Waal (Fluss)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Verlauf der Waal
Die Mündungsarme des Rheins
(Hinweis: Fast alle der Meeresbuchten sind heute Binnenseen)

Die Waal (lateinisch: Vahalis, älter: Vacalus, aus keltisch: Vocalus) ist der südliche und bei weitem größte Rheinarm im Flussdelta des Rheins in den Niederlanden.

Verlauf und Charakteristik[Bearbeiten]

Kurz nach Passieren der deutsch-niederländischen Grenze bei Millingen gabelt sich der Rhein in die beiden Hauptmündungsarme NederrijnLek mit 33% der mittleren Wasserführung des Rheins und Waal–Boven Merwede („Obere Merwede“) mit 67% des Volumens.

Ab dem ehemaligen Zusammenfluss von Waal und Maas bei Woudrichem ändert sich der Name in Boven Merwede. Dieser folgende Flussabschnitt gabelt sich später in die Nieuwe Merwede mit im Mittel 44% der Wasserführung des Rheins und in die Beneden Merwede mit im Mittel 23%. Letztere erreicht, wiederum gegabelt, als Hauptschifffahrtsweg zusammen mit dem Lek den Hafen von Rotterdam und als Nieuwe Waterweg die Nordsee.

Entstehung und Entwicklung[Bearbeiten]

Die Waal ist erst im Verlauf des letzten Jahrtausends zum wasserreichsten Rheinarm im Rheindelta geworden. Durch Sturmfluten wie die Elisabethenflut, die besonders nördlich der Schelde-Mündung tiefe Meeresbuchten ins Land rissen, rückte für die dorthin abzweigenden Rheinarme die Erosionsbasis landeinwärts vor, was deren Abflussgeschwindigkeit und Erosionskraft erhöhte (siehe hierzu auch: Rhein-Maas-Delta). Diese Westverlagerung der Hauptabflusslinien des Rheins hätte die Waal zum alleinigen Hauptstrom werden lassen, wenn nicht 1771 über den in kleiner Form schon bestehenden Pannerdens Kanal Wasser von der Waal zum versandenden Nederrijn abgeleitet worden wäre und dabei dessen bis heute bestehender oberer Verlauf entstanden wäre. Zugleich wurde damals der in der Waal verbleibende Anteil von zwei Dritteln der Wasserführung (im Mittel rund 1500 m³/s) festgelegt. Der Abschnitt der Waal oberhalb dieser Abzweigung hieß zunächst Boven Waal, später Rijn; der Abschnitt unterhalb Beneden Waal, später Waal.

Auch im weiteren Verlauf unterhalb des als Waal bezeichneten Stromabschnitts werden Teile des Abflusses künstlich der nördlicheren Rinne zugeleitet: Bei niedriger Wasserführung des Rheins (<1100 m³/s am Pegel Lobith) werden die Schleusen des Haringvlietdammes geschlossen, und das gesamte Wasser von Maas und Waal erreicht erst in Rotterdam über den Nieuwe Waterweg das Meer.

Heutige Flusslandschaft[Bearbeiten]

Die Waal mit der Stadt Nijmegen, hinten das morphologisch noch aktive Steilufer, Gemälde von Jan van Goyen, 1641

Die Waal verläuft durch Gebiete mit geringerer Besiedlungsdichte als im Stromgebiet der nördlicher verlaufenden Rheinarme. Die größte Stadt, Nimwegen, liegt am Hochufer, das durch im Süden ansteigende Endmoränenhügel aus der Saaleeiszeit gebildet wird. An der Waalkade finden sich Restaurants und Terrassen, ein Spielkasino und das Fahrradmuseuem Velorama. Weitere Städte sind Tiel im Gebiet Betuwe rechts der Waal und Zaltbommel am linken Ufer.

Die Waal queren die folgenden Brücken (flussabwärts von Ost nach West):

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]