Wachregiment Feliks Dzierzynski

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Wachregiment „Feliks Dzierzynski“
Emblema Stasi.svg
Wappen des MfS
Aktiv 1954 bis 2. Oktober 1990
Land Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik
Streitkräfte Ministerium für Staatssicherheit
Truppengattung Infanterie
Typ Infanterieregiment
Grobgliederung siehe unten
Stärke Zuletzt 11.426 Mann
Garnison Berlin
Regimentskommandeur
letzter Kdr. Generalmajor Manfred Döring

Das Wachregiment „Feliks Dzierzynski“ war ein paramilitärischer Verband und Teil der Bewaffneten Organe der DDR. Es wurde im November 1954 gegründet und unterstand dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR. Benannt war es nach Felix Edmundowitsch Dserschinski, dem Gründer der sowjetrussischen Geheimpolizei Tscheka.

Geschichte[Bearbeiten]

Erich Mielke bei der Verleihung des Namens Feliks Edmundowitsch Dzierzynski am 15. Dezember 1967
Mielke (2. v. r.) heftet das Namensband an die Truppenfahne des Wachregiments

Das Anfang 1951 entstandene Wachbataillon A beim MfS war an der Niederschlagung des Aufstands vom 17. Juni 1953 beteiligt. Das Wachregiment als militärischer Arm des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR wurde dann im November 1954 aufgestellt. Der Stab war in Berlin-Adlershof untergebracht. Einheiten des Wachregiments sicherten unter anderem den Mauerbau in Berlin 1961. Im Jahr 1967 erhielt das Wachregiment den Namen Feliks Dzierzynski. Seit Mitte der 1980er Jahre unterstand das Wachregiment direkt der Arbeitsgruppe des Ministers Erich Mielke. Dem Wachregiment unterstanden 1989 mehr als 11.000 Mann. Es wurde nach der Wende in der DDR Anfang 1990 aufgelöst. Im November 2012 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatz in Massow ein Gedenkstein aufgestellt, der an das Wachregiment erinnern sollte. Einige Tage später veranlasste der Grundstückseigentümer die Entfernung des Steins.[1]

Auftrag[Bearbeiten]

Die Aufgaben umfassten vor allem den militärisch-operativen Wach- und Sicherungsdienst (MOWSD) an Staats- und Parteieinrichtungen auf dem Gebiet Ost-Berlins und Umgebung. In den Bezirksstädten der DDR wurde dieser Auftrag von kleineren Wach- und Sicherungseinheiten (WSE) durchgeführt. Diese WSE hatten ihre Dienstobjekte üblicherweise auf dem Gelände der jeweiligen Bezirksverwaltung des MfS. Das Wachregiment bildete auch die operativ-militärische Reserve der Regierung zur Sicherung der öffentlichen Ordnung und der Regierung.

Weitere Aufgaben waren:

  • Sicherung von Großveranstaltungen (auch in Zivil).
  • Sicherung der Wandlitzer Waldsiedlung (Wohnobjekt der Partei- und Staatsführung)
  • Sicherung besonderer militärischer Anlagen (Führungseinrichtungen/Bunker), z. B. Kommando 4
  • Bau der Bunkeranlagen (z. B. Objekt 5001 und 5005) durch das Baubataillon des Kommandos 4
  • Sicherung und Bewachung von Bauplätzen und Anlagen des Ministeriums innerhalb und außerhalb von Berlin (DE87)
  • Spezielle Einheiten von Gruppen- bis Kompaniestärke unterstützten auch andere Hauptabteilungen des MfS in diversen Bereichen (z. B. Ehrenkompanie (28. und 29. MSK im 10. MSB), Übernahme spezieller Sicherungsmaßnahmen, Transportschutz, Ministerreserve (jeweils Kommando A und/oder 30. Mot.-Schützen Kompanie (MSK) im 10. Mot.-Schützen Bataillon (MSB)) Hundestaffel).

Seit mindestens 1987 hießen die Ehrenkompanien 13., 14. und RSK (Regulierungs- und Standortkompanie). Zusätzlich deckten diese Kompanien die Bewachung des Objektes (Adlershof) sowie den Arrest ab.

Organisation[Bearbeiten]

Da das Regiment dem Ministerium für Staatssicherheit unterstellt war und damit offiziell nicht den Streitkräften angehörte, konnte es so trotz des Vier-Mächte-Status-bedingten Stationierungsverbots in Berlin-Adlershof stationiert werden. Im Regiment dienten Berufs- und Zeitsoldaten.

