Wadenkrampf
Ein Wadenkrampf ist ein schmerzhaftes Zusammenziehen des Wadenmuskels.
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Definition [Bearbeiten]
Der Wadenkrampf ist eine spezielle Form des Krampfes und ist in der Regel harmlos, wenn auch sehr schmerzhaft. Manchmal kann er aber auch Hinweis auf eine Grunderkrankung sein, die einer Therapie bedarf.
Ursache [Bearbeiten]
Bei einem Muskelkrampf handelt es sich um eine nicht-pathologische, vorübergehende nervale Fehlfunktion. Die Ursachen können vielfältig sein, wie z.B. ein unausgewogenes Verhältnis der Elektrolyten, meist in Form eines Mangelzustands, besonders ein gestörtes Kochsalzverhältnis. Daher schafft die Einnahme von Kochsalz und Elektrolytgetränken in der Regel Abhilfe. Weitere typische Ursachen können Alkoholisierung oder Wassermangel sein. Aber auch Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes), mangelnde Durchblutung oder Überbeanspruchung der Muskulatur bis hin zu orthopädischen Ursachen wie eine Fußfehlstellung können die Ursache von schmerzenden Muskelkrämpfen sein. Der gewöhnliche Muskelkrampf tritt häufig ohne erkennbare Ursache auf. [1][2]
Darüber hinaus weisen neuere Studienergebnisse auf den Zusammenhang von nächtlichen Wadenkrämpfen als Folge der Einnahme bestimmter Medikamente wie Beta-2-Agonisten sowie Diuretika hin. [3] Bei längerdauernden Beschwerden sollte der Arzt zur Behandlung konsultiert werden. Nächtliche Wadenkrämpfe sind häufig und in der Regel unbedenklich. Bei wiederkehrenden Krämpfen sollte aber auch der Arzt nach den Ursachen suchen.
Behandlungsformen [Bearbeiten]
Zur Akutbehandlung ist eine Gegenbeuge durch Strecken oder Drücken der Zehen in Richtung Schienbein hilfreich. Aber auch eine Massage des betroffenen Muskels hilft oft gegen den Schmerz sowie eine Wechseldusche mit kaltem und warmem Wasser.
Wer gelegentlich unter Wadenkrämpfen leidet, kann zunächst versuchen, mit elektrolythaltigen Getränken und eventuell zusätzlich mit Magnesiumtabletten für Abhilfe zu sorgen. Während Wadenkrämpfe am Tag unterschiedliche Ursachen haben können, sind Krämpfe in der Nacht durch Magnesium verlässlich zu behandeln. Die Einnahme von Magnesium ist am Abend am wirkungsvollsten.
Einige placebokontrollierte Untersuchungen zeigten jedoch keine Wirksamkeit von Magnesium bei Wadenkrämpfen. Demnach ist lediglich bei Muskelkrämpfen in der Schwangerschaft von einer Wirksamkeit auszugehen. Ansonsten gibt es Anzeichen, dass entweder Chinin helfen soll oder aber, dass hochdosiertes, bioverfügbares Magnesium, regelmäßig über einen längeren Zeitraum eingenommen werden muss, um zu wirken.[4] Chinin (pharmazeutisch zubereitet als Chininsulfat) wird bei unterschiedlichen Ursachen von Muskelkrämpfen zur Behandlung und Vorbeugung eingesetzt (in der Schwangerschaft kontraindiziert). Chinin ist ein peripheres Muskelrelaxans. Dadurch hat es keine Nebenwirkungen, die bei zentralwirksamen Muskelrelaxantien auftreten können, wie z.B. Müdigkeit und Gewöhnung. Eine Tagesdosis Chininsulfat sollte bei maximal 200 – 400 mg liegen. [5]
Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde warnt zum wiederholten Mal vor der Einnahme von Chinin (Limptar N) bei Wadenkrämpfen. Es wurden in 38 Berichten aus dem Zeitraum zwischen April 2005 und Oktober 2008 schwere Störwirkungen sowie fünf Todesfälle im Zusammenhang mit Chinin dokumentiert. In Neuseeland und Australien ist Chinin daher bereits seit einigen Jahren nicht mehr gegen Wadenkrämpfe zugelassen.
Der höchst bescheidene Nutzen von Chinin steht in keinem Verhältnis zu den Nebenwirkungen, wie eine Metaanalyse von sieben Cross-over-Studien ergab. Die Anzahl nächtlicher Wadenkrämpfe verringerte sich um weniger als einen pro Woche. Die amerikanische Arzneimittelbehörde stuft den Nutzen von Chinin bei Wadenkrämpfen als gar nicht belegt ein.
Weblinks [Bearbeiten]
- unisport.de - Wadenkrämpfe
- Deutschlandradio - Radiolexikon Gesundheit: Wadenkrämpfe
- Ratgeber Muskeln und Gelenke: Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe
- Arzneimittel-Telegramm: Chinin (Limptar N): Lebensbedrohliche Schadwirkung
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ AWMF-Leitlinie Crampi/Muskelkrampf, 2008:654 ff.
- ↑ Mörl H. in Mörl H. (ed.), Muskelkrämpfe, Springer Verlag 1987:59-66
- ↑ Nächtliche Wadenkrämpfe auf Rezept Meldung der Ärzte Zeitung vom 1. Februar 2012.
- ↑ [1]
- ↑ [AWMF-Leitlinie Crampi/Muskelkrampf, 2008:654 ff.
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