W. S. Merwin

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William Stanley Merwin (* 30. September 1927 in New York) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Übersetzer, der zwei Mal den Pulitzer-Preis für Poesie erhielt.

Leben[Bearbeiten]

Der in New York als Sohn eines presbyterianischen Pfarrers geborene Merwin studierte Schriftstellerei und Romanistik an der Princeton University. Nach dem Studium reiste er durch Frankreich, England und schließlich Spanien, wo er 1950 auf Mallorca den Sohn von Robert Graves unterrichtete. Graves’ Vorliebe für Themen antiker Mythologie übertrug sich auf Merwin.

Ab 1951 arbeitete er in London als Übersetzer, bis er nach Amerika zurückkehrte, wo er sich der Lyrik widmete. Sein erster Gedichtband brachte ihn 1952 den Yale Series of Younger Poets Award ein. Folgende Gedichtbände in der stilistischen Tradition von unter anderen Wallace Stevens und Robert Graves folgten.

In den 1960ern begann Merwin mit lyrischen Formen zu experimentieren, was er in Essays wie On Open Form (1969) theoretisch untermauerte. Es kamen verstärkt Themen aus seinem eigenen Leben auf, wie etwa 1960 in The Drunk in the Furnace. 1971 erhielt er den Pulitzer-Preis für den im Vorjahr erschienenen Band The Carrier of Ladders. 1970 erschien auch seine Autobiographie The Miner’s Pale Children. Seine späten Jahre verbringt Merwin auf Hawaii, wo in seinen Gedichte der Natur besondere Aufmerksamkeit zukommt. Bekannt ist er jedoch für seine Gedichte, die sich, wie auch bei Robert Bly, Adrienne Rich, Allen Ginsberg oder Yusef Komunyakaa, mit dem Vietnam-Krieg befassen. 1977 erhielt er darüber hinaus den Bollingen-Preis für Poesie.

Nach dem 1998 veröffentlichten Versroman Folding Cliffs: A Narrative, erschienen 2006 unter dem Titel Summer Doorways weitere Memoiren. Er wohnt auf Maui in Hawaii und erhielt 2009 für The Shadow of Sirius zum zweiten Mal den Pulitzer-Preis für Poesie.

Seit dem Herbst 2010 ist er der 17. Poet Laureate der USA.[1] Er ist der Nachfolger von Kay Ryan.

Weitere Gedichtbände[Bearbeiten]

  • A Mask for Janus (1952)
  • Green with Beasts (1956)
  • The Moving Target (1963)
  • The Lice (1967)
  • The Compass Flower (1977)
  • Finding the Islands (1982)
  • The Rain in the Trees (1988)
  • Travels (1993)
  • The Vixen (1996)
  • Flower & Hand (1997)
  • The River Sound (1999)
  • The Pupil (2001)
  • Migration: New & Selected Poems (2005)

Literatur[Bearbeiten]

  • Cheri Davis: W. S. Merwin. Twayne, Boston 1981, ISBN 0-8057-7301-0.
  • Jay Parini: "Merwin, W(illiam) S(tanley)" The Oxford Companion to Twentieth-Century Poetry in English. Ian Hamilton. Oxford University Press, Oxford 1996.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Patricia Cohen: W. S. Merwin to Be Named Poet Laureate. In: The New York Times. 30. Juni 2010.