Wörth am Rhein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wörth am Rhein
Wörth am Rhein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wörth am Rhein hervorgehoben
49.0516666666678.2602777777778104Koordinaten: 49° 3′ N, 8° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Höhe: 104 m ü. NHN
Fläche: 131,64 km²
Einwohner: 17.420 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 132 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76744
Vorwahlen: 07271 (Wörth am Rhein)
07277 (Wörth-Büchelberg)
06340 (Wörth-Schaidt)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 501
Stadtgliederung: 4 Ortsbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Mozartstraße 2
76744 Wörth am Rhein
Webpräsenz: www.woerth.de
Bürgermeister: Harald Seiter (CDU)
Lage der Stadt Wörth am Rhein im Landkreis Germersheim
Wörth am Rhein Germersheim Zeiskam Ottersheim bei Landau Knittelsheim Bellheim Scheibenhardt Berg (Pfalz) Hagenbach Neuburg am Rhein Jockgrim Neupotz Hatzenbühl Rheinzabern Steinweiler Erlenbach bei Kandel Kandel (Pfalz) Winden (Pfalz) Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Leimersheim Kuhardt Rülzheim Hördt Schwegenheim Lingenfeld Freisbach Weingarten (Pfalz) Westheim (Pfalz) Lustadt Baden-Württemberg Frankreich Speyer Rhein-Pfalz-Kreis Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der PfalzKarte
Über dieses Bild

Wörth am Rhein ist eine verbandsfreie Stadt mit rund 17.500 Einwohnern im Landkreis Germersheim und im Südosten von Rheinland-Pfalz. Sie liegt gegenüber von Karlsruhe am linken Rheinufer. Die Ansiedlung des Mercedes-Benz-Werks Wörth, des größten Lkw-Montagewerkes der Welt, und einer Raffinerie in den 1960er Jahren führte dazu, dass die Einwohnerzahl von etwa 3500 im Jahr 1960 auf 9000 Mitte der 1970er Jahre stieg. Große Wohngebiete und ein neues Zentrum auf dem Dorschberg entstanden in der Folge der Industrieansiedlung. Seit 1977 trägt Wörth die Bezeichnung „Stadt“.

Wörth am Rhein ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Den größten Teil des Stadtgebiets nimmt der Bienwald, ein großes Waldgebiet, ein. Im Osten bildet der Rhein die Stadtgrenze, im Westen die Grenze zum Landkreis Südliche Weinstraße. Direkt am Rhein liegt Maximiliansau. Am Ostrand des Bienwaldes befindet sich Wörth. Büchelberg liegt in einer Rodungsinsel im Bienwald, etwa zehn Kilometer westlich von Wörth. Schaidt liegt am nördlichen Rand des Bienwaldes, etwa 15 Kilometer westlich von Wörth.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 752 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 52 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der März, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,6 mal mehr Niederschläge als im März. Die Niederschläge variieren damit kaum und sind gleichmäßig übers Jahr verteilt. Nur an 15 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in vier Ortsbezirke (Einwohner Stand 31. Dezember 2010; Gesamtfläche inkl. Bienwald):[3]

Ortsbezirk Einwohner Fläche km²
Büchelberg 908 96,99
Maximiliansau 7.215 10,47
Schaidt 2.003 4,91
Wörth 9.032 19,26
Stadt Wörth 19.158 131,63

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Freckenfeld, Vollmersweiler Neupotz, Kandel, Jockgrim, Minfeld, Eggenstein-Leopoldshafen
Steinfeld Nachbargemeinden Karlsruhe
Scheibenhardt Hagenbach, Berg (Pfalz)

Geschichte[Bearbeiten]

Die älteste Urkunde, in der Wörth erwähnt wurde, stammt aus dem Jahr 1280. Siedler aus den benachbarten Dörfern dürften sich in der Auenlandschaft niedergelassen und den Ort, in Anspielung auf die Lage am Wasser, „Werde“ genannt haben („eingezäuntes oder auf andere Weise geschütztes Gelände“), später „Wörth“: Insel.

Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die Wörther durch eine Überschwemmungskatastrophe gezwungen, ihre Siedlung aufzugeben und sich in der Wüstung Forlach niederzulassen, der sie den Namen ihres untergegangenen Ortes gaben.

