Wülfrath

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wülfrath
Wülfrath
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wülfrath hervorgehoben
51.2833333333337.0333333333333262Koordinaten: 51° 17′ N, 7° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Mettmann
Höhe: 262 m ü. NHN
Fläche: 32,27 km²
Einwohner: 21.040 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 652 Einwohner je km²
Postleitzahl: 42489
Vorwahl: 02058
Kfz-Kennzeichen: ME
Gemeindeschlüssel: 05 1 58 036
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Rathaus 1
42489 Wülfrath
Webpräsenz: www.wuelfrath.de
Bürgermeisterin: Claudia Panke (parteilos)
Lage der Stadt Wülfrath im Kreis Mettmann
Düsseldorf Duisburg Ennepe-Ruhr-Kreis Essen Köln Leverkusen Mülheim an der Ruhr Remscheid Rhein-Erft-Kreis Rhein-Kreis Neuss Rheinisch-Bergischer Kreis Solingen Wuppertal Erkrath Haan Heiligenhaus Hilden Langenfeld (Rheinland) Mettmann Monheim am Rhein Ratingen Velbert WülfrathKarte
Über dieses Bild
Karte von Wülfrath
Klimadiagramm

Wülfrath ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Kreis Mettmann und das kleinste Mittelzentrum im Niederbergischen Land.

Geografie[Bearbeiten]

Wülfrath, Altstadt-Ansicht

Die Stadt liegt im Niederbergischen Land zwischen Rhein, Ruhr und Wupper. Der alte Ortskern liegt in einem kleinen Tal, das vom Flüsschen Angerbach durchflossen wird. An den Hängen des Tales breiten sich die neueren Ortsteile aus.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Das Wülfrather Stadtgebiet grenzt an die kreisfreie Stadt Wuppertal sowie an die Städte Velbert, Heiligenhaus, Mettmann und Ratingen (alle Kreis Mettmann).

Stadtteile[Bearbeiten]

Neben der Innenstadt von Wülfrath (Anger-Markt) gibt es die Stadtteile Flandersbach, Rohdenhaus, Kocherscheidt, Schlupkothen und Düssel, sowie mehrere kleinere Hofschaften mit sehr wenig Wohnbebauung.

Geschichte[Bearbeiten]

Der „Stadtpark“

Wülfrath war eine der ersten Rodungssiedlungen im großen frühmittelalterlichen Reichsforst. Die Grenzen wurden in einer Schenkungsurkunde Kaiser Heinrichs IV. vom 16. Oktober 1165 mit den Flussläufen Rhein, Ruhr und Düssel (Tussella) eingegrenzt. Die Ostgrenze war der alte Höhenweg der „Kölnischen Straße“ (strata colonensis). Dieser verlief von der Werdener Ruhrbrücke über Velbert und Wülfrath entlang der Düssel weiter in Richtung Köln. Das Zentrum des mittelalterlichen Dorfes war ein Herrenhof (Mollmershof), der im Zusammenhang mit der Herrschaft Hardenberg an den Grafen von Berg verkauft wurde. Mit dem Besitz des Hofes, zu dem ein ausgedehnter Hofverband mit vielen Einzelhöfen gehörte, insbesondere in den Honnschaften Erbach und Püttbach, war das Recht verbunden, den Pfarrer zu bestimmen.

Das Dorf Wülfrath wurde gegen Ende des 11. Jahrhunderts als Wolverothe (= Rodung des Ansiedlers namens Wolf) erstmals schriftlich in einem Pergament des Stiftes Kaiserswerth erwähnt. Die Ursprünge liegen viel weiter zurück. Ausgehend von der Sage um den von seiner Sippe ausgestoßenen Siedler Wolf, der an der Stelle der heutigen Stadtmitte den damals reichlich vorhandenen Wald gerodet haben soll, um sich dort niederzulassen, lässt sich die Stadtgeschichte bis etwa in das Jahr 713 zurückverfolgen. Zu diesem Zeitpunkt könnte bereits der erste Kirchenbau (eine kleine, frühmittelalterliche Saalkirche mit Rechteckchor) an der Stelle des heutigen Kirchplatzes gestanden haben. Dort steht seit dem 11. Jahrhundert eine romanische Kirche, die im 15. Jahrhundert durch gotische Elemente erweitert wurde. Mitte des 15. Jahrhunderts wird sie als St. Corneliuskirche bezeichnet. Turm und nördliches Seitenschiff mit Scheidemauer zum Mittelschiff sind romanisch und wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert. Das Mittelschiff ist gotisch aus dem 14. Jahrhundert. Das südliche Kirchenschiff in spätgotischem Stil wurde laut Schlussstein 1524 vollendet. Die Kirche ist mit Wohnhäusern und Geschäften ringförmig umbaut und Mittelpunkt eines in seiner Geschlossenheit einmalig schönen altbergischen Kirchplatzes.

Diese Wohnhäuser bestehen zum größten Teil heute noch im Originalzustand und stehen unter Denkmalschutz, andere wurden wieder aufgebaut. Jedes dieser Häuser hatte (und hat auch heute noch) neben der Hausnummer einen Namen: Auf'm Keller (1678), Hamels (1678), Melanders (1678), Op der Ley (etwa 1600 – ausgebaut 1911), Auf'm Haus (1678), Großer Klaus (1686 – wiederaufgebaut 1964), Kleiner Klaus (1678), Scholle (1678), Hinter'm Turm (1678), Jostenhaus (erbaut etwa 1738), Hechtsteinhaus (1678), Op de Trapp (1678) und Leonhards (wiederaufgebaut 1955).

875 werden die Honnschaften und heutigen Stadtteile Flandersbach (Flatmarasbeki = der Bach, an dem Flattmar sich niederließ) und Rützkausen (Hrotsteninghuson = bei den Häusern der Sippe des Hrotsen) in der Beschreibung des Zehntbezirks des Klosters Werden an der Ruhr genannt, ebenso 1533 das Hofgut Zu Fudickar (HStA Düsseldorf, Bestand Abtei Werden, IX a, Nr. 6) mit Wehrspeicher und Außenhöfen. 1256 wird die katholische Kirche St. Maximin in Düssel (Dussela) erwähnt, doch lassen sich die ältesten Teile der romanischen Pfeilerbasilika in das frühe 12. Jahrhundert datieren. Um das Jahr 1100 findet sich schließlich erstmals der Ortsname Wülfrath (Wolverothe, welcher sich später zu Wulfrod, dann zu Wulfrath bis zum heutigen Wülfrath entwickelte. ) in einem von Mönchshand geschriebenen Pergament des Stiftes Kaiserswerth.

Bereits für das Jahr 1265 lässt sich anhand der Steuer- und Zinsregister ein Schmied bezeugen. Das Gut Püttbach in der gleichnamigen Wülfrather Honnschaft ist im Jahr 1392 im Besitz des Deutschen Ritterordens. Es wurde der Oberhof für den Streubesitz des Ordens, in dem alljährlich auch das Hofgericht abgehalten wurde.

1578 kam es im Dorf zu einem Großbrand, der die Siedlung in Asche legte und das Dach mitsamt dem Turmhelm der Kirche in Flammen aufgehen ließ. Um den schwer geschädigten Einwohnern zu helfen, erließ der Landesfürst, Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg, genannt Wilhelm der Reiche, im Jahr 1579 einen Marktbrief welcher seinem „Dorff und Kirspel Wulfrod“ vier freie Jahrmärkte verlieh. Doch kaum war dieser Brand vergessen, wurde das Dorf genau einhundert Jahre später wieder von einem Großbrand verwüstet. Der gesamte Ortskern mit über 70 Häusern wurde in ein Trümmerfeld verwandelt.

Nach dem Übergang des Herzogtums Berg 1806 an die Franzosen und der Ausrufung des Großherzogtums Berg wurde 1808 aus den Honnschaften Erbach, Püttbach, Obschwarzbach, Niederschwarzbach (vorher alle Amt Mettmann), Flandersbach, Rützkausen (vorher Amt Angermund) und Oberdüssel (vorher Herrschaft Schöller) die Munizipalität (Mairie) Wülfrath gebildet. 1809 wurden Obschwarzbach und Niederschwarzbach Mettmann angegliedert. Dafür kam die Honnschaft Unterdüssel mit dem Dorf Düssel nach Wülfrath.

Nach den Befreiungskriegen kam der Ort – als Teil der neugebildeten Rheinprovinz – 1815 zu Preußen. Durch Verordnung wurde Wülfrath 1827 zur Vertretung im Stande der Städte in den Rheinischen Provinziallandtag berufen. 1856 erhielt es durch die Verleihung der Städteordnung für die Rheinprovinz endgültig die vollen Stadtrechte.

Im Jahre 2001 wurde ein Teil der historischen Altstadt wieder ein Raub der Flammen. In der Nacht zum 21. Januar brach im Kern der Altstadt ein Feuer aus, dem drei alte Fachwerkhäuser zum Opfer fielen. Die völlig zerstörten Häuser mussten abgerissen werden und wurden mittlerweile durch moderne Neubauten ersetzt.

Ende September 2013 wurde auf dem ehemaligen Rathaus- und Stadthallenareal der Anger-Markt, der einen neuen Handelsmittelpunkt der Stadt darstellen soll, eröffnet.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die kommunale Neugliederung, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, bescherte der Stadt einen großen Gebiets- und Bevölkerungsverlust. Die Einwohnerzahl sank um etwa 3000.[2] Gebietsteile der Oberen Flandersbach mussten nach Velbert, Gebietsteile der Düsseler Höhe und Hahnenfurth sowie der Ortsteil Dornap nach Wuppertal abgegeben werden. Eine etwa 3 km² große Fläche mit damals 166 Einwohnern kamen aus Mettmann hinzu.

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

Den weitaus größten Anteil an der Bevölkerung nehmen die über 50-Jährigen ein. Etwas mehr als jeder Dritte Wülfrather Bürger ist mindestens 50 Jahre oder älter, weshalb Wülfrath als „alte Stadt“ gilt. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung überwiegt mit 51,5 % den der männlichen. Der Ausländeranteil beläuft sich auf rund zehn Prozent.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Das „neue“ Rathaus
Rheinkalk Verwaltungsgebäude
Altersheim
Ein Denkmal für die Kriegsopfer
„Großes“ Denkmal an die Kriegsopfer

Quelle: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (LDS NRW)

Bevölkerung am 31.12.
nach Staatsangehörigkeit
Jahr insgesamt Deutsche Ausländer
1980 20.916 18.752 2.164
1985 20.794 18.856 1.938
1987 20.769 18.949 1.820
1988 21.115 19.129 1.986
1989 21.460 19.421 2.039
1990 21.987 19.839 2.148
1991 22.098 19.843 2.255
1992 22.272 19.790 2.482
1993 22.236 19.759 2.477
1994 22.127 19.655 2.472
1995 22.046 19.600 2.446
1996 22.210 19.682 2.528
1997 22.399 19.861 2.538
1998 22.545 19.978 2.567
1999 22.574 20.020 2.554
2000 22.531 20.025 2.506
2001 22.669 20.163 2.506
2002 22.618 20.184 2.434
2003 22.479 20.049 2.430
2005 22.190 19.867 2.323
2010 21.299 19.079 2.220

Religionen[Bearbeiten]

Evangelische Kirchen:

  • Evangelisch reformierte Kirchengemeinde Wülfrath
  • Evangelische Kirchengemeinde Düssel
  • Freie ev. Gemeinden

Katholische Kirche:

Katholische Kirchengemeinde St. Maximin, Wülfrath

mit den Kirchen:

  • St. Joseph, Stadtmitte
  • St. Maximin, Düssel
  • St. Petrus Canisius, Rohdenhaus

Weitere Kirchen und Religionsgemeinschaften:

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Zusammensetzung des Rates (36 Sitze)
Partei 1999 Sitze 2004 Sitze 2009 Sitze 2014 Sitze
Christlich-Demokratische Union (CDU) 44,9 % 16 39,4 % 14 31,4 % 12 37,7 % 13
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 32,4 % 12 27,1 % 10 21,8 % 8 26,7 % 9
Demokratische Linke Wülfrath (DLW) 10,9 % 4 16,8 % 6 16,0 % 6 6,0 % 2
Bündnis Grüne/Wülfrather Wählergemeinschaft (Grüne/WWG) 6,5 % 2 9,1 % 3 7,8 % 3 9,4 % 3
Freie Demokratische Partei (FDP) 5,3 % 2 7,5 % 3 8,6 % 3 4,3 % 1
WG (Wählergemeinschaft) 14,4 % 6 15,9 % 6

Bürgermeisterin[Bearbeiten]

Seit den Kommunalwahlen 2009 ist Claudia Panke mit 26,96 % der Stimmen zur Bürgermeisterin gewählt, sie konnte sich gegen Amtsinhaberin Barbara Lorenz-Allendorff durchsetzen, die 24,42 % erhielt. Thomas Görtz (CDU) kam auf 23,83 % und Manfred Hoffmann (SPD) auf 17,18 %. 4,30 % entfielen auf Stephan Mrstik (B'90/Grüne), 3,30 % auf Dirk Bredtmann (freier Kandidat). Aufgrund eines neuen NRW-Kommunalwahlgesetzes war erstmals keine Stichwahl notwendig.

Bürgermeisterwahl 2014[Bearbeiten]

Claudia Panke hat sich entschieden, ihre reguläre Amtszeit (eigentliches Ende August 2015) zu verkürzen, um eine Zusammenlegung mit der Ratswahl am 25. Mai 2014 zu ermöglichen. Eine Zusammenlegung (juristisch möglich) von Bürgermeisterwahl und Ratswahl am 25. Mai 2014 bringt der Stadt Wülfrath Einsparungen von rund 25.000 € ein. Sie wird unterstützt durch die Wülfrather CDU, Wülfrather FDP, sowie der Wülfrather Gruppe (WG). Die Wülfrather SPD hat als Gegenkandidaten für die Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 Axel C. Welp nominiert. Am 25. Mai 2014 hat Claudia Panke mit 69,49 % der Wählerstimmen die Führung in die Hand genommen. Ihre Konkurrenten Axel C. Welp (SPD) und Jörn Leunert (Die Grünen) bekamen 22,07 % und 8,44 % der 9507 abgegeben Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,72 %.

bisherige Bürgermeister[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wülfrather Stadtwappen, das sich nach 1840 aus einem alten Kirchsiegel der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde entwickelte, wurde durch den Düsseldorfer Heraldiker und Kunstmaler Wolfgang Pagenstecher im Jahre 1938 neu gestaltet und durch den Oberpräsidenten der Rheinprovinz offiziell anerkannt. Es zeigt einen Hirten, der einem ihn angreifenden Wolf seinen Stecken (Stab) in den Rachen stößt. Diese Darstellung soll einerseits den Sieg des Guten über das Böse symbolisieren und andererseits auf das Entstehen des Ortskernes verweisen. An den Siedler Wolf, von dem angenommen wird, dass er der Begründer der Stadt ist, erinnert sie allerdings kaum.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

des Weiteren hatte die Stadt Wülfrath folgende Patenschaft übernommen:

  • Heeresmusikkorps 7, vom 24. Oktober 2000 bis 21. Dezember 2006 (im Januar 2007 wurde der Orchesterverbund des Heeresmusikkorps 7 aufgelöst)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Niederbergisches Museum

Wülfrath besitzt einen sehenswerten historischen Kirchplatz und eine ebenso schöne Altstadt mit Fussgängerzone. Das Wohngebiet „Düsseler Tor“ mit Kindergarten in der Formensprache Friedensreich Hundertwassers sollte genau so auf einer Besichtigungstour stehen wie das Naturerlebnis Steinbruch Schlupkothen mit Lehr- und Erlebnispfad (EUROGA 2002 plus) und der Radwander- und Kunstweg (EUROGA 2002 plus). Außerhalb der Stadt befindet sich das Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

  • Niederbergisches Museum
  • Zeittunnel Wülfrath: Museum

Die Sehenswürdigkeiten von Wülfrath werden unter der Dachmarke Neanderland vom Kreis Mettmann touristisch mitbeworben.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Wochenmarkt: Wochenmarkt mit über 50 Beschickern ist jeden Samstag von 7 bis 12 Uhr auf dem Parkplatz Am Diek
  • Rosenmontagszug der „Kalkstadtnarren
  • Schützenfest mit Kirmes (meist am zweiten Septemberwochenende)
  • Stadtfest: genannt „Kartoffelfest“, jährlich im September
  • Weihnachtsmarkt: der Weihnachtsmarkt, genannt Herzog-Wilhelm-Markt ist jährlich auf dem Kirchplatz, und beginnt am Freitag vor dem 1. Advent

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Kalkgewinnung in
Wülfrath

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatten sich mehr als 100 Handels- und Gewerbebetriebe niedergelassen. Es handelte sich hierbei um größere Hausbetriebe – meistens Heimwebereien. Nach 1850 wurden die ersten größeren Betriebe mit Dampfkraft gegründet. Trotz der damaligen starken Industrialisierung ging der landwirtschaftliche Charakter nicht ganz verloren. Heute bestehen nur noch vereinzelte landwirtschaftliche Betriebe.

Prägend für Wülfrath war die Gründung der Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke Dornap im Jahre 1887 und der Rheinischen Kalksteinwerke Wülfrath im Jahre 1903 (heute gemeinsam als Rheinkalk zur belgischen Lhoist-Gruppe gehörig). Das Rheinkalk-Werk Flandersbach bildet als größter Kalksteinbruch Europas bis heute den Schwerpunkt der Wülfrather Industrie.

Daneben gab es noch zahlreiche Webereien, Lederverarbeitungsbetriebe, einen ausgegliederten Zweigbetrieb der Ford-Werke Köln, das aus dem 1889 gegründeten Karosseriewerk Josef Hebmueller Söhne hervorging und auch heute noch existiert (tedrive Steering Systems GmbH) und viele Kleinbetriebe.

Größter Arbeitgeber Wülfraths ist die Bergische Diakonie Aprath, die unter anderem mehrere Altenheime sowie Kinderheime und sozialtherapeutische Einrichtungen betreibt. Das in Wülfrath ansässige Unternehmen PUKY ist ein mittelständischer Hersteller von Kinderfahrzeugen.

Verkehr[Bearbeiten]

Wülfrath hat im Ortsteil Aprath Anschluss an die S-Bahn-Linie S 9 auf der Bahnstrecke Wuppertal-Vohwinkel–Essen-Überruhr. Der Bahnhof Wülfrath lag an der Angertal- und der Niederbergbahn, deren Verkehr jedoch seit längerer Zeit eingestellt ist.

Bis 2016 wird die S-Bahn-Linie 28 von Mettmann-Stadtwald nach Wuppertal Hauptbahnhof verlängert. Dabei wird sie von Mettmann-Stadtwald bis Wuppertal-Vohwinkel über eine neue Stichstrecke der Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf-Dortmund Süd durch Wülfrath-Düssel geführt, wo sie einen den neuen Haltepunkt Düssel-Hahnenfurth bekommt.

Wülfrath ist über die A 535 (AS Wülfrath) an das deutsche Autobahnnetz angeschlossen.

Gesundheit[Bearbeiten]

Das einzige Krankenhaus der Stadt, das Ev. Krankenhaus Herminghaus-Stift, wurde nach Übernahme durch die Kliniken St. Antonius Ende 2006 geschlossen. Die Versorgung erfolgt nun über die Krankenhäuser der benachbarten Städte Mettmann, Velbert und Wuppertal.

Schulen[Bearbeiten]

Städtisches Gymnasium Wülfrath (Ostansicht)
Freie Aktive Schule Wülfrath
  • Grundschule Ellenbeek
  • Grundschule Lindenschule
  • Grundschule Parkschule
  • Private Grundschule der Freien Aktiven Schule Wülfrath
  • Sekundarschule Wülfrath
  • Städtisches Gymnasium Wülfrath
  • Private Gesamtschule der Freien Aktiven Schule Wülfrath (mit gymnasiale Oberstufe ab dem Schuljahr 2014/15)

Bibliotheken und Archive[Bearbeiten]

  • Stadtarchiv Wülfrath
  • Wülfrather Medien Welt
  • Volkshochschule Mettmann-Wülfrath

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Personen mit Beziehung zur Stadt:

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Bauckhage: Zum Beispiel: Wülfrath 1919–1949 – Eine deutsche Kleinstadt auf dem Weg durch den Nationalsozialismus. FROHN Verlag, ISBN 3-88578-108-5
  • Jutta de Jong: Wülfrath: Ein Streifzug um die Jahrhundertwende. Geigerdruck GmbH, ISBN 3-89264-836-0
  • Julius Imig: Wülfrath. Henn, 1962
  • Wolfgang Heinrichs und Hartmut Nolte: Wülfrath. Sutton Verlag, September 2000, ISBN 3-89702-240-0
  • Wolfgang Heinrichs und Hartmut Nolte: „Lexikon der Wülfrather Kirchengeschichte“. Traugott Bautz, Nordhausen, 2008, ISBN 978-3-88309-454-0
  • Wolfgang Heinrichs und Hartmut Nolte: „Wülfrath – Bilder im Wandel der Zeit“. Geiger.Verlag, Horp am Neckar, 2010, ISBN 978-3-86595-389-6
  • Willi Münch: Wülfrath. 1979, ISBN 3-7927-0491-9
  • Horst G. Hütten: Wülfrath aus dem Nähkörbchen. Mit der Zeichenfeder und zeitgenössischen Zitaten aus der Geschichte einer alten Stadt erzählt. 1976, ISBN 3-921986-34-6
  • Kurt Wesoly: Städteatlas Wülfrath, herausgegeben vom Amt für rheinische Landeskunde Köln, Rheinland-Verlag, 1996, ISBN 3-7927-1567-8

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  3. Kommunalprofil Wülfrath, Stadt (PDF; 222 kB) Information und Technik Nordrhein-Westfalen (Stand: 20. Juli 2011)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wülfrath – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien