Wachbataillon

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Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung
II
Verbandsabzeichen
Verbandsabzeichen
Aufstellung 15. Feb. 1957
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Organisationsbereich Wappen der Streitkräftebasis Streitkräftebasis
Truppengattung Jägertruppe (Heeresanteil)
Unterstellte
Truppenteile

7 Kompanien

Stärke 1033 Soldaten[1]
Unterstellung Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr
Standort Berlin
Motto Semper talis
(Stets gleich)
Marsch Yorckscher Marsch
Ausrüstung Mauser Modell 98
Kommandeur
Jetziger
Kommandeur
Oberstleutnant Dr. Axel Dohmen

Das Wachbataillon (eigentlich Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung oder kurz WachBtl BMVg) ist der Verband der Bundeswehr für den protokollarischen Ehrendienst bei Staatsbesuchen und anderen staatlichen Anlässen. Ausstattungs- und gliederungstechnisch handelt es sich beim Wachbataillon originär um einen infanteristischen Truppenteil. In dieser Eigenschaft ist es im Verteidigungsfall zur Sicherung des Verteidigungsministeriums und der Mitglieder und Objekte der Bundesregierung (wie beispielsweise zu Zeiten des Kalten Krieges des Ausweichsitzes der Verfassungsorgane des Bundes) verantwortlich.

Geschichte[Bearbeiten]

Richard von Weizsäcker empfängt den Präsidenten von Guatemala, Marco Vinicio Cerezo Arévalo, mit militärischen Ehren. Beide schreiten eine Ehrenformation des Wachbataillons ab (1986).
Ein Ehrenspalier des Wachbataillons zum Abschied von Barack Obama bei seinem Berlin-Besuch im Jahr 2013.

Nachdem ursprünglich der Bundesgrenzschutz die Aufgabe des protokollarischen Ehrendienstes für die Bundesregierung innegehabt hatte, wurde das Wachbataillon als einer der ersten Verbände der Bundeswehr am 15. Februar 1957 in Rheinbach aufgestellt und übernahm die militärische Repräsentation der Bundesrepublik Deutschland. Es bestand zunächst aus einer Stabs- und Versorgungskompanie, zwei Wachkompanien, einer Feldjägerkompanie und dem Lehrmusikkorps und gehörte ausschließlich dem Heer an. Der Kader der beiden Wachkompanien wurde aus der Unteroffizierlehrkompanie gebildet, die bereits seit 1956 protokollarische Einsätze ausgeführt hatte und aus früheren Angehörigen des Bundesgrenzschutzes bestand. Die Feldjägerkompanie wurde bereits 1958 an das Feldjägerbataillon BMVg abgegeben. Am 11. Februar 1959 wurde das Bataillon in die Brückberg-Kaserne nach Siegburg verlegt. Das am 1. Juni 1959 in Stabsmusikkorps der Bundeswehr umbenannte Lehrmusikkorps wurde ebenfalls ausgegliedert. Am 4. Januar 1960 wurden die verbleibenden Kompanien laufend durchnummeriert, die Bezeichnungen 1. und 2. Wachkompanie wurden aufgegeben. Im Januar 1961 wurden erstmals Wehrpflichtige ins Wachbataillon übernommen. Am 1. Juli 1961 wurde die 4. Kompanie aufgestellt.

Bereits seit August 1959 fanden protokollarische Einsätze unter Beteiligung aller Teilstreitkräfte statt. Die Luftwaffenkompanie dazu kam vom Fliegerhorst Köln-Wahn, die Marinekompanie wurde von der Marineunteroffizierschule Plön gestellt. Um die organisatorischen Schwierigkeiten zu verringern, wurde die Luftwaffenkompanie bereits Ende 1959 ebenfalls in die Brückberg-Kaserne verlegt und später als 5. Kompanie ins Wachbataillon eingegliedert. Erst am 28. Juni 1973 wurde die 9. Inspektion der Marineküstendienstschule von Neustadt an der Ostsee nach Siegburg verlegt und als 4. Kompanie dem Wachbataillon eingegliedert. Die bisherige 4. Kompanie wurde dazu in 3. Kompanie umbenannt, die bisherige 3. Kompanie wurde aufgelöst.

Am 13. Mai 1961 übernahm das Wachbataillon die Tradition des Ersten Garde-Regiments zu Fuß und des Infanterie-Regiments 9. Im Januar 1963 wurde das Ärmelband „Wachbataillon“ verliehen. Die im November 1962 aufgestellte Wachausbildungskompanie 708 begann im April 1963 mit der Ausbildung von Heeressoldaten für das Wachbataillon. Im Mai 1965 verlieh Bundespräsident Heinrich Lübke dem Bataillon die erste Truppenfahne der Bundeswehr. Am 1. Dezember 1974 wechselte die Unterstellung des Wachbataillons vom Wehrbereich III zum Sicherungs- und Versorgungsregiment beim Bundesministerium der Verteidigung. Am 1. Oktober 1989 wurde in der Brückberg-Kaserne die 6. Kompanie aufgestellt.

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 begannen protokollarische Einsätze in Berlin schnell zuzunehmen. Am 1. April 1995 wurden daher die 2. Kompanie des Wachbataillons und die Wachausbildungskompanie 902 (bis 1982 Wachausbildungskompanie 708), die zuletzt die Grundausbildung der Heeres- und Marinesoldaten für das Wachbataillon durchgeführt hatte, von Bergisch Gladbach in die Julius-Leber-Kaserne in Berlin verlegt. Die Ausbildungskompanie wurde zur regulären Protokoll- und Sicherungskompanie und als 7. Kompanie dem Wachbataillon eingegliedert.

Bereits im März 1991 war die 3. Kompanie aus der Hermann-Löns-Kaserne in Bergisch Gladbach in die Brückberg-Kaserne in Siegburg verlegt worden. Der Umzug von Teilen der Bundesregierung und des Bundespräsidenten nach Berlin im Sommer 1999 erforderte schließlich die Verlegung des größten Teils des Wachbataillons nach Berlin. Die im Frieden inaktive Feldersatzkompanie wurde aufgegeben. Am 1. Juli 2008 wurde die 8. Kompanie in 9. Kompanie umbenannt und eine neue Protokoll- und Sicherungskompanie der Luftwaffe als 8. Kompanie aufgestellt.

Am 26. April 2014 verabschiedete sich das Wachbataillon nach 55 Jahren in der Brückberg-Kaserne mit einem Großen Zapfenstreich endgültig aus Siegburg. Ende September 2014 wird auch die letzte Kompanie von Siegburg nach Berlin verlegt.[2]

Auftrag[Bearbeiten]

Das Wirken und die Einsätze des Wachbataillons richten sich dabei nach dem internationalen Protokoll. Die zur Durchführung der militärischen Zeremonielle notwendige musikalische Begleitung erfolgt dabei in der Regel durch das Stabsmusikkorps der Bundeswehr oder das Musikkorps der Bundeswehr.

Aufgrund dieser öffentlichkeitswirksamen repräsentativen Aufgaben und der daraus resultierenden Medienpräsenz gehört das Wachbataillon zu den bekanntesten Truppenteilen der Bundeswehr. Insbesondere das jährliche Rekrutengelöbnis am 20. Juli zum Gedenken an das Attentat vom 20. Juli 1944, das seit 1999 im Bendlerblock und seit 2008 auf dem Platz der Republik abgehalten wurde, spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Der Sicherungsauftrag der Bundesregierung spielt im Dienstalltag des Wachbataillons eine untergeordnete Rolle, die Protokollaufgaben und -ausbildungen haben Vorrang. Da nach dem Ende des Kalten Krieges ein direkter militärischer Angriff auf deutsches Staatsgebiet ohnehin kaum wahrscheinlich ist, ist diese Aufgabe auch zunehmend obsolet geworden. Das Wachbataillon nimmt – im Gegensatz zu Repräsentationseinheiten anderer Staaten wie beispielsweise der britischen Garde – nicht an militärischen Einsätzen im Ausland teil. Das Bataillon ist durch die hohe Zahl an protokollarischen Einsätzen in Deutschland ausgelastet, seine Soldaten für den infanteristischen Gefechtseinsatz nur bedingt ausgebildet.

Das Wachbataillon verwendete lange Zeit in den Protokollkompanien grundsätzlich keine Frauen. Dies hatte in erster Linie den medizinischen Grund, da bestimmte Exerziergriffe für Frauen mit gesundheitlichen Risiken behaftet sind (beispielsweise das Schlagen des Gewehrs gegen die Brust). Zudem wurde Wert darauf gelegt, die militärische Repräsentation Deutschlands vor allem durch Wehrpflichtige (die ja keine Frauen sein konnten) als Spiegelbild der Gesellschaft zu erweisen. In der Stabskompanie jedoch leisten auch weibliche Soldaten ihren Dienst. Am 10. März 2011 diente erstmals eine Soldatin im protokollarischen Einsatz. Beim Großen Zapfenstreich zur Verabschiedung Karl-Theodor zu Guttenbergs marschierte erstmals ein weiblicher Stabsunteroffizier als Fackelträger ein und nahm eine der Positionen neben dem Podest des zu Ehrenden ein[3].

Das Wachbataillon wird in den Medien und in der Öffentlichkeit häufig mit dem Begriff „Garde“ bezeichnet. Diese Benennung existiert jedoch in der Bundeswehr nicht; bereits seit dem Ende des Ersten Weltkriegs gibt es in deutschen Streitkräften keine Gardeeinheiten mehr.

Details zu den Abläufen des deutschen Militärprotokolls finden sich unter Militärische Ehren bzw. den dort angegebenen Weiterleitungen.

Organisation[Bearbeiten]

Barettabzeichen
Internes Verbandsabzeichen des Wachbataillons
Wappen der 2. Kompanie für den Feldanzug

Mit insgesamt sieben Kompanien und mehr als 1.000 Angehörigen zählt das Wachbataillon zu den größten Bataillonen der Bundeswehr. Es ist in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin-Wedding stationiert.[4] Seit 2001 ist es dem Organisationsbereich der Streitkräftebasis unterstellt, nachdem es zuvor Teil des Heeres gewesen war. Ihm gehören Soldaten an, die die Uniformen aller drei TeilstreitkräfteHeer, Marine und Luftwaffe – tragen und teilweise von diesen Teilstreitkräften in das Wachbataillon versetzt wurden.

Das Bataillon ist in sieben Kompanien gegliedert, darunter eine Stabs- und Versorgungskompanie. Die übrigen sechs Einheiten sind Protokollkompanien: vier gehören zum Heer und jeweils eine zu Luftwaffe und Marine. Alle Protokollkompanien wirken nach einer bestandenen Protokollabnahme, in der die Soldaten ihre protokollarischen Fähigkeiten zeigen und bei Bedarf wiederholen müssen, im protokollarischen Ehrendienst mit. Die Soldaten sind gemäß ihrer Kompanie einer Teilstreitkraft zugeordnet, sind aber auch mit den Protokoll-Uniformen der anderen Teilstreitkräfte ausgestattet.

Kompanie Kompanieart Zuordnung stationiert in
1./WachBtl BMVg Stabs- und Versorgungskompanie Heer Berlin
2./WachBtl BMVg Protokollkompanie Heer Berlin
3./WachBtl BMVg Protokollkompanie Heer Berlin
4./WachBtl BMVg Protokollkompanie Marine Berlin
5./WachBtl BMVg Protokollkompanie Luftwaffe Berlin
6./WachBtl BMVg Protokollkompanie Heer Berlin
7./WachBtl BMVg Protokollkompanie Heer Berlin

Rekrutierung und Ausbildung[Bearbeiten]

Das Wachbataillon ist für seine fordernde Ausbildung sowie seine strikte militärische Disziplin und seinen hohen Korpsgeist bekannt. Der Ablauf von Großen Zapfenstreichen, Gelöbnissen, Empfängen mit militärischen Ehren und anderen protokollarischen Ritualen und Zeremonien wird intensiv geübt. Zum protokollarischen Ehrendienst im Wachbataillon werden nur Soldaten zugelassen, die eine Körpergröße von 179 cm bis 195 cm haben. Angehörige des Wachbataillons erhalten eine spezielle Ausbildung im Marschieren in Formationen und in der Handhabung des Karabiners. Neben der Protokollausbildung erhalten die Soldaten eine Ausbildung, die Gemeinsamkeiten mit denen der Jägertruppe aufweist.

Ausrüstung[Bearbeiten]

Bewaffnung[Bearbeiten]

Soldaten des Wachbataillons bei einer Parade in Rom

Die Bewaffnung des Wachbataillons entspricht der einer normalen Infanterieeinheit der Bundeswehr, wobei auf schwere Waffen (wie Mörser) oder gepanzerte Waffenträger (Wiesel) verzichtet wird. Anders als Repräsentationseinheiten vieler anderer Staaten verwendet das Wachbataillon für zeremonielle Anlässe keine aktuellen Sturmgewehre, sondern den K98k (Karabiner 98 kurz) aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die eingesetzten Exemplare sind nicht mehr schussfähig. Bei Schauauftritten so genannter Drillteams kann jedoch noch mit Platzpatronen geschossen werden. Erst 1995 wurden von den aus der Zeit vor 1945 stammenden Karabinern das teilweise noch vorhandene Hakenkreuz entfernt, nachdem dies im Bundestag seitens der SPD kritisiert worden war[5]. In seinem Auftrag zur Sicherung des Ministeriums und der Bundesregierung verwendet das Wachbataillon hingegen die übliche Bewaffnung der Bundeswehr.

Seit 2006 ist das Wachbataillon außerdem mit sechs Feldhaubitzen M101 Kaliber 105 mm ausgerüstet, um damit gemäß internationalem Protokoll Salutschüsse zur Ehrung entsprechender Würdenträger abgeben zu können. Der Salutauftrag oblag vorher dem Feldartilleriebataillon 545 in Niederlahnstein, von dem auch die Geschütze übernommen wurden.

Uniform[Bearbeiten]

Ärmelband des Wachbataillons

Die Dienstanzüge des Bataillons entsprechen im Wesentlichen den Uniformen der Teilstreitkräfte. Im Regelfall werden die Rekruten auch mit Dienstanzügen aller drei Teilstreitkräfte ausgestattet. Als Besonderheit tragen die Soldaten im Dienstanzug Ausführung Heer und Luftwaffe ein Ärmelband mit der Aufschrift Wachbataillon. Ein entsprechendes Ärmelband mit dem Namen ihres Verbandes tragen im Heer ansonsten nur die Angehörigen der Panzerlehrbrigade 9, der Offizierschule des Heeres sowie der Unteroffizierschule des Heeres. Zur Luftwaffenuniform (Feld- und Dienstanzug) und zur Marineuniform (nur Feldanzug) tragen die Soldaten kein Schiffchen, sondern ein blaues Barett analog zu den Objektschutzstaffeln der Luftwaffe und der Marineschutzkräfte. Als Truppenteil der Infanterie ist das Barett für die Heeresuniformträger in grün. Das Barettabzeichen aller Heeres-, Marine- und Luftwaffenkompanien zeigt (mittlerweile) das gotische W für Wachbataillon im Eichenlaub. Früher trugen die Soldaten der Marine- und Luftwaffenkompanien das der jeweiligen Sicherungstruppe ihrer Teilstreitkraft. Damit hat – in der Größenordnung eines Bataillons – nur das Wachbataillon in der Bundeswehr ein eigenes Barettabzeichen. Zur Dienstuniform in Marineausführung tragen die Mannschaften eine Tellermütze mit weißem Bezug und einem Mützenband mit goldenem Namenszug Wachbataillon.

Das interne Verbandsabzeichen - getragen am Dienst- oder Feldanzug in der Ausführung Heer oder Luftwaffe sowie am Feldanzug in der Ausführung Marine – zeigt ein entsprechendes gotisches W auf silbernem Grund. Das am Dienstanzug Ausführung Heer und Luftwaffe am linken Ärmel getragene eigentliche Verbandsabzeichen zeigt gemäß der ehemaligen truppendienstlichen Unterstellung unter das Sicherungs- und Versorgungsregiment beim Bundesministerium der Verteidigung (SichVersRgtBMVg) im kleinen Wappenschild das deutsche Wappen mit Bundesadler auf goldenem Grund auf schwarz-rot-goldenem Hauptwappenschild. Das Wappen ist mit einer silbernen Kordel und eingeflochtenem schwarzen Faden umrandet und hebt sich damit von den Abzeichen der Soldaten in den höheren militärischen Dienststellen im Bereich des Ministeriums (vgl. Führungsstab der Streitkräfte) ab, deren Abzeichen goldfarben umkordelt ist. Nach Unterstellung zur Streitkräftebasis als Teil des Wehrbereichs III wurde das Abzeichen nicht entsprechend geändert; im Übrigen ähnelt das jetzige Abzeichen aber bis auf die im Wehrbereichswappen vorhandene römische Ziffer III dem Wappen des Wehrbereichskommandos.

Besonderheiten des Wachbataillons[Bearbeiten]

Die einzigartige Aufgabenstellung des Wachbataillons spiegelt sich in einer Vielzahl von speziellen Vorschriften und Bestimmungen, die von denen der übrigen Bundeswehr teils erheblich abweichen, wider:

  • Das Wachbataillon verwendet zu den Einsätzen im protokollarischen Ehrendienst das Weißkoppelzeug sowie weiße Handschuhe und ungeschnürte schwarze Stiefel mit Eisenbeschlag an den Absätzen (Knobelbecher).
  • Das Wachbataillon verfügt über spezielle Leichtgewichtshelme aus Kunststoff, die den protokollarischen Einsätzen Rechnung tragen und das lange Tragen des Helmes erleichtern sollen.
  • Beim Dienstanzug der Marine verzichtet das Wachbataillon auf die Dienstgradabzeichen der Mannschaften (diagonale Streifen auf dem Oberärmel der Uniformjacke).
  • Das Wachbataillon exerziert als einziger Verband der Bundeswehr die Gewehrgriffe des alten preußischen Exerzierreglements, das in seinen Grundzügen noch aus der Zeit Friedrichs II. von Preußen stammt und bis 1945 allgemein in den deutschen Streitkräften verwendet wurde. Grund dafür ist der höhere Schau- und Repräsentationswert dieses Reglements, der dem protokollarischen Auftrag des Bataillons entspricht.
  • Obwohl der dem Heer zugeordnete Teil des Wachbataillon Teil der Jägertruppe ist, wurden die Heeresuniformträger im niedrigsten Dienstgrad nicht „Jäger“, sondern „Grenadiere“ genannt.
  • Das Wachbataillon verfügt seit 1996 über eine eigene Zentrale Dienstvorschrift in zwei Bänden: Die Semper Talis, ein Akronym für „Standardeinsätze mit protokollarischen Empfehlungen und Richtlinien“ (Band 1) und „Tabellarische Darstellung der Abläufe und Listen“ (Band 2).
  • Den Gepflogenheiten des internationalen Protokolls entsprechend dürfen Soldaten des Wachbataillons im Dienst weder Brillen noch Bärte tragen. Des Weiteren muss die Kopfbehaarung an den Seiten mindestens eine Länge von 6 mm sowie auf dem Kopf mindestens 12 mm aufweisen.
Eine Marinekompanie des Wachbataillons bei einem Staatsempfang für Königin Elisabeth II. im Schloss Augustusburg

Tradition und Herkunft[Bearbeiten]

Das Wachbataillon führt aufgrund einer Ausnahmeregelung zum Traditionserlass seine Herkunft über das Infanterie-Regiment 9 der Reichswehr und das 1. Garde-Regiment zu Fuß der preußischen Armee bis ins Jahr 1675 (Lange Kerls) zurück und ist damit der einzige Verband mit einer offiziellen Tradition aus der Zeit vor Errichtung der Bundeswehr. Sein Schlachtruf ist daher in Anlehnung an das 1. Garde-Regiment zu Fuß „Semper Talis“ (lat.: „Immer gleich“ oder auch „Immer vortrefflich“). Das I. Bataillon dieses Regiments führte den Spruch im Helmzierat. Durch die Fortführung dieser Tradition ist das Wachbataillon eng mit dem Semper talis Bund (StB), dem Haus Hohenzollern und dem von Rohdich’schen Legatenfonds verbunden.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Markus Euskirchen: Militärrituale. Analyse und Kritik eines Herrschaftsinstruments. (= PapyRossa-Hochschulschriften. Bd. 59). PapyRossa-Verlag, Köln 2005, ISBN 3-89438-329-1, S. 90ff. (Zugleich: Berlin, Freie Univ., Diss., 2004).
  • Thorsten Loch (Hrsg.): Das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung (1957–2007). Geschichte – Auftrag – Tradition. Mittler, Hamburg 2007, ISBN 978-3-8132-0889-4.
  • Wachbataillon beim BMVg (Hrsg.): 55 Jahre Wachbataillon BMVg. 2012.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BMVg.de: Das Wachbataillon – Ehrengarde der Bundeswehr
  2. Wachbataillon verabschiedet sich aus Siegburg [1]
  3. gut zu erkennen in diesem Video
  4. Das Wachbataillon – Ehrengarde der Bundeswehr [2]
  5.  Hakenkreuze präsentiert. In: Der Spiegel. Nr. 38, 1995, S. 16a (18. September 1995, online).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wachbataillon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

52.55657713.319399Koordinaten: 52° 33′ 23,7″ N, 13° 19′ 9,8″ O