach, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet worden waren, und errichtete 27 Gedenksteine aus Granit mit den Namen dieser ehemaligen Schüler.

[Bearbeiten] Sonstiges

Die Schule liegt seit 50 Jahren im Stadtteil Dornbusch und ist gut durch die U-Bahn-Linien U1 bis U3 über die Haltestellen Dornbusch und Fritz-Tarnow-Straße und auch mit dem Bus der Linie 34 erreichbar. An der Wöhlerschule unterrichten derzeit etwa 80 Lehrer und 15 Referendare in den Klassen 5 bis 13.

Die heutigen Schwerpunkte der Schule sind

  • naturwissenschaftliche Bildung,
  • ökologische Bildung,
  • Sprachen und interkulturelle Verständigung,
  • künstlerische und musikalische Bildung,
  • neue Informations- und Kommunikationstechnologien.

Die Wöhlerschule ist seit Juli 2005 eine von vier Schulen im Projekt Schule interaktiv, das durch die Deutsche Telekomstiftung finanziert wird. Zudem ist die Wöhlerschule eine Schule im Netzwerk für nachhaltige Entwicklung (BLK 21) und engagiert sich als UNESCO-Projektschule.

[Bearbeiten] Prominente Schüler und Lehrer

  • Karl Bücher (1847–1930), war 1873 bis 1878 Lehrer an der Wöhlerschule
  • Julius Ziehen (1864–1925) war 1898 bis 1901 Direktor der Wöhlerschule
  • Walther Rathenau (1867-1922), Industrieller und Außenminister in der Weimarer Republik, war Schüler der Wöhlerschule
  • Erich Fromm (1900-1980), deutscher Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe hat an der Wöhlerschule 1918 sein Abitur abgelegt
  • Elias Canetti (1905-1994), Träger des Nobelpreises für Literatur (1981), hat an der Wöhlerschule 1924 sein Abitur abgelegt. Canetti lebte von 1921 bis 1924 in Frankfurt am Main.
  • Dieter Schnebel (* 1930), Komponist und Theologe, unterrichtete von 1963 bis 1970 als Religionslehrer an der Wöhlerschule.

[Bearbeiten] Quellen

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen