Würselen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Würselen
Würselen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Würselen hervorgehoben
50.8247222222226.1275170Koordinaten: 50° 49′ N, 6° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Städteregion Aachen
Höhe: 170 m ü. NHN
Fläche: 34,39 km²
Einwohner: 37.421 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1088 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52146
Vorwahlen: 02405, 02406
Kfz-Kennzeichen: AC, MON
Gemeindeschlüssel: 05 3 34 036
Adresse der
Stadtverwaltung:
Morlaixplatz 1
52146 Würselen
Webpräsenz: www.wuerselen.de
Bürgermeister: Arno Nelles (SPD)
Lage der Stadt Würselen in der Städteregion Aachen
Belgien Niederlande Kreis Düren Kreis Euskirchen Kreis Heinsberg Aachen Alsdorf Baesweiler Eschweiler Herzogenrath Monschau Roetgen Simmerath Stolberg (Rheinland) WürselenKarte
Über dieses Bild

Die Stadt Würselen (auch als Stadt der Jungenspiele bekannt) ist eine mittlere regionsangehörige Stadt in der nordrhein-westfälischen Städteregion Aachen. Würselen ist Sitz von Behörden der Städteregion Aachen und mehrerer großer Unternehmen.

Geografie[Bearbeiten]

Würselen liegt am Autobahnkreuz Aachen in unmittelbarer Nähe des Dreiländerecks Belgien/Deutschland/Niederlande. Nachbarstädte sind im Uhrzeigersinn Herzogenrath, Alsdorf, Eschweiler und Aachen. Würselen gehört zum Nordkreis Aachen und ist das einzige Mitglied der Städteregion ohne Außengrenzen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen und des mit diesem in Zusammenhang stehenden Aachen-Gesetzes wurde das Gebiet der damaligen Stadt Würselen 1972 um weite Teile der bis dahin selbständigen Gemeinden Bardenberg und Broichweiden erweitert. Seitdem besteht Würselen aus den Ortsteilen:

Diese untergliedern sich wiederum in folgende Ortsteile:

Würselen:

Broichweiden:

Bardenberg:

Geschichte[Bearbeiten]

Würselen als Quartier Aachens
Katholische Pfarrkirche St. Sebastian mit von Laurenz Mefferdatis entworfenen Teilen
Bergwerk Gouley um 1900

Im Jahr 870 wurde Würselen zum ersten Mal unter dem Namen Uuormsalt im goldenen Buch der Abtei Prüm urkundlich erwähnt[2]. Um 1100 gehört Würselen zum so genannten Aachener Reich. Von 1265 bis 1269 erbaute Graf Wilhelm IV. von Jülich auf den Resten einer älteren Feste die nach ihm benannte Burg Wilhelmstein. Sie wurde aber erst im Jahr 1344 schriftlich erwähnt. Von 1336 bis 1798 war Würselen ein Quartier der Reichsstadt Aachen. 1616 tauchte Würselen urkundlich als Wurseln auf, im selben Jahr dann als Würselen. Von 1794 bis 1815 gehörten große Teile von Würselen (Bardenberg, Broich, Duffesheide, Euchen, Linden Neusen, Vorweiden) zum französischen Kanton Eschweiler im Département de la Roer, seit 1815 zum Kreis Aachen. Würselen-Mitte war die Mairie Würselen. 1924 hatte Würselen ungefähr 14.600 Einwohner und erhielt die Stadtrechte.

1944, zum Ende des Zweiten Weltkrieges, erlebte Würselen eine schwere Bombardierung durch die US-Amerikaner. Dabei wurden fast alle Gebäude zerstört. Während der Schlacht um Aachen war Würselen für sechs Wochen Hauptkampflinie, bis die US-Amerikaner am 18. November den Rest von Würselen einnahmen. Damit schlossen die Amerikaner den Ring um Aachen; drei Tage später fiel Aachen.[3]

Jahrhundertelang hatte der Abbau von Steinkohle das Wirtschaftsleben in Würselen bestimmt, da einige Gruben des sog. Aachener Revieres im westlichen Bereich des heutigen Stadtgebietes liegen: Im Wurmtal befanden sich die Gruben Alte Furth, Gouley und Teut. Aufgrund der hohen Gefährdung der Bergleute bei ihrer Arbeit entwickelte sich auch in Würselen im 19. Jahrhundert das Knappschaftswesen - in dieser Zeit wurde das Knappschaftskrankenhaus in Bardenberg gegründet. 1969 ging die Epoche der Kohleförderung mit der Schließung der Grube Gouley, die zu den ältesten Gruben des Aachener Revieres gehört hatte, zu Ende.

Am 1. Januar 1972 wurden bei der kommunalen Neugliederung die Gemeinden Bardenberg und Broichweiden mit Würselen zusammengeschlossen.[4] Damit stieg die Zahl der Einwohner auf rund 34.500.

Herleitung des Städtenamens[Bearbeiten]

Die erste Namensgebung Wormsalt oder Uuormsalt setzt sich aus dem altgermanischen Adjektiv warm für warm und dem Substantiv sal für Saal, Kirche oder Hof zusammen. Hierbei bezeichnet sal einen Salhof, also einen karolingischen Nebenhof der Aachener Kaiserpfalz, der in erster Linie der Verwaltung der verstreuten Ländereien und der Versorgung des Haupthofes diente. Als Standort des Salhofes und der dazugehörigen Kirche wird das Gelände der Würselener Hauptkirche St. Sebastian angenommen. Das Adjektiv warm bezieht sich auf den nahen Grenzbach Wurm, der aus den warmen Quellen Aachens gespeist wird.

Der Begriff findet sich auch in späteren Erwähnungen als Quartier over Worm, also die Region jenseits der Wurm, wieder. Der zweite Salhof der Aachener Pfalz mit eigenständiger Kirche wird gemeinhin in Laurensberg angenommen.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[5]
Wahlbeteiligung: 56,6 % (2004: 60,4 %)
 %
40
30
20
10
0
31,5 %
30,3 %
15,5 %
12,2 %
10,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-0,6 %p
-8,0 %p
-0,6 %p
+5,4 %p
+3,8 %p

Bürgermeister und Stadtrat[Bearbeiten]

Bürgermeister der Stadt Würselen ist seit dem 21. Oktober der bei der Kommunalwahl am 30. August 2009 gewählte SPD-Politiker Arno Nelles.

Zum selben Zeitpunkt wurde der Stadtrat neu gewählt. Danach sieht die Sitzverteilung wie folgt aus:

SPD: 14 Sitze
CDU: 14 Sitze
UWG: 06 Sitze
FDP: 05 Sitze
GRÜNE: 05 Sitze

Partnerstädte[Bearbeiten]

Die Stadt Würselen pflegt Städtepartnerschaften mit:

Darüber hinaus wird an einer weiteren Partnerschaft mit dem englischen Colchester gearbeitet.

Wappen und Banner[Bearbeiten]

Die Stadt Würselen führt ein Stadtwappen, eine Stadtflagge (Banner) und ein Dienstsiegel.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geviert; 1 in Gold (Gelb) ein rot bewehrter und gezungter schwarzer Adler, 2 in Grün ein schräglinker silberner (weißer) Wellenbalken, 3 in Grün über einem goldenen (gelben) Dreiberg, schräg gekreuzt ein silberner (weißer) Schlägel und ein silberner (weißer) Hammer mit goldenen (gelben) Griffen, 4 in Silber (Weiß) ein durchgehendes schwarzes Kreuz. Der Schild ist mit einer dreitürmigen gezinnten Stadtmauer gekrönt, in die unter dem mittleren Turm ein Tor eingelassen ist.“

Der Landgemeinde Würselen ist mit Genehmigung des Preußischen Staatsministeriums vom 8. Juli 1922 das Recht zur Führung des beantragten Wappens erteilt worden. Es versinnbildlicht die Geschichte der heutigen Stadt; der Adler verweist auf die ehemalige Zugehörigkeit Würselens zum Aachener Reich, dem Territorium der ehemaligen Reichsstadt Aachen, der Wellenbalken verweist auf den Wurmbach, das Bergmannsgezähe auf den ehemals betriebenen Bergbau und das kurkölnische Kreuz auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Erzdiözese Köln. Das Wappen wird meistens ohne Mauerkrone dargestellt.[6]

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Beschreibung des Banners:„Die Stadtfarben sind grün-gold. Die Flagge der Stadt besteht aus zwei gleichbreiten Längsstreifen.“ Diese ungenaue Beschreibung entstammt der Hauptsatzung; tatsächlich wird folgendes Banner geführt: „Das Banner ist grün-gelb im Verhältnis 1 : 1 längsgestreift und zeigt etwas oberhalb der Mitte das Stadtwappen darunter zentriert den Schriftzug "STADT" über "WÜRSELEN.“ Es wird auch ein Banner ohne Wappen geführt.[7] [8]

Kultur[Bearbeiten]

Die Stadt bietet ein breit angelegtes Kulturprogramm. Auf Burg Wilhelmstein findet jährlich auch ein überregional bedeutendes, internationales Open-Air-Programm mit Musik- Kleinkunst- und Kabarettveranstaltungen statt. Neben zahlreichen kulturellen Initiativen (wie dem Kulturforum Würselen) bieten auch die Kleinkunstreihen im Kulturzentrum „Altes Rathaus“ sowie das von Christoph Leisten initiierte Literaturfestival Tage der Poesie alljährlich überregional bedeutsame Veranstaltungen.
Im Alten Rathaus befindet sich auch die Stadtbücherei Würselens.

Kulturelle Besonderheit in Würselen sind die Jungenspiele.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Würselen liegt das Gewerbegebiet Kaninsberg/Aachener Kreuz. Weitere bedeutende Unternehmen sind Kronenbrot, Metro Cash & Carry, die Sahinler Group, die Offergeld Logistik und die „Größte Wanduhren- und Standuhrenausstellung der Welt“ betrieben von Uhrmachermeister Kriescher. Unweit davon, direkt neben der Post betreibt die Familie Dieter Breuer ihren Laden, der durch fast 3000 Biersorten und 300 Mineralwässer 10 Jahre lang ins Guinness-Buch der Rekorde gelangte und seitdem ins „EU-Who-is-who“.

Verkehr[Bearbeiten]

Tower des Flugplatzes

In Würselen liegt der Flugplatz Merzbrück, das Gewerbegebiet „Aachener Kreuz“ (Kaninsberg) und das Straßenverkehrsamt für Kreis Aachen und Stadt Aachen.

Neben der engen Einbindung in das regionale Radwegenetz in NRW führt die Wasserburgen-Route durch die Stadt. Sie verbindet über 524 km mehr als 130 Burgen am Rand der Eifel und in der Kölner Bucht.

Bundesstraßen und Autobahnen[Bearbeiten]

Die Bundesstraßen 57 und 264 durchziehen Würselen und Broichweiden. Würselen ist von drei Autobahnanschlüssen aus zu erreichen.

Stadtbusse[Bearbeiten]

Die Stadtbuslinie WÜ1 bedient von Kohlscheid-Bahnhof kommend Würselen (Parkhotel – AQUANA – Gewerbegebiet – Euchen). Würselen wird auch von mehreren wichtigen Regionalbuslinien bedient, die in der Regel mit Gelenkbussen fahren:

  • Die Linie 11 der ASEAG verbindet die südlichen Stadtteile Würselens (Broichweiden) mit dem Aachener Zentrum und Alsdorf-Mariadorf. Sie verkehrt im 15-Minuten-Takt, an Samstagen im 30-Minuten-Takt, abends und an Sonntagen stündlich.
  • Die Linie 16 der ASEAG verbindet das Gewerbegebiet Aachener Kreuz mit der Stadt Aachen. Die Linie verkehrt in der Hauptverkehrszeit halbstündlich, sonst sehr unregelmäßig. Abends und von Samstagmittag bis Sonntag verkehrt sie gar nicht.
  • Die Linie 21 der ASEAG bedient das Stadtzentrum (Parkhotel – Würselen Markt – Kirche – Kreiskrankenhaus) und fährt weiter in Richtung Aachen-Haaren bis Aachen-Siegel/Waldfriedhof. Sie fährt im Halbstundentakt, abends und sonntags stündlich.
  • Die Linie 51 der ASEAG verbindet Würselen auf dem schnellsten Wege mit dem Oberzentrum Aachen. Sie wird im 15-Minuten-Takt gefahren, abends und sonntags im 30-Minuten-Takt. Bis 1974 fuhr die Linie als Oberleitungsbus.

Die heutigen Buslinien 11 und 21 ersetzen die etwa auf dem gleichen Linienweg und mit den gleichen Liniennummern verkehrenden Straßenbahnlinien der Aachener Straßenbahn.

Bahngeschichte[Bearbeiten]

Würselen hatte einen Bahnhof und den Haltepunkt Würselen Mitte. Im Bahnhof Würselen kreuzten sich früher die Bahnstrecke Kohlscheid–Stolberg und die Bahnstrecke Aachen Nord–Jülich. Die Gleisanlagen am Bahnhof waren sehr vielfältig und Würselen hatte neben einem Empfangsgebäude ein Bahnbetriebswerk und zwei Stellwerke. Der Haltepunkt Würselen Mitte lag im Bereich Markt/Kaiserstraße und existiert heute nicht mehr. Er besaß ein Wartehäuschen. An seiner Stelle befindet sich heute ein Parkplatz.

Nach dem Abriss der Bahnanlagen in den 1980er und 1990er Jahren wurde das Bahnhofsgelände mit einer Umgehungsstraße, dem Willy-Brandt-Ring, überbaut. Auf dem ehemaligen Gelände des Bahnbetriebswerks befinden sich heute eine Turnhalle sowie ein Sportplatz. Das vormalige Empfangsgebäude wird heute als Jugendzentrum und als Kino genutzt; beide Einrichtungen werden von einem unabhängigen Verein betrieben[9].

Bildung[Bearbeiten]

  • Gymnasien: Gymnasium Würselen, Heilig-Geist-Gymnasium
  • Realschule: Realschule Würselen
  • Hauptschule: Städt. Gemeinschaftshauptschule Würselen
  • Grundschulen: Gemeinschaftsgrundschule (GGS) An Wilhelmstein, GGS Wurmtalschule (Verbundschule aus GGS Morsbach und GGS Scherberg), KGS Sebastianusschule, GGS Mitte, GGS Linden-Neusen, Katholische Grundschule Schulstraße
  • Förderschule: Albert-Schweitzer-Schule
  • Sonstige: VHS Nordkreis Aachen, EUREGIO-Kolleg

Berufsschulen und das Berufskolleg befinden sich in den Nachbarstädten Aachen, Alsdorf, Eschweiler und Herzogenrath.

Gesundheit[Bearbeiten]

In Würselen liegt das Medizinische Zentrum der StädteRegion Aachen.

Banken[Bearbeiten]

Würselen ist Sitz der VR-Bank Würselen eG.

Medien[Bearbeiten]

Radio Alaaf, mit Sitz in Würselen, wird seit 10 Jahren betrieben. Radio Alaaf sendete bis 2003 auf UKW 97,7 MHz, seit 2009 wieder während der 5. Jahreszeit (vom 07.01. bis Aschermittwoch) per Internet für die Städteregion Aachen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Langjährig mit Würselen verbunden[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Würselen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Würselen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Würselen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Zit. in: Günter Breuer: Von der Klanten-Moelen bis Wormsalt. Erstnennungen Würselener Ortsteile. Dokumentation und Erläuterungen (Schriftenreihe des Kulturarchivs Würselen), Aachen 2011, S. 122.
  3. www.aachener-geschichtsverein.de
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 305.
  5. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c354036kw0900.html
  6. Das Wappen von Würselen. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  7. Banner im Ratsaal. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  8. Hauptsatzung der Stadt Würselen, § 2. Abgerufen am 23. Februar 2014 (PDF; 62 kB).
  9. Website des Metropolis-Filmtheaters, mit Informationen zum Jugendzentrum und zum Verein.