Gliederung[Bearbeiten]

Die Unterteilung war in Kommandos gegliedert (Stand 1980 bis 1989)

Der Standort Ahrensfelde wurde vom Wachregiment erst Mitte Januar 1989 übernommen. Bis dahin war er Unterkunftsobjekt für aus UaZ gebildete Einheiten des Ministeriums für Staatssicherheit (z. B. Sicherungseinheiten der VRD, BdL, HA VI, AGMS). Diese uniformierten Verbände waren ebenso wie die Wach- und Sicherungseinheiten der Bezirksverwaltungen des MfS (BV) keine Untergliederungen des Wachregiments. Teile dieser Einheiten wurden im Januar 1989 in das Wachregiment eingegliedert, weshalb der Standort Ahrensfelde vom Wachregiment übernommen wurde. Bis 1989 hatte das Wachregiment auch keine „Standorte in den Bezirken“. Die Dienstobjekte dort wurden durch die WSE bewacht, die den jeweiligen BV unterstellt waren.

Eine Kompanie bestand aus 100 Mot.-Schützen zu jeweils drei Zügen und drei Gruppen. Eine Ausnahme bildete der 3. Zug; er bestand aus vier Mot.-Schützen-Gruppen. Die 10. MSG einer jeden Kompanie wurde an Panzerabwehrwaffen ausgebildet.

Standorte[Bearbeiten]

Adlershof[Bearbeiten]

Blick aus dem 2. Stock des ehem. Stabsgebäude 1 auf das ehem. Stabsgebäude 2 linke Seite (heute Musikschule Joseph Schmidt); Foto von 2011.
Blick aus dem 2. Stock des ehem. Stabsgebäude 1 auf das ehem. Stabsgebäude 2 rechte Seite plus ehem. Wohnheim (heute Beratungszentrum für in Not geratene Frauen und Bezirksamt Treptow-Köpenick); Foto von 2011.

Der Standort in Adlershof umfasste:

  • Kaserne
    • Stabsgebäude Stab I (militärische Führung)
    • Stabsgebäude Stab II (Personalleitung, Rückwärtige Dienste, Politabteilung und Rechenzentrum)
    • Wohnheim für Berufssoldaten (von den 3 Jahre dienenden UAZ auch als „Blauer Affe“ bezeichnet)
    • Speisesaal I (Hauptgebäude) und II (roter Saal)
    • Wache
    • Militärarrest
    • Lager
    • Kfz-Park
    • Stationiert: Pionierbataillon; Transportbataillon; Musikkapelle; Kommando A
  • Einrichtungen
    • Schwimmbad
    • Sauna mit Tauchbecken
    • Konzerthalle mit Kino
    • Konsum-Verkaufsstelle in der Nähe des Haupteingangs Rudower Chaussee
    • Friseur
    • Post
    • Sparkasse
    • Medpunkt (Poliklinik)
    • Restaurant zwischen Speisesaal und Kino (Kulturhaus).
Freigelegter Schriftzug

Fast alle Gebäude wurden abgerissen. Übrig blieben der Exerzierplatz zwischen Rudower Chaussee und der erst nach der Wende neu geschaffenen Hans-Schmidt-Straße und die Kasernen ebenda. In ihnen befinden sich heute neben verschiedenen Unternehmen diverse Behörden des Bezirks Treptow-Köpenick (Agentur für Arbeit, Bezirksamt) und eine Musikschule. Im Hauptsitz Hans-Schmidt-Straße 4 befindet sich heute ein vom Senat für kulturelle Angelegenheiten gefördertes Atelierhaus für Künstler. Im zweiten Stock des ehemaligen Hauptbüros wurde 2010 bei Renovierungsarbeiten an einer Wand der in den Putz gemalte Name des Wachregiments freigelegt und unter Denkmalschutz gestellt.

Erkner[Bearbeiten]

Standort Erkner Kommando 2

  • Hauptwache, Nebeneingang mit Wachgebäude mit Personen- und Fahrzeugschleuse
  • Stabsgebäude
  • KFZ Fuhrpark
  • Verkaufseinrichtungen
  • Sportraum, Fußballplatz, Kraftraum
  • Schulgebäude
  • Essensgebäude für Offiziere, getrennt von Soldaten
  • Mannschaftsunterkünfte
  • Medpunkt
  • Sturmbahn
  • Feuerwehr
  • Exerzierplatz
  • Heizhaus
  • Friseur

Im Standort Erkner waren Wacheinheiten untergebracht, die zum Beispiel für folgende Wachobjekte zuständig waren: Waldsiedlung Wandlitz, Oberstes Gericht, Palast der Republik, Gebäude des ZK der SED, AdM – Amtssitz des Ministerrates sowie das Staatsratsgebäude in Berlin-Mitte; Gosen, Hans-Loch-Straße (Fahrbereitschaft MfS), Normannenstraße, Gotlindestraße, Regierungskrankenhaus Berlin-Buch sowie in Groß Dölln in der Schorfheide, in Berlin-Hohenschönhausen und Schloss Niederschönhausen. Mit beginnender Auflösung des MfS/AfNS kam noch das Objekt der Geophysik in Karlshorst dazu.

Der Standort in Erkner war seit Mitte der 1980er-Jahre Sitz des Stabs von Kommando 4. Die Wacheinheiten befanden sich jedoch in Prenden und Biesenthal.

Prenden[Bearbeiten]

  • Kaserne
  • Objekt
  • Bunker für die Staats- und Regierungsführung

Teupitz (TÜT)[Bearbeiten]

Am Truppenübungsplatz Teupitz (TÜT) gab es folgende Einrichtungen:

  • Kaserne
  • die Kommandantur des Truppenübungsplatzes als eingenständige Einheit
  • den Truppenübungsplatz mit einer Gesamtfläche von ca. 5000 ha
    • Schießplatz I für praktische Ausbildung (Sturmgewehr, Panzerabwehr)
    • Schießplatz II für theoretische Ausbildung
    • Schießbahn für RPG Panzerabwehrgranaten
    • Sturmbahn
    • Häuserkampfplatz I
    • Häuserkampfplatz II
    • Feldlager
    • „Tabaksee“ für SPW-Schwimmübungen
    • Kfz-Lehrbahn mit Schulungsgebäude für SPW-Ausbildung
    • SPW-Kanzel-Schießplatz mit Lasertechnik
    • Handgranaten Wurfplatz
    • Turnhalle
    • Judohalle zur Kampfsportausbildung (Jiu Jitsu)
    • Sportplatz
    • Tennisplatz
    • Munitionslager mit Hochspannungssicherungsanlage (HSA)
    • Fuhrpark mit großen Hallen
    • Fahrertrainingsstrecke für Zivilfahrzeuge
    • Mobilmachungspark im Munitionslager
    • Unteroffiziersschule für Militärkraftfahrer und für Gruppenführer (GFAK)
    • 1. und 2. GFAK für das Wachregiment, 3. GFAK für den Einsatz in den Wach- und Sicherungseinheiten der Bezirke. Unterbringung erfolgte in Baracken,
  • Kultur- und Veranstaltungshaus (Kino, Bühne, Restaurant)
  • Medpunkt (Poliklinik) mit Operationssaal und dauerhaft anwesender Ärzteschar/Unfallchirurgie
  • Verkaufsstelle (MHO)
  • Speisesaal und Kasernenküche (Offiziere und Mannschaften getrennt)
  • Kfz.-Gruppenführer-und Militärkraftfahrerschule

Personalentwicklung[Bearbeiten]

Die Mannstärke des Wachregiments betrug:

1955: 1.475
1960: 4.372
1965: 5.121
1970: 7.924
1975: 9.245
1980: 10.082
1985: 10.192
1989: 11.426

Damit besaß der aus Traditionsgründen nach wie vor als „Regiment“ bezeichnete Verband seit etwa 1980 faktisch Divisionsstärke.

Führung[Bearbeiten]

Kommandeure des Wachregiments waren:

Rekrutierung und Ausbildung[Bearbeiten]

Im Wachregiment wurde die Wehrpflicht als WED (Wehrersatzdienst) abgeleistet. Die Dienstzeit für Wehrpflichtige betrug drei Jahre. Einberufen wurde im Gegensatz zur NVA bereits im April und September/Oktober, also einen Monat früher.

Zum Wehrdienst im Wachregiment wurden ausschließlich Rekruten aus als politisch besonders zuverlässig geltenden Familien (keine Verwandte ersten Grades in der Bundesrepublik Deutschland) eingezogen, wobei ein ausdrücklicher Wunsch des Wehrpflichtigen nur in wenigen Fällen eine Rolle spielte. Grundsätzlich wurden eventuelle Rekruten bereits durch die entsprechenden MfS-Kreis- und Bezirksdienststellen gesichtet ausgewählt und anschließend der Einberufungsbehörde (Wehrkreiskommando) als eventuelle Anwärter für das Wachregiment Berlin genannt. Mit den Rekruten fand in der Mehrheit aller Fälle kein Vorgespräch statt, sondern sie wurden zur entsprechenden MfS-Kreis-oder Bezirksbehörde bestellt, wo die Betroffenen auf ihre politische Zuverlässigkeit hin geprüft wurden und ihnen ein dreijähriger Wehrdienst vorgeschlagen wurde – oft unter der Prämisse bei Abiturienten, einen der begehrteren Studienplätze zu erhalten. Diese Auswahl für „Dreijährige“ nahm ihren Anfang immer in den Wehrbezirkskommandos der 15 DDR-Bezirke, welche die führende Übersicht über alle einzuziehenden Jahrgänge innerhalb der DDR hatten. Bei der elitären Personal-Vorauswahl durch die Staatssicherheit konnte kein Wehrkreiskommando mitreden. Das MfS überprüfte grundsätzlich alle Wehrpflichtigen, die sich zu einem dreijährigen Wehrdienst bereit erklärt hatten, und filterte aus diesem Bestand seine Rekruten heraus, die physisch und psychisch als besonders belastbar eingestuft wurden. Neben den Söhnen der Funktionäre der Schlüsselindustrien und des diplomatischen Corps absolvierten diese Jugendlichen in der Regel innerhalb der ersten sechs Monate die Unteroffiziersschule in Teupitz, um dann als Gruppenführer zehn bis zwölf Soldaten, Gefreite und Unteroffiziere zu führen. Höchstes Karrierelevel innerhalb der drei Jahre Wehrpflicht war der Dienstgrad Feldwebel, welcher auf der Position des Feldwebels (im Volksmund „Spieß“ oder „Fahnenjunker“), des Gruppenführers und stellvertretenden Zugführers – oder des Zugführers eingesetzt wurde. Die Position des ZF oder des Feldwebels im Innendienst stellte die Dienststellung eines Leutnants dar. Diese Stelleninhaber wurden zwar nach Absolvieren des Wehrdienstes als Offizier der Reserve eingestuft, aber nie eingesetzt. Im Wachregiment wurden keine Reservisten eingesetzt; Soldaten, die im Wachregiment ihren Grundwehrdienst abgeleistet hatten, wurden in der Regel nicht wieder dorthin eingezogen. Unter ein Prozent wurden Kundschafter bzw. gute Agenten. Jährlich wurde mindestens einmal eine Regimentsübung durchgeführt. Bei dieser war fast das ganze Regiment im Einsatz. Die Übungen wurden zum Teil auch unter Atomkriegsbedingungen abgehalten. Teile des Regiments in Teupitz bildeten Offiziere aus sozialistisch orientierten afrikanischen Staaten und sowjetische Einheiten aus und begleiteten den Abzug der Sowjetarmee als Beobachter in Afghanistan für sechs Wochen (General Döhring Befehl 88/89).

Am Entlassungstag „verzierten“ viele Wehrpflichtige in Adlershof traditionell mit ihren Spind-Vorhängeschlössern den Zaun des gegenüberliegenden Grundstücks, eines Objekts des Fernsehens der DDR. Der Ordnung halber entfernte das Wachregiment die Vorhängeschlösser kurz darauf wieder mit Hilfe von Bolzenschneidern – oder mit Hilfe derer, die der KD (Kommandantendienst – ähnlich den Feldjägern) dabei ertappt hatte.

