Wackersdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wackersdorf
Wackersdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wackersdorf hervorgehoben
49.31222222222212.1775422Koordinaten: 49° 19′ N, 12° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Schwandorf
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Wackersdorf
Höhe: 422 m ü. NHN
Fläche: 33,56 km²
Einwohner: 5036 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92442
Vorwahlen: 09431
09439
09434Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SAD, BUL, NAB, NEN, OVI, ROD
Gemeindeschlüssel: 09 3 76 175
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
92442 Wackersdorf
Webpräsenz: www.wackersdorf.de
Bürgermeister: Thomas Falter (CSU)
Lage der Gemeinde Wackersdorf im Landkreis Schwandorf
Altendorf Bodenwöhr Bruck in der Oberpfalz Burglengenfeld Dieterskirchen Fensterbach Gleiritsch Guteneck Maxhütte-Haidhof Nabburg Neukirchen-Balbini Neunburg vorm Wald Niedermurach Nittenau Oberviechtach Pfreimd Schmidgaden Schönsee Schwandorf Schwarzach Schwarzenfeld Schwarzhofen Stadlern Steinberg am See Stulln Teublitz Teunz Thanstein Trausnitz Wackersdorf Weiding Wernberg-Köblitz Winklarn Bayern Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Regensburg Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Cham Tschechien Landkreis Neustadt an der WaldnaabKarte
Über dieses Bild
Wackersdorf (2013)

Wackersdorf ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wackersdorf.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Wackersdorf liegt in der Region Oberpfalz-Nord in Ostbayern.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Wackersdorf hat neun amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Alberndorf, Rauberweiherhaus und Wackersdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Durch Funde bei Bodenbewegungen für Baumaßnahmen wurden Reste einer vorgeschichtlichen Siedlung entdeckt. Diese erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1150 zurück. Der Chronist geht davon aus, dass die Gründung bereits vor der Jahrtausendwende liegt.

Die Wackersdorfer Kirche wurde erstmals 1217 genannt, sie soll den Überlieferungen nach die Urpfarrei von Schwandorf gewesen sein. Um 1400 begann der Bau der Pfarrkirche St. Stephanus, die jedoch 1953 im Zuge der Umsiedlung abgetragen wurde. Mit der Reformationszeit von 1548 bis 1617 kamen auch für den Ort religiöse Neuerungen. Der katholische Glaube wurde 1618 wieder eingeführt; ab 1669 ist Wackersdorf selbstständige Pfarrei.

Die ersten Ansätze zur industriellen Ausbeutung der Wackersdorfer Erdschätze gehen auf das Jahr 1800 zurück. Insgesamt sind 1801 verschiedene Gewerbetreibende aufgelistet.

Damals entdeckte der Schneidermeister Andreas Schuster Braunkohle, mit deren Abbau um 1840 begonnen wurde. Aber bereits 1845 wurde es wieder still um die Wackersdorfer Braunkohle. Erst 1889 wurde der Bergbau wieder voll aufgenommen; 1906 gründete man die Bayerische Braunkohlen Industrie AG, die bis zur Schließung 1982 der Gemeinde Wackersdorf das Gepräge gab. Mit dem Kohleabbau kam der Aufschwung des kleinen Bauerdorfes.

Die „Umsiedlung des Dorfes Wackersdorf“ wurde erstmals in den Jahren 1923/24 geplant, konnte damals aber nicht verwirklicht werden. Erst am 13. Oktober 1948 ist die Verlegung von Alt-Wackersdorf endgültig entschieden worden. Im Jahre 1950 begann die Ablösung der Landwirte im Zuge der Umsiedlung. Zur gleichen Zeit setzte rege Bautätigkeit im Umsiedlungsgebiet „Neu-Wackersdorf“ ein. Am 6. Juli 1952 fand die Konsekration der neuen Pfarrkirche St. Stephanus und die Einweihung von Neu-Wackersdorf unter Beteiligung hoher geistlicher und weltlicher Würdenträger statt. Ungefähr 1200 Einwohner konnten damals in diesem Baugebiet eine neue Heimat finden.

In den 70er Jahren war Wackersdorf, bedingt durch den Kohleabbau, eine der reichsten Gemeinden Bayerns.

Über die Zeit in den 80er Jahren hinweg stand die Gemeinde im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen um die umstrittene Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf, deren „Aus“ 1989 beschlossen wurde. Nach Aufgabe dieses Projekts entstand auf den dafür vorgesehenen Flächen ein neuer und moderner Industriepark mit Ansiedlung international bekannter Firmen, wie z. B. BMW, Gerresheimer-Wilden und Sennebogen.

Ein Teil der Infrastruktur der Gemeinde Wackersdorf ist die Grund- und Hauptschule.

Eines der ältesten Gebäude von Wackersdorf ist die ehemalige Grundschule. In den letzten Jahren entstand eine neue Schule. Sowohl neue, moderne Gebäude als auch neue, an der Praxis und den Kindern orientierte Unterrichtsmethoden bieten hervorragende Bildungsmöglichkeiten in einer angenehmen, entspannten Lernumgebung.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurden Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Sonnenried eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Seit 7. Juni 2011 ist der 1. Bürgermeister der Gemeinde Wackersdorf Thomas Falter (CSU).

Der Gemeinderat der Gemeinde Wackersdorf zählt 20 Mitglieder aus vier Fraktionen.

Partei Sitze
CSU - Christlich Soziale Union 7 Sitze
SPD - Sozialdemokratische Partei Deutschland 4 Sitze
FW - Freie Wähler 6 Sitze
UW - Unabhängige Wählerschaft 3 Sitze

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 4.253.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 2.521.000 €.

In Wackersdorf gab es bis jetzt vier hauptamtliche Bürgermeister:

Zeitraum Hauptamtliche Bürgermeister
27. Januar 1946 – 13. Januar 1967 Ludwig Simbeck
1. Juni 1967 – 31. Mai 1993 Josef Ebner
7. Juni 1993 – 6. Juni 2011 Alfred Jäger
7. Juni 2011 – dato Thomas Falter

Wappen[Bearbeiten]

In blau auf goldenem Boden ein goldener Laubbaum, dessen Stamm von schräg gekreuzten silbernem Schlägel und silbernem Eisen überdeckt ist.

Begründung: Die gekreuzten Eisen und Schlägel weisen auf die montanwirtschaftliche Entwicklung des Ortes hin, wo seit 1906 die Braunkohlengewinnung im Tagebau betrieben wurde, während der heraldische Laubbaum auf die im Zuge umfangreicher Rekultivierungsmaßnahmen vorgenommene Wiederbegrünung der Landschaft hindeutet.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Wackersdorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nach Stilllegung der Braunkohlenindustrie und nach Ablehnung einer atomaren Wiederaufarbeitungsanlage wurde der Industriestandort Wackersdorf durch gezielte Ansiedlungspolitik mit Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung und der Energiewirtschaft von renommierten Firmen und Betrieben besiedelt. Größere Firmen wie beispielsweise BMW, Sennebogen oder auch Gerresheimer Wilden sind neben vielen Zulieferfirmen für die Automobilindustrie und weiteren mittelständischen Betrieben Arbeitsplatzgaranten für ca. 4.000 Arbeitnehmer.

Somit ist Wackersdorf ein maßgeblicher Wirtschaftsstandort für die gesamte Region. Die ständige Anpassung der Infrastruktur für diese Betriebe ist eine ständige Herausforderung für die Gemeinde. Um den hier arbeitenden Menschen eine Heimat direkt am Arbeitsstandort zu geben, wurden Baugebiete ausgewiesen. Durch die verkehrlich beste Anbindung im Kreuzungsbereich zwischen Regensburg, Weiden, Amberg und Cham ist das Wohnen in Wackersdorf besonders attraktiv.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2012):

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit Kinderkrippe
  • Grundschule: ca. 165 Schüler - Betreuung auf Wunsch bis 16:00
  • Mittelschule: ca. 120 Schüler - mit einem Ganztagesangebot , 32 Lehrkräfte, Homepage: [1]
  • staatliche Wirtschaftsschule des Landkreises Schwandorf in Wackersdorf

Bildergalerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111210/195700&attr=OBJ&val=1072
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 668.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wackersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien