Wadern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wadern
Wadern
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wadern hervorgehoben
49.5394444444446.89275Koordinaten: 49° 32′ N, 6° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: Merzig-Wadern
Höhe: 275 m ü. NHN
Fläche: 111,17 km²
Einwohner: 15.850 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 66680–66687
Vorwahlen: 06871, 06874 (Büschfeld, Nunkirchen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MZG
Gemeindeschlüssel: 10 0 42 116
Stadtgliederung: 14 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 13
66687 Wadern
Webpräsenz: www.wadern.de
Bürgermeister: Jochen Kuttler (ProHochwald)
Lage der Stadt Wadern im Landkreis Merzig-Wadern
Luxemburg Perl (Mosel) Mettlach Losheim am See Merzig Beckingen Frankreich Weiskirchen Wadern Rheinland-Pfalz Landkreis Saarlouis Regionalverband Saarbrücken Landkreis Neunkirchen Landkreis St. WendelKarte
Über dieses Bild

Wadern ist eine saarländische Stadt im Landkreis Merzig-Wadern zwischen Saarbrücken und Trier. Sie ist mit rund 16.000 Einwohnern dünn besiedelt, flächenmäßig aber nach Saarbrücken und St. Wendel die drittgrößte Stadt des Saarlandes. Obwohl Wadern den Gemeindestatus „Stadt“ führen darf, sind weder historische Stadtrechte noch aktuelle Merkmale einer Stadt vorhanden. Ausnahmen bilden die Ansiedlung von Discountern und Verbrauchermärkten im Ort Wadern, die Außenstellen einiger Abteilungen der Kreisverwaltung, ein verteilter Schulstandort mit einem Berufsbildungszentrum in Nunkirchen und einem Gymnasium in Wadern, sowie eine kleine Akutklinik mit Chirurgie und innerer Abteilung der Marienhaus Unternehmensgruppe, daran räumlich und funktional angeschlossen ein Seniorenheim.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Wadern befindet sich am Fuße des Schwarzwälder Hochwaldes. Die 14 Stadtteile liegen in einer Höhenlage von 250 m bis 600 m über dem Meeresspiegel und sind eingebettet in Talmulden des Flusses Prims und der Bäche Löster, Wahnbach und Wadrill. Wadern liegt im Naturpark Saar-Hunsrück.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadtteile und deren Einwohner (Stand 31. August 2011):[2]

Stadtteil Einwohner Fläche
Bardenbach 861 04,53 km²
Büschfeld 1.319 09,66 km²
Dagstuhl 350 03,45 km²
Gehweiler 370 03,78 km²
Krettnich 536 05,59 km²
Lockweiler 1.485 13,36 km²
Löstertal 1.337 16,26 km²
Morscholz 998 06,36 km²
Noswendel 1.273 07,30 km²
Nunkirchen 2.489 13,44 km²
Steinberg 1.065 04,63 km²
Wadern 2.275 05,67 km²
Wadrill 1.617 09,22 km²
Wedern 364 07,92 km²
Stadt Wadern 16.339 111,17 km²

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 1114 mm. Der Niederschlag liegt im oberen Drittel der Messstellen des Deutschen Wetterdienstes. Über 90 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der April; am meisten regnet es im Dezember. Im niederschlagsreichsten Monat fällt etwa 1,9 mal mehr Regen, als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagsschwankungen liegen im oberen Zehntel. In über 90 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Wadern wurde erstmals 950 in Zusammenhang mit der Abtei Mettlach urkundlich genannt. Nach 1751 residierte hier Graf Josef Anton von Öttingen-Sötern, der seine Hofhaltung von Hohenbaldern im Nördlinger Ries in seine Herrschaft Dagstuhl und hier nach Wadern verlegte. Seine prekäre Finanzlage erlaubte ihm jedoch nur eine bescheidene Bautätigkeit, immerhin erhielt Wadern das Marktrecht.

Wadern war nach der Abtrennung des Saargebietes im Jahre 1920 nach den Bestimmungen des Friedensvertrags von Versailles Verwaltungssitz des sogenannten Restkreises Merzig-Wadern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wadern im Juli 1945 Teil der französischen Besatzungszone. Am 18. Juli 1946 wurde von der französischen Militärregierung unter General Kœnig die „Anordnung Nr. 8 des französischen Oberkommandos in Deutschland betreffend Anschluß von Gemeinden an die Verwaltung des Saargebietes“ erlassen. Seitdem gehörte Wadern zum abgetrennten Saarland.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die heutige Stadt Wadern ist im Rahmen der Gebiets- und Verwaltungsreform im Saarland 1974 entstanden. Am 1. Januar 1974 wurden die zum gleichzeitig aufgelösten Amt Wadern gehörenden und bis dahin eigenständigen Gemeinden Bardenbach, Büschfeld, Dagstuhl, Gehweiler, Krettnich, Lockweiler, Morscholz, Niederlöstern, Noswendel, Oberlöstern, Wadern, Wadrill und Wedern, die vorher zum Amt Weiskirchen gehörenden Gemeinden Münchweiler, Nunkirchen und Steinberg sowie die Gemeinden Buweiler-Rathen und Kostenbach aus dem Amt Nonnweiler zu einer neuen Gemeinde unter dem Namen Wadern zusammengeschlossen.[3][4]

Am 1. Juli 1978 wurden der Gemeinde Wadern die Stadtrechte verliehen.[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2014[5]
Wahlbeteiligung: 70,9 %
 %
50
40
30
20
10
0
42,5 %
(+7,4 %p)
29,8 %
(-2,5 %p)
19,9 %
(+5,8 %p)
3,8 %
(-1,7 %p)
2,8 %
(-0,7 %p)
1,3 %
(-1,9 %p)
n. k.
(-5,00 %p)
2009

2014


Die Kommunalwahlen vom 25. Mai 2014 brachten nebenstehendes Ergebnis. Daraus ergab sich folgende Sitzverteilung im Stadtrat:[5]

15
10
7
1
15 10 

Von 33 Sitzen entfallen auf:


Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1958–1984: Herbert Klein, CDU
  • 1984–1998: Berthold Müller, CDU
  • 1998–2014: Fredi Dewald, SPD
  • seit 2014: Jochen Kuttler, ProHochwald (gewählt)[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Es bestehen Partnerschaften mit Montmorillon und Jeumont in Frankreich sowie mit Sobotka (Tschechische Republik), mit Wahrenbrück in (Brandenburg) und Toma in Burkina Faso[6].

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Dagstuhl
Schloss Münchweiler

Museen[Bearbeiten]

Im Öttinger Schlösschen in der Ortsmitte von Wadern befindet sich das Heimatmuseum.

Bauwerke[Bearbeiten]

Sehenswert ist die Schlosskapelle im Stadtteil Dagstuhl, die noch heute kirchlich genutzt wird. Das Barockschloss Münchweiler ist die einzige noch erhaltene Anlage dieser Art im Saarland. Die Innenausstattung der Pfarrkirche Nunkirchen entspricht bis auf wenige Ausnahmen der Originalausstattung von 1896 und hat damit Seltenheitswert im Saarland.

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Wadern

Archäologische Funde[Bearbeiten]

Beim Ortsteil Oberlöstern befinden sich zwei römische Monumentalgräber aus dem 2. Jahrhundert n. Chr.

Freizeit und Erholung[Bearbeiten]

Freizeitzentrum Noswendel[Bearbeiten]

Mittelpunkt des Naherholungs- und Freizeitzentrums Noswendel ist ein 6,6 ha großer See. Die gesamte Anlage umfasst etwa 20 ha. Man kann mit dem Tretboot den See erkunden und Schwäne und Enten aus der Nähe beobachten. Es gibt zwei Spielplätze samt Basketballfeld. Beim Spaziergang um den See kann man einen Blick in das außergewöhnliche Naturschutzgebiet „Noswendeler Bruch“, das größte Feuchtbiotop des Saarlandes, werfen.

Sport[Bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten]

Fußballvereine und Sportplätze gibt es in Wadern und fast allen Stadtteilen.

Aushängeschild des Männerfußballs in der Stadt Wadern ist die SG Noswendel-Wadern, die aus dem Zusammenschluss der Spielbetriebe der Vereine SV Noswendel und TuS 09 Wadern im Jahre 1998 hervorging. Die SG spielt derzeit (Saison 2011/2012) in der Verbandsliga Saar. Die Frauenmannschaft des SV Bardenbach schaffte im Jahre 2012 den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

In Morscholz gibt es einen Tischfußballclub.

Reiten[Bearbeiten]

Die Möglichkeit zum Reiten besteht in Wadern und Umgebung am Lindenhof Nuhweiler sowie in Lockweiler.

Tennis[Bearbeiten]

Tennisplätze und Tennisclubs sind in Wadern häufig vertreten u. a. in Wadern, Lockweiler, Steinberg, Bardenbach, Löstertal, Morscholz und Nunkirchen.

Volleyball[Bearbeiten]

Mit dem TV Lockweiler-Krettnich ist auch Volleyballverein vorhanden. Die Damenmannschaft spielt in der Oberliga Rheinland-Pfalz/ Saar.

Sonstige[Bearbeiten]

In Wadern und den 14 Ortsteilen gibt es außerdem noch Angelsportvereine, einen Theaterverein[7], einen Badmintonclub, Dartclubs, einen Judo- und Kampfsportverein, einen Kickboxclub, Schützenvereine, Tischtennis-, Turn- und Wandervereine.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Wadern selbst verfügt über keine Anbindung an eine Fern- oder Bundesstraße, jedoch verläuft die B 268 SaarbrückenTrier durch den nahegelegenen Stadtteil Nunkirchen, und die Autobahn A1 (E422) über die Anschlussstellen Nonnweiler-Primstal bzw. Nonnweiler-Braunshausen in Richtung Saarbrücken oder Trier ist ebenfalls vom Stadtzentrum nur wenige Kilometer entfernt.

Vom Dezember 1897 bis zum Mai 1980 (Personenverkehr) bzw. bis Anfang 1988 (Güterverkehr) war Wadern mit einem Bahnhof in Dagstuhl an die Hochwaldeisenbahnstrecke WemmetsweilerHermeskeil (Primstalbahn) angebunden. Mit der Schließung des Bahnabschnittes Nonnweiler – Wadern im Jahre 1968 wurde Wadern zum Endbahnhof, weshalb 1980 (1988) aufgrund des Bedeutungsverlusts die Stilllegung des Streckenabschnittes Wadern – Büschfeld folgte. [8]

Gerichte[Bearbeiten]

Wadern verfügt über ein Amtsgericht.

Bildung[Bearbeiten]

In Wadern können alle Schulabschlüsse erworben werden. Die Stadt verfügt neben mehreren Grundschulen über eine Sonderschule, eine Erweiterte Realschule, ein Gymnasium, das Hochwald Gymnasium Wadern (HWG), und ein Berufsbildungszentrum für technische, kaufmännische und sozialpflegerische Berufe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Wadern geboren[Bearbeiten]

Mit Wadern verbunden[Bearbeiten]

  • Hans Kasper (* 1939), ehemaliger Landtagspräsident und Finanzminister des Saarlandes, lebt seit 1947 im Waderner Stadtteil Büschfeld. Kasper war lange Jahre in Wadern auch kommunalpolitisch tätig.
  • Josef Schmitt (1921–1996), Politiker, Mitbegründer des CDU-Kreisverbands Wadern, starb in Wadern.
  • Hermann Wedekind (1910–1998), Heldentenor, Schauspieler, Regisseur und Theaterintendant, starb in Wadern.
  • Heinz G. Schwärtzel (* 1936), Mathematiker und Informatiker, auf seine Initiative hin wurde das Leibniz-Zentrum für Informatik (LZI) seinerzeit unter dem Namen Internationales Begegnungs- und Forschungszentrum für Informatik (IBFI) in Schloss Dagstuhl eingerichtet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wadern – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Saarland.de – Fläche und Bevölkerung – Stand: 31.12.2013 (Basis Zensus 2011) (PDF; 0,03 MB) (Hilfe dazu)
  2. Einwohner je Stadtteil und Fläche auf www.stadt-wadern.de
  3. Neugliederungsgesetz – NGG vom 19. Dezember 1973, § 34, veröffentlicht im Amtsblatt des Saarlandes, 1973, Nr. 48, S. 855 (PDF Seite 27; 487 kB)
  4. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 804f.
  5. a b c Stadt Wadern –Wahlamt–, Ergebnisse der Europa-, Kommunal- und Bürgermeisterwahlen
  6. Partnerschaft Wadern-Toma. stadt-wadern.de. Abgerufen am 2. Juni 2013.
  7. http://theaterverein-lockweiler-krettnich.de/stadtfest-wadern/
  8. Theo Schäfer: Eisenbahnen im Hochwald. 2002, S. 148, S.278.