Waagner-Biro

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48.23641116.413606Koordinaten: 48° 14′ 11″ N, 16° 24′ 49″ O

Waagner-Biro AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1854
Sitz Wien, Österreich
Leitung Thomas Jost (CEO), Martin Zinner (CFO)
Mitarbeiter 1.283 (2012)[1]
Umsatz 172,0 Mio (2012)[1]
Website www.waagner-biro.com
R.(udolph) Ph.(ilipp) Waagner, Vienne (Wien), Produzent der Bauelemente der „Eisernen Kirche“ St. Stefan in Istanbul.

Die Waagner-Biro AG ist ein österreichisches Stahlbauunternehmen mit Sitz im Saturn Tower in Wien.

Der Bereich der Waagner-Biro-Gruppe umfasst:

Im Jahr 2012 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 172 Millionen Euro mit 1283 Mitarbeitern an 16 Standorten weltweit.

Geschichte[Bearbeiten]

Rudolph Philip Waagner (1827-1888) hatte seine Firma 1854 als kleines Handelshaus in Wien gegründet. Das Unternehmen wurde 1854 durch den Zusammenschluss der Schlossereibetriebe von Rudolph Philipp Waagner und Anton Biró (†1882) sowie 1904 mit Albert Milde & Co. gegründet.

Anfangs hatte die Firma Rudolph Philip Waagner eine kleine Gießerei in Weidling und erwarb sich einen guten Ruf bei der Herstellung von hochwertigem Stahl. 1880 kaufte Gustav Ritter von Leon die Firma und schloss sie seinem Brückenbau-Betrieb an. 1899 wurde auch eine weitere Brückenbaufirma und Schmiede aus Graz dazugekauft. Im Jahr 1905 fusionierte die Firma Rudof Philip Waagner mit der renommierten Firma L. und J. Biró & A. Kurz in Hirschstetten zur Aktien-Gesellschaft R. Ph. Waagner – L. und J. Biró & A. Kurz. Den heutigen Namen führt das Unternehmen seit 1924.

Die Firma Rudolph Philipp Waagner fertigte von 1893 bis 1896 die bulgarisch-orthodoxe "Eiserne Kirche" Sankt Stefan für Istanbul an, die 1898 fertiggestellt wurde. Unter der Leitung von Direktor Günter und Ing. Paul Neumann, der etwas später Professor in Brünn wurde, wurde in der Firma Tausende Teile gegossen, geschmiedet und gewalzt. Anschließend wurde die "Eiserne Kirche" im Hof der Firma im Wiener Bezirk Meidling probemontiert. Dieses große Projekt weckte die Aufmerksamkeit der Wiener und in einigen Wiener Zeitungen erschienen Artikel darüber. Eine Gruppe von Mitgliedern des Ingenieur- und Architekturvereins besichtigten die Arbeit und äußerten sich lobend über die gekonnte Ausführung. Auch Erzherzog Karl Ludwig besichtigte am 2. Oktober 1895 zusammen mit seinen beiden Töchtern die probemontierte Kirche eine ganze Stunde lang und äußerte sich "ausgesprochen lobend über sie". Für das Fürstentum Bulgarien fertigte die Firma Rudolph Philipp Waagner :

Im Jahr 1906 wurde die Wiener Staatsoper mit der Bühnentechnik von Waagner-Biro ausgestattet. Am 12. Juli 1914 erfolgte die Fertigstellung der "Anton Freiherr von Klesheim-Warte" am Pfaffstättner Kogel, einer 9 Meter hohen Eisenkonstruktion als Aussichtswarte. In der Zwischenkriegszeit wurden zahlreiche Wiener Stahlbrücken wie die Schwedenbrücke, Floridsdorfer Brücke, Friedensbrücke oder Augartenbrücke von Waagner Biró errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Dachkonstruktion der zerbombten Staatsoper und des Stephansdomes neuerrichtet. Auch der Wiederaufbau und die Rekonstruktion des zerstörten Burgtheaters wurde zum größten Teil von der Firma durchgeführt, im Jahr 1954 wurde die neue Bühne fertig. Bekannte Bauvorhaben waren im Jahr 1960 die Bühnenausstattung des Opernhauses in Sydney und im Jahr 1962 die Europabrücke am Brenner. Auch bei den neueren Donaubrücken in Wien in der jüngeren Zeit war Waagner-Biro maßgeblich beteiligt.

Tafel in Tulln mit früherem Logo von Waagner-Biro

Bis zum Ende der 1990er-Jahre betätigte sich die Firma Waagner-Biro auch im Seilbahnbau, hauptsächlich in der Errichtung von Pendelbahnen. Kurz vor der Jahrtausendwende übernahm Leitner Ropeways diese Sparte von Waagner-Biro. Viele der Anlagen bestehen noch heute, wie z.B. die Schlossalmbahn II - Kleine Scharte in Bad Hofgastein bzw. die Penkenbahn in Mayrhofen usw.

Im Jahr 1991 erhielt die Firma den Europäischen Stahlbaupreis bei der Renovierung des Palmenhauses in Schönbrunn. Zu den neueren von Waagner-Biro ausgeführten Arbeiten gehören

1997 fertigte Waagner-Biro für den Bonner Schausteller Peter Barth das Fahrgeschäft „Flying Circus“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Mandl: 140 Jahre Waagner-Biró. (1854 - 1994). Waagner-Biró AG., Wien 1995.
  • Hildegard Waldmüller: Vom deutschen Rüstungsbetrieb bis zur USIA-Verwaltung. Die Arbeitswelt in einem Wiener Traditionsunternehmen in den Jahren 1938 bis 1955 dargestellt am Beispiel der Waagner-Biró AG Wien. Wien 1989, (Wien, Univ., Dipl.-Arb., 2007).
  • Thomas Wladika: Historische Entwicklungsanalyse der Waagner-Biró AG unter besonderer Berücksichtigung aktueller betriebswirtschaftlicher Probleme. Wien 1989, (Wien, Wirtschaftsuniv., Diss., 1989), (Abstract).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Waagner-Biro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWaagner-Biro AG: Facts & Figures. Abgerufen am 27. August 2012.