1864 erhielt Wörth einen Bahnhof an der Bahnstrecke Winden–Karlsruhe, die damals zwischen Winden und Maximiliansau eröffnet wurde. 1876 wurden die Bahnstrecken Schifferstadt-Wörth und Wörth–Strasbourg eröffnet.

Der bekannte Tiermaler Professor Heinrich von Zügel (1850–1941) bildete in Wörth Jahrzehnte hindurch namhafte Künstler aus dem In- und Ausland aus. Wörth galt daher als „Malerdorf".[4]

1960 kaufte die Daimler AG Flächen bei Wörth und errichtet dort in den Folgejahren ein LKW-Montagewerk. 1962 kaufte Mobil Oil Flächen zur Errichtung der Raffinerie Wörth, die 1970 die Produktion aufnahm.[5] Zusätzlich errichtete das Land den Landeshafen Wörth, der 1967 übergeben wurde.[6]

Durch die Industrieansiedlung beflügelt entstand westlich des Altortes von Wörth ein neuer Ortsteil („Dorschberg“). 1964 verkaufte das Land der Gemeinde 30 ha Gelände im Bienwald westlich der Bienwaldsiedlung. In einem städtebaulichen Wettbewerb setzte sich die Konzeption von Albert Speer durch, die dort ein neues Stadtzentrum vorsah. 1967 verkaufte das Land der Gemeinde weitere 32,5 Hektar Bienwald, wo bis 1977 vorwiegend Wohnbebauung entstand. 1967 wurde die Dorschbergschule fertiggestellt, in der auch das Gymnasium untergebracht war, bis es 1970 ein eigenes Schulgebäude bezog. 1970/71 waren das Rathaus mit Tiefgarage, das Hallenbad, der Bürgerpark und 1973 auch die Festhalle und die katholische Kirche St. Theodard fertiggestellt. Zwischen 1974 und 1977 wurde die Bienwaldhalle als Mehrzweckhalle gebaut. Zudem entstanden zwei Kindergärten.[6]

Mit Urkunde vom 14. Mai 1977 wurde die Ortsgemeinde Wörth am Rhein zur Stadt erhoben.[6] Der damalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Helmut Kohl bezeichnete Wörth im Jahr 1972 aufgrund des schnellen wirtschaftlichen Wachstums als „Visitenkarte des Landes Rheinland-Pfalz“.[6]

Am 30. Juni 1996 schloss Mobil-Oil die Raffinerie.[5] Nach der Demontage der Raffinerie bis 2000 und der Sanierung kaufte die Stadt Wörth das Gelände zurück. Ab 2001 siedelte sich die Papierfabrik Palm auf dem östlichen Teil des Geländes an.[5] Daneben siedelten sich weitere Unternehmen an. 2007 nahm die Daimler AG ein Entwicklungs- und Versuchszentrum mit Teststrecke an der Hafenstraße in Betrieb, südlich der ehemaligen Raffinerie.

Verwaltungs- und Gebietsreform[Bearbeiten]

Das Rathaus in Wörth.

Im Rahmen der in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre begonnenen rheinland-pfälzischen Funktional- und Gebietsreform wurde auf der Grundlage des „Dreizehnten Landesgesetzes über die Verwaltungsvereinfachung im Lande Rheinland-Pfalz“ vom 1. März 1972, in Kraft getreten am 22. April 1972, die Verbandsgemeinde Wörth gebildet, der die eigenständigen Gemeinden Büchelberg, Maximiliansau, Schaidt und Wörth angehörten.

Zum 8. Juni 1979 wurde die Gemeinde Büchelberg nach Wörth eingemeindet und zum 10. Juni 1979 die Verbandsgemeinde Wörth, die Stadt Wörth am Rhein sowie die Ortsgemeinden Schaidt und Maximiliansau aufgelöst und aus diesen eine verbandsfreie Gemeinde gebildet. Gleichzeitig wurde ein Gebietsteil mit 60 Einwohnern von Wörth am Rhein nach Scheibenhardt umgemeindet. Ebenfalls am 10. Juni 1979 wurde die neue Gemeinde Wörth am Rhein zur Stadt erhoben.[6][7]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Industrieansiedlung in den 1960er Jahren führte dazu, dass die Einwohnerzahl Wörths von 3558 im Jahr 1961 auf 7282 bis zum Jahr 1970 und auf 9144 im Jahr 1978 stieg.[8]

Bezogen auf den heutigen Gebietsstand stieg die Einwohnerzahl von 10.294 im Jahr 1963 um fast 72 % auf 17.698 im Jahr 1978, sank bis 1986 auf 16.880 und erreichte im Jahr 2001 mit 17.732 ihren bisherigen Höchststand. 2012 betrug sie 17.411.[9]

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Wörth am Rhein bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 4.233
1835 4.611
1871 5.094
1905 6.084
1939 9.596
1950 7.583
Jahr Einwohner
1961 9.640
1970 14.601
1987 16.926
1997 17.495
2005 17.467
2013 17.420

Religion[Bearbeiten]

Ende des Jahres 2013 waren 43,7 Prozent der Einwohner katholisch und 24,1 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[10]

Evangelische Kirchen[Bearbeiten]

Maximiliansau[Bearbeiten]

Protestantische Kirchengemeinde Maximiliansau

Wörth[Bearbeiten]

Die protestantische Christuskirche befindet sich in der Mitte des alten Ortsteils. Sie wurde 1835 bis 1836 erweitert. 1890 wurde der hölzerne Kirchturm durch einen steinernen Turm ersetzt.[11]

Die protestantische Friedenskirche wurde zwischen 1981 und 1984 nach Plänen des Architekten Peter Roth, Leiter der Bauabteilung der Prot. Landeskirche in Speyer, errichtet. Es ist ein zweigeschossiges Gebäude mit einem achteckigen Kirchenraum im Obergeschoss, der durch zwei Zuschalträume erweitert werden kann. Im Geschoss darunter befinden sich die Gemeinderäume. In den Kirchenräumen befinden sich Kunstverglasungen von Johannes Schreiter, die zwischen 1986 und 2007 eingebaut wurden.[12] Die Gemeinde Wörth unterstützte den Bau mit 100.000 Mark und stellte die Grundstücke zur Verfügung.[13]

Katholische Kirchen[Bearbeiten]

Ab 2015 werden die Pfarreien aus Wörth, Maximiliansau, Büchelberg, Berg und Hagenbach eine gemeinsame Pfarrei unter dem Namen St. Christophorus mit dem festen Gottesdienstort in der Kirche Mariä Himmelfahrt bilden. Die Pfarrei Schaidt wird gemeinsam mit Kandel, Steinweiler und Minfeld die Pfarrei Hll. Vierzehn Nothelfer mit festem Gottesdienstort Kandel bilden.[14][15]

Büchelberg[Bearbeiten]

Kirche St. Laurentius

Maximiliansau[Bearbeiten]

Die Kirche Mariä Himmelfahrt wurde 1787 erbaut, 1843 und von 1936 bis 1938 erweitert.[16]

Schaidt[Bearbeiten]

Kirche St. Leo

Wörth[Bearbeiten]

Die katholische Kirche St. Ägidius wurde 1961 nach Plänen von Erwin van Aaken errichtet. Zuvor stand an der gleichen Stelle die alte katholische Kirche, die 1837 eingeweiht und im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden war. Sie hat einen freistehenden Turm.[17]

Die Kirche St. Theodard auf dem Dorschberg wurde 1973 konsekriert. Die Kirche, das Jugendheim und das Pfarrhaus wurden ab 1970 nach Plänen von Alois Atzberger vom Bischöflichen Bauamt Speyer errichtet. Die Gemeinde Wörth unterstützte den Bau mit 100.000 Mark und stellte die Grundstücke zur Verfügung.[13]

Islam[Bearbeiten]

Die Moschee mit dem Namen Wörth Ulu Camii (Wörth Ulu Moschee) wurde 1993 eröffnet. Das Gebäude in der Bahnhofstraße wurde 1990 gekauft und ab 1992 zur Moschee umgebaut. Sie wird vom Verein Türkisch-Islamische Gemeinde zu Wörth e.V. getragen, der zum Dachverband DITIB gehört. Der erste Vorgängerverein wurde 1976 gegründet, Gebetsräume wurden zunächst von der Gemeinde Wörth zur Verfügung gestellt und auch Hallen und Kirchen genutzt. Ende der Siebzigerjahre zog der Verein nach Maximiliansau.[18]

Politik[Bearbeiten]

1972 bildeten die Gemeinden Büchelberg, Maximiliansau, Schaidt und Wörth die Verbandsgemeinde Wörth. Erster Bürgermeister wurde in Personalunion der Ortsbürgermeister von Wörth, Karl-Josef Stöffler. 1979 wurde aus der Verbandsgemeinde eine verbandsfreie Stadt, in der vier Ortsbezirke anstelle der vorher bestehenden Ortsgemeinden eingerichtet wurden.[4]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Wörth besteht aus 32 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:

Wahl SPD CDU FDP GRÜNE Gesamt
2014[19] 14 14 1 3 32 Sitze
2009[20] 12 14 3 3 32 Sitze
2004[20] 10 17 2 3 32 Sitze

Stadtratswahlergebnisse von 1979 bis 2009 (Stimmenanteile in Prozent)[21]:

Jahr Wahlbeteiligung SPD CDU FDP GRÜNE WG
1979 76,9 34,0 53,7 5,3 7,0
1984 74,3 33,1 53,3 3,4 10,2
1989 76,1 37,3 41,9 4,2 9,1 7,5
1994 73,0 37,3 42,3 3,2 10,3 6,9
1999 63,8 38,2 49,6 2,6 5,6 3,9
2004 54,3 32,8 53,7 5,5 8,0
2009 49,7 37,6 44,4 8,3 9,7
2014 51,4 42,9 43,6 3,8 9,7

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1960–1980: Karl-Josef Stöffler (CDU)
  • seit 1980: Harald Seiter (CDU)

Ortsvorsteher des Ortsbezirks Wörth am Rhein[Bearbeiten]

  • 1979–1984: Günter Klein (CDU)
  • 1984–1986: Gerhard Bold (CDU)
  • 1986–1989: Rolf Bähr (CDU)
  • 1989–2004: Günther Tröscher (SPD)
  • seit 2004: Roland Heilmann (SPD)

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Blau ein gestürzter goldener Anker mit einem darumgeschlungenen schwarzen Zeichen in Form eines links unten mit einem Beistrich versehenen S und beseitet rechts von einem goldenen Gänsefuß, links von einer bewurzelten goldenen Buche“.

Es wurde 1981 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und zeigt die vier Hauptelemente der historischen Wappen von Wörth (Anker), Büchelberg (Buche), Pfortz/Maximiliansau (S) und Schaidt (Gänsefuß).[22]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Bienwaldhalle mit Wandbild von Wolfgang Trust
  • Festhalle mit bis zu 886 Plätzen
  • Tullahalle – Kulturhalle
  • Bienwaldhalle – Mehrzweckhalle

Museen und Ausstellungen[Bearbeiten]

  • Heinrich von Zügel-Gedächtnisgalerie im Alten Rathaus (Ortsteil Wörth)
  • Kunstverein Wörth e.V. (regelmäßige Ausstellungen im Alten Rathaus)
  • Viehstrich-Museum (Heimatmuseum) im Ortsteil Schaidt

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Kirche St. Leo in Schaidt
  • Skulpturengarten 2000 im Bürgerpark von Wörth

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Wörth am Rhein

Parks[Bearbeiten]

  • Bürgerpark in Wörth
  • Promenadeweg in Wörth
  • Altrheinanlagen in Wörth
  • Cany-Barville-Anlage in Maximiliansau

Sport[Bearbeiten]

In Wörth gibt es den Badepark, eine große Schwimmbadanlage, sowie ein Stadion. In Schaidt existiert ein Sportzentrum mit einem DFB-Fußballstützpunkt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Daimler AG[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mercedes-Benz-Werk Wörth