Ausrüstung[Bearbeiten]

Uniform[Bearbeiten]

Kragenspiegel für Offiziere und Fähnriche (rechts MfS)

Die Dienst- bzw. Ausgangsuniform des Regiments war eine NVA-Uniform aus qualitativ hochwertigem (Offiziers-)Stoff mit bordeauxrotem Kragenspiegel und braunem (Offiziers-)Lederkoppel. Der linke Ärmel war mit einem Ärmelstreifen und der Aufschrift „Wachregiment F. Dzierzynski“ versehen. Soldaten der MOS-Einheiten hatten typischerweise folgende persönliche Uniformen:

  • 1 × Dienstuniform (Schirmmütze, Uniformjacke, Paradehose, im Winter Mantel (Stiefelhosen, auch „Reiterhosen“ genannt), Hemd grau, Binder, Offizierstiefel genarbt, braunes Koppel, bei großer Kälte Schaffellmantel natur [hell] ohne Rangabzeichen)
  • 1 × Ausgangsuniform (Schirmmütze, Uniformjacke, Ausgangshose, Hemd grau, Binder, im Winter Mantel Halbschuhe, braunes Koppel)
  • 1 × Felddienstuniform Sommer („ein Strich, kein Strich“, Stahlhelm („Eierschale“)/Käppi, graues Gurtkoppel, Offizierstiefel genarbt)
  • 1 × Felddienstuniform Winter (wattierte Hose und Jacke mit Webpelzkragen, einfarbig – olivgrün, Pelzmütze, graues Gurtkoppel, Offiziersstiefel genarbt, bei großer Kälte Filzstiefel)
  • 1 × Sonderdienstuniform (Uniformjacke, Paradehose (Stiefelhosen, auch „Reiterhosen“ genannt), Hemd grau, Binder, Offizierstiefel glatt, Koppel, Berufsunteroffiziersausführung mit mindestens Unteroffiziersschulterstücken (auch wenn der betreffende Soldat nur Soldat auf Zeit war und vom Rang nur Soldat) (nicht im persönlichen Schrank))
  • 1 × Drillich (Arbeitsuniform)
  • 1 × Dienstuniform Winter
  • 1 × Sportanzug „Dynamo“ in Weinrot, schwarze Turnschuhe

Im Kommando 4 – Eberswalde-Finow bei Bernau trugen UaZ, Berufsunteroffiziere und Berufsoffiziere reguläre Uniformen der NVA mit der Waffenfarbe schwarz (Pioniere) und weiß (Mot.-Schützen) zur Tarnung des Wachregimentseinsatzes.

Zivilkleidung[Bearbeiten]

Dienstlich[Bearbeiten]

Die Zivilkleidung wurde für Einsätze aus der Kleiderkammer ausgegeben und war ziemlich einheitlich ausgerichtet. Sie war oft für vermeintlich „Jugendliche“ untypisch, sodass die Kleidung nicht selten auffällig war. Die Zivilkleidung sollte ohnehin keine Tarnfunktion erfüllen, da die Anwesenheit von Sicherheitskräften im Gegenteil recht offen gezeigt wurde, was genau eine der Aufgabenstellungen des Wachregiments Berlin war. Getarnte Einsatzkräfte wurden vielfach zusätzlich postiert und blieben den Rekruten des Wachregiments unbekannt. Spätestens ab 1987 wurde auf entsprechenden Einsätzen nur noch private Zivilkleidung getragen.

Privat[Bearbeiten]

Nach sechs Monaten Dienstzeit gab es den ersten Urlaub, welcher in Uniform angetreten werden musste. Erst später (Unteroffizieren in Offiziersdienststellungen wurde das regelmäßig genehmigt) war es den SaZ und UaZ im Ausgang gestattet, private Zivilkleidung zu tragen. Von der Zivilbevölkerung wurden die Einheiten des Wachregiments mit dem Bau der Berliner Mauer in Verbindung gebracht. Nach Schikanierungen in Berliner Gaststätten und Tanzlokalen sowie Übergriffen auf Angehörige des Wachregiments in Ost-Berlin durfte seit 1987 der Ausgang nur noch in ziviler Kleidung erfolgen.

Bewaffnung[Bearbeiten]

AK-74

Das Wachregiment war mit Schützenwaffen (Pistole Makarow, Walther PP, Kalaschnikow AK-47(DDR-Produktion KMS-72), AK-74, LMG, RPG-7) bis hin zu leichten Schützenpanzerwagen (SPW 60 PB, SPW 70, PSH) ausgestattet.

Im Kommando 3 (stationiert am Truppenübungsplatz Teupitz – TÜT) gab es außerdem ein Bataillon mit Sonderbewaffnung. Es bestand aus einer Kompanie (1987 in eine Schützenkompanie umformiert), die mit dem rückstoßfreien schweren Panzer-Abwehr-Geschütz SPG-9 bewaffnet war, einer mit schweren Maschinengewehren ausgerüsteten Kompanie, 31. MSK mit 2 Zügen SMG und einem Scharfschützenzug, ausgerüstet mit dem SSG Dragunow, sowie der mit 70-mm-Fliegerabwehr-Raketen bewaffneten „Strela-2“-Kompanie. Bis 1982 gab es auch eine Artillerie-Abteilung. Diese war mit der 152-mm-Kanonenhaubitze bewaffnet. Früher hatte sie auch 85-mm-PaK D-44 sowie Granatwerfer der Kaliber 82 mm und 120 mm im Bestand.

Die Reguliererkompanie RSK war zusätzlich mit der AKS-74 ausgerüstet, um die Schulterstütze einklappen zu können. Zumindest in den 1970er-Jahren waren das damalige Aufklärungsbataillon, die Granatwerferbatterien und das I-Bataillon mit Kalaschnikow in der S-Variante ausgestattet. Sondereinheiten wie die Ehrenkompanien (28. und 29. MSK des 10. MSB) waren zusätzlich zu den oben genannten Waffen mit Karabinern sowie Säbeln ausgestattet. Das Kdo-A (Aufklärer)-untergebracht im Kdo.1 – Adlershof, hatte auch die kleine Maschinenpistole Skorpion aus tschechischer Produktion zur Verfügung.

Die Bewaffnung auf Wachgängen bestand aus der AK-74 sowie 90 Schuss scharfer Munition. In der Magazintasche befanden sich bei Unterbringung im Waffenschrank ein Leermagazin und drei volle Magazine. Während der Verlegungen wurde das Leermagazin in die Waffe eingesetzt, auf Wachgängen ein gefülltes Magazin. Turmposten trugen eine Pistole Makarow (9 mm Makarow) oder die AK 74 mit Kampfsatz. In den Einheiten wurden die Waffen in Waffenkammern abgegeben. Auf den Wachen gab es individuelle Lösungen – von der Waffenkammer bis zum Waffenschrank. Bei erhöhter Alarmbereitschaft waren die Waffen immer „am Mann“.

Den Wachsoldaten der Waldsiedlung war es anfänglich im Ernstfall nicht erlaubt, in das Objektinnere zu schießen. Später kam Munition zum Einsatz, welche eine sehr hohe „Mannstoppwirkung“ hatte. Sollte ein Eindringling den Postenweg direkt hinter der Mauer überwunden haben, musste er verfolgt werden. Zur Überwältigung war anfänglich der Einsatz der Schusswaffe untersagt. Anfänglich sollten Bajonett (Seitengewehr) oder Gewehrkolben benutzt werden.

Die Munition wurde in regelmäßigen Abständen auf Vollzähligkeit geprüft. Dazu wurden die Sichtfenster an den Magazinen genutzt, teilweise auch sogenannte Messeinheiten, Metallstäbe, die dann hinter der Munition ins Magazin eingeführt wurden – das wurde vom Vorgesetzten kontrolliert und dokumentiert. Als Übungsmunition (Platzpatronen) kamen anfangs Patronen zum Einsatz, die nur mit Pulver gefüllt und am vorderen Ende zusammengekröpft waren. Bei Verwendung der Übungsmunition wurde ein sogenannter Mündungskompensator aufgeschraubt. Dieser sollte garantieren, dass nicht all zu viel Treibgase aus der Laufmündung entweichen konnten, um somit ein einwandfreies Repetieren zu garantieren.

Transport[Bearbeiten]

Für Mannschaftstransporte standen hauptsächlich LKW vom Typ W50 und des Herstellers Uralski Awtomobilny Sawod bereit. Im Design entsprachen diese den Fahrzeugen der NVA, trugen jedoch das amtliche Kennzeichen der Volkspolizei mit den übereinander angeordneten Buchstaben VP. Bei Veranstaltungen wurden Ikarus-Busse eingesetzt.

Zusatzausrüstung[Bearbeiten]

Für Großveranstaltungen gab es als Zusatzausrüstung Schlagstöcke (flexibel), ab 1989 Schlagstock (fest), Schilde und Helme sowie Führungsketten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wachregiment Feliks Dzierzynski – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wachregiment F. E. Dzierzynski Der Stein des Anstoßes 21. November 2012 Andreas Kopietz in der Berliner Zeitung
  2. Eberhard Rebohle: Rote Spiegel - Wachsoldaten in der DDR, edition ost, 2009