Wölpe (Aller)

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Wölpe
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Die Wölpe nahe der Brunsburg bei Heemsen

Die Wölpe nahe der Brunsburg bei Heemsen

Daten
Gewässerkennzahl DE: 48968
Lage Deutschland, Niedersachsen
Flusssystem Weser
Abfluss über Alpe → Aller → Weser → Nordsee
Quelle Östlich von Nienburg/Weser
52° 39′ 26″ N, 9° 14′ 58″ O52.6571444444449.249419444444427
Quellhöhe 27 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Südlich von Rethem in die Alpe52.7944277777789.362563888888918Koordinaten: 52° 47′ 40″ N, 9° 21′ 45″ O
52° 47′ 40″ N, 9° 21′ 45″ O52.7944277777789.362563888888918
Mündungshöhe 18 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 9 m
Länge 19,6 km[1] ohne Abschnitt Alpe-Wölpe-Umfluter (2,29 km)
Einzugsgebiet 56,4 km²[1]
Abfluss am Pegel Anderten[2]
AEo: 52,9 km²
Lage: 3,6 km oberhalb der Mündung
NNQ (24. Aug. 1989)
MNQ 1982 – 2012
MQ 1982 – 2012
Mq 1982 – 2012
MHQ 1982 – 2012
HHQ (22. Jan. 2008)
32 l/s
90 l/s
430 l/s
8,1 l/s km²
1,92 m³/s
3,82 m³/s
Abfluss[3] an der Mündung
AEo: 56,4 km²
MQ
Mq
450 l/s
8 l/s km²
Linke Nebenflüsse Schipsegraben (oberer Teil)
Rechte Nebenflüsse Schwarze Riede, Weißer Graben
Mittelstädte Nienburg/Weser
Kleinstädte Rethem (Aller)
Gemeinden Anderten (Heemsen), Stöcken

Die Wölpe ist ein knapp 20 Kilometer langer linker Nebenfluss der zur Aller fließenden Alpe.

Verlauf und Charakteristik[Bearbeiten]

Die Wölpe entspringt in einem Niederungsgebiet südöstlich von Erichshagen-Wölpe, einem Ortsteil der Stadt Nienburg/Weser. Sie verläuft zunächst parallel zum nur rund 300 Meter weiter südwestlich verlaufenden Führser Mühlbach, der nach Nordwesten der Weser zustrebt. Nach zwei Kilometern wendet sich die Wölpe nach Nordosten und passiert nach weiteren 800 Metern beim Nienburger Ortsteil Erichshagen-Wölpe den Burghügel der abgegangenen Burg Wölpe, einst Sitz der Grafen von Wölpe. Nach 4 Kilometern Lauf durch Bruchwald fließt der grabenartig ausgebaute Bach bei Heemsen an der Burgstelle der im 9. Jahrhundert entstandenen Brunsburg vorbei.

Die Wölpe verläuft hier in weiten Bögen durch die Talsandebene des Aller-Weser-Urstromtals, beiderseits in je kaum einem Kilometer Entfernung begleitet von den später in sie einmündenden Wasserläufen Schipsegraben und Schwarze Riede, auch diese in weiten Schwingungen verlaufend. Der bei Anderten von links mündende Schipsegraben verlief früher eigenständig weiter nach Nordosten zur Aller. Die Schwarze Riede entwässert die westliche Randniederung des großen Lichtenmoores.

Vor Rethem mündet die Wölpe heute in die Alpe, die von Osten über den Weißen Graben herangeführt und so aus Hochwasserschutzgründen um die Altstadt von Rethem herumgeleitet wird. Dieser Alpe-Wölpe-Umfluter mündet bei Wohlendorf (Stadt Rethem) in die Aller.

Die weitgehend begradigte Wölpe durchfließt zumeist Grünland- und Waldflächen sowie, besonders südlich von Rethem, Ackerflächen. Das Gewässer gilt laut der Gewässergütekarte 2000 des NLWKN als durchgehend kritisch belastet (Güteklasse II−III).[4]

Landschaftsgeschichte[Bearbeiten]

Das Gewässersystem der Wölpe verläuft größtenteils entlang alter, teils weichselkaltzeitlicher Stromrinnen der Weser und, wahrscheinlich, auch des heutigen Steinhuder Meerbachs. Im Verlauf der Wölpe entsprechen die Windungen der Rinnen etwa denen der Weser; die noch deutlicher erkennbaren Rinnen, denen der Schipsegraben folgt, haben aber etwas engere Windungsradien. Vor dem jahrhundertealten künstlichen Durchstich des Führser Mühlbachs zur Weser bei Holtorf floss der früher Schipse genannte Wasserlauf über den Weg des heutigen Schipsegrabens nach Nordosten zur Aller bei Rethem. Für die Vermutung, dass auch der Meerbach früher über diesen Weg die Aller erreichte, steht ein Beleg noch aus.

Gemälde von Schloss Wölpe 1823, davor die zur Graft verbreiterte Wölpe

Die Wölpe wurde im Mittelalter zur Graft für die Sicherung der Befestigungsanlage verbreitert und umfloss die im 12. Jahrhundert entstandene Burg- und spätere Schlossanlage. Nach der Zerstörung der Anlage im 17. Jahrhundert wurden der Burggraben und der damalige Wölpelauf mit dem Schutt verfüllt.

Im Zuge der Begradigungen der Wölpe wurde ihr auch der obere Schipsegraben zugeleitet. Anfangs wurde allerdings an gleicher Stelle Wasser in den unteren Schipsegraben zurückgeleitet. Seit der 1976 erfolgten Umleitung der Alpe zur kleineren Wölpe ist diese zum Nebenfluss der Alpe geworden. Der einstige 2,3 Kilometer lange letzte Wölpe-Abschnitt ist nun als Alpe-Wölpe-Umfluter ein Teil der Alpe. Das Einzugsgebiet der Wölpe verringerte sich hierdurch um 3 Quadratkilometer.

Weblink[Bearbeiten]

  1. a b Ausmessung in der Topographischen Karte 1:25000
  2. Anm.: Mündungsentfernung auf Mündung in die Alpe (Alpe-Wölpe-Umfluter) bezogen
  3. Pegelwert Anderten vermehrt um den Gebietsabfluss des Resteinzugsgebietes (3,5 km²), welcher dem des Zwischeneinzugsgebiets der Pegel Rethem, Frankenfelderbruch, Anderten, Lehringen, Weitzmühlen, Dörverden und Intschede entspricht (6,3 l/s km²)
  4. Gewässergütekarte des NLWKN