Wörth an der Lafnitz

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Wörth an der Lafnitz (ehemalige Gemeinde)
Wörth an der Lafnitz (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (HF), Steiermark
Pol. Gemeinde Rohr bei Hartberg  (KG Wörth)
Ortschaft Wörth an der Lafnitz
Koordinaten 47° 12′ 46″ N, 16° 4′ 52″ O47.21277777777816.081111111111330Koordinaten: 47° 12′ 46″ N, 16° 4′ 52″ Of1
Höhe 330 m ü. A.
Einwohner d. stat. Einh. 379 (1. Jänner 2014)
Fläche 10,92 km²dep1
Postleitzahl 8293f1f0
Vorwahl +43/3332f1
Offizielle Website
Statistische Kennzeichnung
Zählsprengel/ -bezirk Wörth an der Lafnitz (62276 001)
Bild
Wappen der ehemaligen Gemeinde Wörth an der Lafnitz
Gemeinde 1850–2014, seit 1. Jänner 2015 Teil von Rohr bei Hartberg
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk

Wörth an der Lafnitz mit 379 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) ist eine Katastralgemeinde und ehemalige Gemeinde im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark (Österreich). Seit 1. Jänner 2015 ist sie Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit der Gemeinde Rohr bei Hartberg zusammengeschlossen.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Wörth liegt inmitten der Thermenregion der Steiermark und des Burgenlandes. Östlich der Ortschaft zieht der Fluss Lafnitz die Grenze zum benachbarten Bundesland Burgenland.

Luftbild von Wörth an der Lafnitz

Gliederung[Bearbeiten]

Einzige Katastralgemeinde ist Wörth, einzige Ortschaft Wörth an der Lafnitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Wörth dürfte sehr alt sein, wenn auch sein Alter nicht urkundlich nachweisbar ist. Da in der Umgebung Grabungen mit Kelten- und Römergräben sowie Äscherungen gefunden wurden, dürfte dies ein Beweis sein, dass die Kelten und dann die Römer hier gelebt haben.

Das Dorf Wörth, ein lang gestrecktes, zweizeiliges Straßendorf, mit Gewannflur, wurde vermutlich gleichzeitig mit oder bald nach der Erbauung der Burg Wörth wahrscheinlich von Gottschalk III. von Neuberg (1218-66) gegründet und war das erste und größte Dorf der Herrschaft an der Lafnitz mit etwa 60 Höfen. Das Dorf wird 1330 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die nächste Nennung stammt von 1418, denn im Frühjahr wurde die Pfarre von den Ungarn verwüstet. Bis 1529 wird das Dorf urkundlich dann nicht mehr erwähnt. Als in diesem Jahr die Türken Wörth zerstörten, wurden bei der Anführung der Schäden alle Wörther zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Die ärgsten Heimsuchungen erlitt das Grenzdorf Wörth in der Kuruzenzeit. Am 25. Juli 1704 wurde das Dorf zur Gänze niedergebrannt. Die Wörther hatten bald ihre Hofstätten wieder aufgebaut, wenn auch nicht zur Gänze, doch wurden sie fast wöchentlich durch Einfälle und Beraubungen bedroht. Anfang Januar 1707 wurde das Dorf durch die einquartierten Tollpatschen (Fußsoldaten) schwerstens geschädigt. Beim Einfall des Kuruzenführers Bezerédy am 28. August wurde das ganze Dorf mit den wiederaufgebauten Häusern neuerdings völlig niedergebrannt. Erst 1712 kehrte wieder langsam Ordnung ein. Die Häuser waren teilweise aufgebaut und die Gründe wurden wieder bewirtschaftet.

Am 26. Juli 1944 konnten die Ortsbewohner im Luftraum über Wörth einen Luftkampf zwischen einem amerikanischen B-17 Bomber und mehreren deutschen Jagdflugzeugen vom Typ Me 109 beobachten. Der Bomber wurde abgeschossen und stürzte einige Kilometer weiter im Osten, in Stinatz, ab. Drei Besatzungsmitglieder überlebten den Luftkampf nicht, sechs andere konnten sich mit dem Fallschirm retten.[2]

Seit 1976 besteht eine Freundschaft des Musikvereins Wörth an der Lafnitz mit dem Musikverein „Edelweiß“ Wörth am Rhein in Deutschland.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2010 2005 2000 1995 1990 1985 1980 1975
Stimmen  % Mandate St.  % M. St.  % M. St.  % M. St.  % M. St.  % M. St.  % M. St.  % M.
ÖVP 192 67 6 158 54 5 122 46 4 214 70 7 189 67 7 197 74 6 188 72 6 177 66 6
SPÖ 93 33 3 138 46 4 144 54 5 65 21 2 58 20 2 70 26 3 74 28 3 93 34 3
FPÖ 26 9 0 37 13 0
Wahlbeteiligung 89,41 % 90,45 % 86,67 % 93,31 % 96,32 % 94 % 93 % 91 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Letzter Bürgermeister war Karl Taschner (ÖVP), letzter Vizebürgermeister war Martin Resch (ÖVP).

Wappen[Bearbeiten]

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Juli 1992.[4]
Blasonierung: Das Wappen hat die kürzeste Beschreibung aller bisherigen in der Steiermark: „In Rot ein silberner Wolfsdrache“. Als Wappen wurde Silber und Rot gewählt, weil dies auch die Farben des Hl. Georg sind. Schon auf den frühesten Darstellungen dieses Drachenheiligen wird sein Pferd in Weiß wiedergegeben. Die Fahne an der Lanze ist ebenfalls weiß, darauf erscheint ein rotes Kreuz. In Wappen wird die Farbe Weiß als Silber dargestellt.

Kirche Wörth an der Lafnitz

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wörth an der Lafnitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Hauptsächlich kleine Gewerbebetriebe haben sich in Wörth angesiedelt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 14. November 2013 über die Vereinigung der Gemeinden Rohr bei Hartberg und Wörth an der Lafnitz, beide politischer Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 2. Dezember 2013. Nr. 143, 34. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 672.
  2. Absturz einer B-17 bei Stinatz am 26. Juli 1944, Webseite regiowiki.at, abgerufen am 22. November 2014
  3. http://www.woerth.at/cms/?b971ae60-82nb-uojl-3bz9-5rqgel741mbv-080819024225
  4. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 42/43, 1992/93, S. 63

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wörth an der Lafnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien