Wachstumswert

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Unter einem Wachstumswert (englisch: growth stock) versteht man eine Aktiengesellschaft, die über einen langen Zeitraum – unter Umständen Jahrzehnte – hinweg ein stetiges, weitgehend konjunkturunabhängiges und besonders hohes Umsatz- und Gewinn-Wachstum aufweist. Voraussetzung hierfür ist ein Geschäftsmodell, das sich durch Gewinnung zusätzlicher Marktanteile, Ausnutzung eines Marktwachstums, regionale Expansion oder durch Übertragung bewährter betriebswirtschaftlicher Verfahren und Abläufe auf neue Produkte und Dienstleistungen immer weiter vervielfältigen lässt.

Wachstumswerte sind seltene Ausnahmeunternehmen. Bekannte Wachstumswerte sind oder waren zum Beispiel Coca-Cola, Wal-Mart und Microsoft, die Internet-Unternehmen eBay und Google sowie der Modehersteller Gerry Weber und die Optikkette Fielmann.

In der Finanzliteratur wird der Begriff „Wachstumswert“ gelegentlich auf Hochtechnologie-Unternehmen (sogenannte Technologiewerte) beschränkt und der Konjunkturaspekt ignoriert. Diese Definition geht zurück auf die Zeit des New-Economy-Booms um 1999–2001, als die Deutsche Börse AG den Begriff „Wachstumswert“ pauschal auf alle Teilnehmer ihres Wagniskapital-Börsensegments „Neuer Markt“ anwandte. Tatsächlich enthielt der Neue Markt jedoch auch viele Nicht-Hochtechnologie-Unternehmen, zum Beispiel aus der Medienbranche. Nach dem Niedergang des Neuen Marktes blieb ein Teil von dessen zuletzt schlechtem Image an dem Begriff „Wachstumswert“ haften.

Finanzanalyse[Bearbeiten]

Zur einfachen Aktienbewertung von Wachstumswerten dient die Kennzahl Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG). Demnach liegt das angemessene Kurs-Gewinn-Verhältnis in etwa in der Höhe des mittleren, jährlichen, für die kommenden Jahre erwarteten, prozentualen Gewinnwachstums.

Professionelle Analysen basieren meist auf der ungleich komplexeren Discounted-Cash-Flow-Methode, unter Annahme eines gleichmäßig wachsenden freien Cash-Flows, und kommen dabei zu ähnlichen Resultaten wie die PEG-Methode.