Größter Arbeitgeber der Stadt ist das Mercedes-Benz-Werk Wörth, das größte LKW-Montagewerk Europas. Es werden die Typen Unimog, Econic, Zetros, Atego, Axor, Actros und Antos gefertigt. Das Werk hat etwa 11000 Mitarbeiter[23] und ist der zweitgrößte Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz.[24] 1960 kaufte die damalige Daimler-Benz AG die „Wörther Insel“ am Rhein von der Gemeinde Wörth und errichtete ein Werk, in dem ab 1963 mit 100 Mitarbeitern Lkw-Fahrerhäuser montiert wurden.[24] In den folgenden Jahren wurde das Werk zum größten Lkw-Montagewerk Europas ausgebaut. Der erste Lkw rollte 1965 vom Band, 1967 verlegte Daimler-Benz die Lkw-Montage von Mannheim und Gaggenau ins Werk Wörth.[25] Das Werksgelände ist 2,4 Millionen m² groß, davon sind 480.000 m² Produktionsfläche. Die Produktionskapazität beträgt bis zu 470 Lkw pro Tag. Seit 1965 wurden mehr als drei Millionen Fahrzeuge gebaut.[24] Jüngste Erweiterung des Standorts ist ein mehr als 50 Hektar großes Entwicklungs- und Versuchszentrum für Nutzfahrzeuge der Daimler AG, das 2007 in Betrieb gegangen ist sowie die Errichtung des Industrieparkes in mehreren Bauabschnitten seit dem Jahr 2000. Die jüngste Erweiterung des Industrieparkes wurde Ende 2010 vollendet.

Papierfabrik Palm[Bearbeiten]

Papierfabrik Palm, vorne das Kraftwerk, dahinter die Werkhalle mit der Papiermaschine

Ab 2001 entstand auf dem Gelände der ehemaligen Raffinerie Wörth (1996 geschlossen) die Papierfabrik Palm mit der weltgrößten Papiermaschine. Sie ging 2002 in Betrieb und hat eine Produktionskapazität von 650.000 Tonnen pro Jahr. Es werden Wellpappenrohpapiere aus Altpapier hergestellt.[26] 2006 wurde das Wellpappenwerk Eurowell und das Verpackungswerk Europack neben der Papierfabrik errichtet, die beide zur Palm Verpackungsgruppe gehören. Die Installation der Wellpappanlage begann im November 2006. Die Anlage ging Ende Februar 2007 in Betrieb. Dort werden jährlich 250 Mio. m² Wellpappenformate produziert.[27][28] Außerdem entstand ein GuD-Kraftwerk auf dem Werksgelände.

Weitere Unternehmen auf dem ehemaligen Raffineriegelände[Bearbeiten]

Getränkewerk der Mitteldeutschen Erfrischungsgetränke

Ferner siedelten sich zwei Speditionen, der Sitzhersteller SKA Sitze GmbH, ein Werk von ThyssenKrupp, ein Verteilzentrum von Netto Marken-Discount (in Betrieb seit 2009) an.[29]

Seit Ende 2013 ist ein Getränkewerk der Pfälzer Erfrischungsgetränke in Betrieb, das zur Schwarz Gruppe gehört, zu der auch Lidl gehört.[30] Der Bau des Werks wurde im März 2012 genehmigt. Das erforderliche Grundwasser soll aus Brunnen circa 1,5 Kilometer südwestlich des Betriebsgeländes entnommen werden. Hierzu wurden sechs Brunnen errichtet. Die gesamte Entnahmemenge wird sich auf 1,5 Millionen Kubikmeter/Jahr belaufen.[31][32] Spatenstich war am 11. Mai 2012, Richtfest am 11. Dezember 2013. Im Mai 2014 war die Produktion bereits seit einem halben Jahr angelaufen, die vollständige Fertigstellung des Werkes solle in der zweiten Jahreshälfte 2014 enden.[30] Die Investition wurde mit mehr als 100 Millionen Euro angegeben. Das Werk hat eine Fläche von rund 22 Hektar, die Gebäude haben eine Grundfläche von rund 60.000 Quadratmeter und 1,2 Millionen Kubikmeter umbauten Raum. Nach Werksangaben sind rund 150 Arbeitsplätze entstanden.[30] Es werden etwa jeweils zur Hälfte Mineralwasser und Erfrischungsgetränke, wie Cola oder Saftschorlen hergestellt und ausschließlich bei Lidl verkauft. Abgefüllt werden etwa 20 Produkte. Die Jahresproduktion beträgt etwa über eine Milliarde Sechser-Gebinde jährlich.[30]

Weitere größere Unternehmen[Bearbeiten]

Der Automobilzulieferer Faurecia produziert in Wörth auf dem Gelände der Daimler AG Kunststoffteile, beispielsweise Armaturenbretter für verschiedene Autohersteller. Schaidt Innovations stellt im früheren Werk von Harman/Becker in Schaidt Autoradios und Navigationssysteme her. Außerdem existieren mehrere Automobilzulieferer und Speditionen sowie ein größerer metallverarbeitender Betrieb.

Gewerbevereine[Bearbeiten]

In den Ortsbezirken Wörth, Maximiliansau und Schaidt gibt es jeweils Gewerbevereine. Insgesamt haben sich in den drei Gewerbevereinen fast 200 Einzelhändler, Gewerbetreibende, Selbstständige und Freiberufler zusammengeschlossen.

Medien[Bearbeiten]

Die Rheinpfalz unterhält in Wörth am Rhein eine redaktionelle Nebenstelle.

Als Amtsblatt gibt die Stadt das Amtsblatt Wörth am Rhein[33] heraus, das seit 1972 wöchentlich donnerstags erscheint und unentgeltlich an alle Haushalte im Einzugsbereich in einer Auflage von 8000 Exemplaren verteilt wird. Es enthält alle amtlichen Bekanntmachungen und amtlichen Termine der Stadt Wörth, darüber hinaus aber auch redaktionelle Beiträge zu kulturellen Veranstaltungen und Hinweise auf die Tätigkeiten der Vereine und der Kirchen. Es hat in der Regel einen Umfang von 16 Seiten.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In Wörth befindet sich eine Polizeiinspektion. Der Dienstbezirk umfasst die Stadt Wörth und die Verbandsgemeinden Hagenbach, Jockgrim und Kandel.[34]

Bildung[Bearbeiten]

Europa-Gymnasium

In der Stadt befinden sich neben Kindergärten und Grundschulen auch ein Gymnasium (Europa-Gymnasium), eine Integrierte Gesamtschule[35] eine Realschule plus[36], eine Berufsbildende Schule und eine Schule für Lernbehinderte Schüler (Bienwaldschule).

Weitere Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung sind das CJD Maximiliansau und das Institut für Bildungsförderung Wörth.

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Am Wörther Kreuz treffen sich die Bundesautobahn 65 aus Richtung Neustadt an der Weinstraße und die Bundesstraßen 9 (KranenburgLauterbourg) und 10 (LebachAugsburg). Bei Maximiliansau befinden sich eine Straßenbrücke und eine Eisenbahnbrücke über den Rhein. (Rheinbrücke Maximiliansau/Karlsruhe).

Schiene[Bearbeiten]

Linie S 5, Straßenbahnabschnitt in Wörth
Stadtbahn Karlsruhe
Streckenlänge: ? km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: ? Fahrleitung
15 kV ~/750 V =
Bahnhof, Station
Bahnhof Wörth (Rhein) S 5 S 51 S 52
   
Systemgrenze EBO / BOStrab
   
Wörth Alte Bahnmeisterei anfangs Wörth Ludwigstraße
   
Wörth Bienwaldhalle
   
Systemwechselstelle 15 kV/750 V
   
Wörth Bürgerpark
   
Wörth Rathaus 1997 bis 2003
   
Wörth Rathaus seit 2003
   
   
   
