W. W. Greg

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Sir Walter Wilson Greg, auch W. W. Greg (* 9. Juli 1875; † 4. März 1959) war ein britischer Shakespearegelehrter.

Leben[Bearbeiten]

Greg wurde 1875 in Wimbledon Common geboren. Sein Vater, William Rathbone Greg, war Schriftsteller. Seine Mutter Julia Wilson war die Tochter des schottischen Bankiers James Wilson. Dieser ist bekannt, als der Gründer der Standard Chartered Bank und des The Economist. Greg sollte einmal die von seinem Großvater gegründete Zeitschrift herausgeben und studierte daher in Wixenford, Harrow und am Trinity College der Cambridge University.[1] In Cambridge traf er Ronald Brunlees McKerrow. Die Freundschaft mit ihm stärkte seine Entscheidung, Literaturwissenschaftler zu werden. Schon als Jugendlicher legte er sich eine Liste von allen Renaissance-Dramen an, die vor 1700 gedruckt wurden und wurde Mitglied der Bibliographical Society, deren Präsident er von 1930 bis 1932 war.[2] 1935 wurde ihm die Gold-Medaille der Gesellschaft verliehen.[3] Nach seiner Studienzeit führte er ein wissenschaftlich produktives Leben als Privatgelehrter und bestritt seinen Unterhalt aus seinem Besitz an den Anteilen des The Economist.

Werk[Bearbeiten]

In Zusammenarbeit mit A. H. Bullen schrieb er Pastoral Poetry and Pastoral Drama (1906), gab das Tagebuch von Philip Henslowe (1906/08) und die Aufzeichnungen von Edward Alleyn heraus. Die Arbeit an diesen Werken verhalf ihm zu einem vertieften Wissen über die Theaterpraxis der Renaissancezeit, was er für seine Tätigkeit als Herausgeber der Malone Society in den Jahren von 1906 bis 1939 nutzte. Von 1907 bis 1913 war er Bibliothekar des Trinity College. Er gab diese Position nach seiner Heirat mit seiner Cousine Elizabeth Gaskell auf. Als Privatgelehrter editierte Greg The Merry Wives of Windsor (1910), Robert Greenes Orlando Furioso, George Peeles The Battle of Alcazar und das Drama Sir Thomas More (1911). Nach einer langen Pause herausgeberischer Tätigkeit editierte er 1950 Marlowes Doctor Faustus.

Gregs Beiträge zur Theaterpraxis der Renaissance umfassten vor allem die Studien Dramatic Documents from the Elizabethan Playhouses (1931) und English Literary Autographs, 1550–1650 (1932). In seinem Buch The Variants in the First Quarto of King Lear (1940) stellte er eine sorgfältige Untersuchung des ersten Quarto von Kin Lear dar. Unter seinen vielen Reviews ragt die Kritik von J. Churton Collinss 1906er Ausgabe der Werke von Robert Greene hervor.

Etwa ab 1940 begann er mit der Arbeit an seinen umfassenden Werken The Editorial Problem in Shakespeare (1951), The Shakespeare First Folio: Its Bibliographical and Textual History (1955), Some Aspects and Problems of London Publishing, 1550–1650 (1954) und dem Aufsatz The rationale of copy-text (1950), welche einen prägenden Einfluss auf die Entwicklung der Textkritik hatten und grundlegende Konzepte für die sog. New Bibliography bereitstellten. Zusammen mit Alfred W. Pollard leistete er wichtige Beiträge für das Verständnis der Überlieferung der Texte von Shakespeare. Sein umfangreichstes Werk, A Bibliography of the English Printed Drama to the Restoration, erschien in vier Bänden zwischen 1939 und 1959. 1954/55 lehrte er als Dozent für Bibliographie an der Oxford University.

1950 wurde Greg für seine wissenschaftlichen Verdienste geadelt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Allumni-Database für Greg, Walter Wilson
  2. Past Presidents of The Bibliographical Society
  3. Gold Medalists of The Bibliographical Society