Wörth Badallee
   
Wörth Badepark
   
Kehranlage
Blick über die Gleisanlagen des Bahnhofs Wörth nach Westen

Im Bahnhof Wörth (Rhein) treffen sich die Bahnstrecken Schifferstadt–Wörth, Wörth–Strasbourg und Winden–Karlsruhe. Vom Bahnhof Wörth führt eine Stadtbahnstrecke nach Westen durch das Neubaugebiet Dorschberg. Entlang der Strecke, die als Straßenbahn betrieben wird, liegen die Haltepunkte Wörth Alte Bahnmeisterei, Wörth Bienwaldhalle, Wörth Bürgerpark, Wörth Rathaus, Wörth Badallee und Wörth Badepark. Die Strecke wird von der Stadtbahnlinie S5 der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft bedient, die von Wörth Badepark über die Innenstadtstrecke durch Wörth zum Bahnhof Wörth führt und von da auf der Bahnstrecke Winden - Karlsruhe über Maximiliansau führt und bei Knielingen über eine Verbindungsstrecke in das Karlsruher Straßenbahnnetz übergeht. Die Stadtbahnstrecke wurde in Abschnitten von 1996 bis 2003 gebaut, der Abschnitt zwischen Bahnhof und Rathaus wurde 1997, der Abschnitt vom Rathaus zum Badepark 2003 eröffnet.

Mozartstraße mit Gleis. Rechts unter der Brücke die Haltestelle „Wörth Rathaus“

Eine weitere Direktverbindung besteht mit den Stadtbahnlinien S51 und S52, die zwischen Germersheim und der Karlsruher Innenstadt über den Bahnhof Wörth verkehren. Für die S51 und S52 wurde im Dezember 2011 der Haltepunkt Wörth Zügelstraße zwischen der Abtswaldstraße und der Heinrich-Schütz-Straße eröffnet.

An der Bahnstrecke Winden-Karlsruhe befindet sich der Haltepunkt Wörth Mozartstraße, in Betrieb seit März 2009.

Maximiliansau hat neben den Haltepunkten der Stadtbahn (Maximiliansau Eisenbahnstraße, Maximiliansau West) auch einen Haltepunkt für Regionalbahnen (Maximiliansau Im Rüsten) an der Bahnstrecke Wörth–Lauterbourg.

Der Haltepunkt Schaidt liegt an der Bahnstrecke Neustadt an der Weinstraße–Wissembourg (Maximiliansbahn). Er wurde 1997 nahe der Ortsmitte an der Vollmersweilerer Straße errichtet. Der Ortsteil Bahnhof Schaidt, wo sich der frühere Bahnhof befunden hatte, gehört allerdings zur Gemeinde Steinfeld.

1964 wurde ein Industriestammgleis zwischen dem Bahnhof Wörth und dem Landeshafen errichtet. Dort befinden sich Gleisanschlüsse der Daimler AG, der Papierfabrik Palm und des Hafens.[6]

Wasser[Bearbeiten]

Am Hafen Wörth befinden sich Umschlaganlagen für Container, für Autos und für Papier. Das Hafengebiet ist 186 Hektar groß. Es gibt drei Containerverladebrücken, die Lagerfläche ist 153.000 m² groß.[37] 2004 wurde außerdem ein Güterverkehrszentrum eröffnet. Der Hafen hat nach Duisburg den zweithöchsten Containerumschlag unter deutschen Binnenhäfen.[38]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Max Bergmann (Maler) (1884-1955)
  • Dr. Hans Mohr, Leiter der Hafenbetriebe Rheinland-Pfalz, Ehrenbürgerschaft verliehen im Mai 1969[6]
  • Karl-Josef Stöffler (1915-1995), Bürgermeister von 1960 bis 1980, Ehrenbürgerschaft verliehen im April 1980[6]
  • Heinrich von Zügel (1850-1941), Maler

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit Wörth verbunden[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Bader, Albert Ritter und Albert Schwarz: Wörth am Rhein. Ortschronik. Zwei Bände. Stadt Wörth am Rhein und Manfred Bader, Wörth am Rhein 1983, zusammen 1831 S.
  • Norbert Bartsch und Ernst Röhrig: Der Stadtwald von Wörth am Rhein. Waldgeschichte, gegenwärtiger Zustand, Vegetationseinheiten und Bestandsformen, Hinweise für die Waldbehandlung. Mitteilungen der Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz, Nr. 11. Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten, Mainz 1993

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wörth am Rhein – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Wörth am Rhein – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Zahlen, Daten, Fakten – www.woerth.de
  4. a b Stadtgeschichte Wörth am Rhein
  5. a b c Amtsblatt Wörth am Rhein: Sonderbeilage Papierfabrik Palm (PDF; 17,0 MB), 2. April 2006
  6. a b c d e f g h Amtsblatt der Stadt Wörth am Rhein: Sonderbeilage „50 Jahre Vertrag zwischen Daimler-Benz AG und Gemeinde Wörth“, 25. November 2010, verfasst von Albert Ritter, abgerufen am 21. Januar 2014.
  7. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seiten 202 und 205 (PDF; 2,6 MB)
  8. amtliche Einwohnerzahl, vgl. Statistisches Jahrbuch der Stadt Karlsruhe 1978, S. 109, zit. n. Manfred Bader, Albert Ritter und Albert Schwarz: Wörth am Rhein. Ortschronik. 1983, S. 1626
  9. Regionaldaten des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz, Bevölkerungsentwicklung 1963 bis 2012, Zahl bezogen auf die alleinige bzw. Hauptwohnung. Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung auf Basis der Volkszählung 1987. Abgerufen am 28. November 2013.
  10. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013
  11. Manfred Bader, Albert Ritter und Albert Schwarz: Wörth am Rhein. Ortschronik. 1983, S. 1199
  12. Förderverein Farbfenster Friedenskirche Wörth auf den Seiten der Prot. Friedenskirchengemeinde Wörth, abgerufen am 5. März 2014.
  13. a b Kirche St. Theodard auf den Seiten der Pfarrgemeinden St. Ägidius und St. Theodard, abgerufen am 5. März 2014.
  14. Bistum Speyer, Pfarreienstruktur des Bistums Speyer 2015, abgerufen am 7. April 2014.
  15. Bistum Speyer, Die Namen der neuen Pfarreien, abgerufen am 7. April 2014.
  16. Homepage der Pfarrgemeinde Maria Himmelfahrt, abgerufen am 7. April 2014.
  17. Die kath. Kirche der Gemeinde St. Ägidius auf den Seiten der Pfarrgemeinden St. Ägidius und St. Theodard, abgerufen am 5. März 2014.
  18. Türkisch-Islamische Gemeinde zu Wörth e.V., abgerufen am 5. März 2014.
  19. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2014, Stadtrat
  20. a b Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Stadtrat
  21. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Stadtratswahlergebnisse von 1969 bis 2009
  22. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  23. Daimler AG: Das Werk Wörth: Daten & Fakten, abgerufen am 14. Juni 2012.
  24. a b c Werk Wörth auf den Seiten von Mercedes-Benz Lkw, abgerufen am 7. September 2013.
  25. Geschichte des Werks Wörth auf den Seiten der Daimler AG, abgerufen am 7. September 2013.
  26. Werk Wörth auf den Seiten der Papierfabrik Palm, abgerufen am 20. April 2014.
  27. Seiten von Eurowell, abgerufen am 25. Oktober 2014.
  28. Seiten von Europack, abgerufen am 25. Oktober 2014.
  29. Niederlassung Wörth auf den Seiten von Netto, abgerufen am 8. Juni 2014.
  30. a b c d Dieter Wiebelt: „‚Saskia‘ entspringt am Rhein“, in: Die Rheinpfalz, Pfälzer Tageblatt, Ausgabe Rheinschiene, Seite Wirtschaft regional, 14. Mai 2014.
  31. [1] Pressemitteilung der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd
  32. Amtsblatt Wörth am Rhein: Bald sprudelt es am Wörther Hafen, 2. September 2010 (PDF; 5,5 MB), abgerufen am 7. September 2013.
  33. Amtsblatt Wörth am Rhein
  34. Polizeiinspektion Wörth am Rhein auf den Seiten der Landespolizei Rheinland-Pfalz
  35. Seite der Integrierten Gesamtschule Wörth, abgerufen am 7. September 2013.
  36. Historie der Realschule plus, abgerufen am 7. September 2013. Die Realschule plus läuft seit dem Schuljahr 2010/11 bis zum Schuljahr 2014/15 aus, parallel dazu wird die Integrierte Gesamtschule aufgebaut.
  37. Hafen Wörth der Häfen RLP, abgerufen am 17. Juni 2012.
  38. http://www.kreis-germersheim.de/binnenhaefen.html