Wadowice

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Wadowice
Wappen von Wadowice
Wadowice (Polen)
Wadowice
Wadowice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kleinpolen
Landkreis: Wadowice
Fläche: 10,63 km²
Geographische Lage: 49° 53′ N, 19° 30′ O49.88333333333319.5Koordinaten: 49° 53′ 0″ N, 19° 30′ 0″ O
Höhe: 450 m n.p.m
Einwohner: 19.334
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 34-100
Telefonvorwahl: (+48) 33
Kfz-Kennzeichen: KWA
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: KrakauBielsko-Biała
Nächster int. Flughafen: Flughafen Krakau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 15 Ortschaften
Fläche: 112,49 km²
Einwohner: 38.053
(30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 338 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1218093
Verwaltung (Stand: 2012)
Bürgermeisterin: Ewa Filipiak
Adresse: Pl. Jana Pawła II 23
34-100 Wadowice
Webpräsenz: www.wadowice.pl

Wadowice [vadɔˈvʲiʦɛ] (deutsch im Mittelalter Frauenstadt, 1939−1945 Wadowitz) liegt in Polen zwischen Krakau (südwestlich, 48 km) und Bielsko zu Füßen der kleinen Beskiden, einer Gebirgskette des Karpatenvorlandes. Die Stadt an der Skawa (Schaue) hat ca. 20.000 Einwohner, ist Verwaltungszentrum der Stadt- und Landgemeinde Wadowice, des Powiat Wadowicki und gehört zur Wojewodschaft Kleinpolen (Małopolskie).

Heute ist Wadowice ein Verwaltungs- und Industriezentrum in der Region.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1327. Bereits zwei Jahre zuvor war am Tal der Skawa eine Kirche errichtet worden, die bis 1335 eine Filialkirche von Mucharz, danach von Woźniki blieb. Nach der Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1430 zerstörte ein Brand Wadowice. Der Ort erholte sich lange nicht davon und sank zu einem unbedeutenden Städtchen ab. Wadowice besaß zwar weiterhin Stadtrechte, aber der Wiederaufbau wurde schnell durch erneute Brände, Kriege und Seuchen zunichtegemacht. Im Mittelalter gab es in der Stadt und ihrer Umgebung ein hohen Anteil deutscher Zuwanderer (Walddeutsche).[3]

Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts gehörte Wadowice zum Herzogtum Auschwitz, danach zum Herzogtum Zator. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem Zentrum das Handels und Handwerks. Die Kirche unterstand im 16. und 17. Jahrhundert dem Zisterzienserkloster in Mogiły, das heute zum Krakauer Stadtteil Nowa Huta gehört. 1726 brach erneut ein Stadtbrand aus, der auch die Kirche vernichtete.

Plac Jana Pawła II, Wadowice

Seit der ersten Teilung Polens von 1772 bis 1918 gehörte Wadowice zum Herzogtum Zator des unter Habsburger Herrschaft stehenden Königreichs Galizien und Lodomerien.

Im 19. Jahrhundert entstanden in Wadowice bedeutende Industriebetriebe überwiegend zur Fertigung von Handelsartikeln. Zu diesem Zeitpunkt waren über 20 % der ca. 10.000 Einwohner Juden. Seit 1867 war Wadowice österreichische Bezirksstadt. Von 1918 bis 1939 war es Verwaltungssitz des polnischen Powiats Wadowice.

Während der Zeit der deutschen Besatzung zwischen 1939 und 1945 bildete der Fluss Skawa die Grenze zwischen dem Generalgouvernement Polen und dem Deutschen Reich. Wadowice wurde in den deutschen Landkreis Bielitz eingegliedert. Während dieser Zeit wurden in der Stadt ein Gefangenenlager, ein Straflager und ein Ghetto eingerichtet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wadowice wieder polnische Kreisstadt, verlor jedoch 1975 diesen Status und bekam ihn erst 1999 mit der Reform der Kreisstruktur in Polen wieder.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Geburtshaus Johannes Pauls II.

Hauptanziehungspunkt von Wadowice ist seit vielen Jahren das Elternhaus von Karol Józef Wojtyła, der hier am 18. Mai 1920 als drittes Kind von Karol Wojtyła und Emilia Wojtyłowa in einer recht bescheidenen Wohnung der Straße Rynek Nr. 3 im 1. Stock geboren wurde. Er ist in der Stadt aufgewachsen. Am 16. Oktober 1978 wurde er in Rom zum Papst Johannes Paul II. (polnisch: Jan Paweł II.) gewählt. Das Haus ist jetzt ein Museum, dessen Besucher zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Stadt geworden sind. Überwiegend Polen veranstalten regelrechte Pilgerfahrten dorthin.

Rings um die Basilika am Plac Jana Pawła II, einer Pfarrkirche, deren Ursprung in das 14. Jh. zurückgeht, erstreckt sich das reizvolle Stadtzentrum. Die ältesten Gebäude stammen aus dem 19. Jh.

Exponate aus der Stadt und der Region findet man im „Muzeum Miejskie w Wadowicach“, ul. Kościelna 4.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wadowice hat Städtepartnerschaften geschlossen mit

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Martinus Vadovius (polnisch Marcin Wadowita) (1567–1641), polnischer Theologe, Philosoph und Dekan der Universität Krakau
  • Emil Lask (1875–1915), deutscher Philosoph
  • Berta Lask (1878–1967), deutsche Schriftstellerin
  • Ada Sari (1886–1968) als Jadwiga Schayer, polnische Operndiva
  • Godwin Brumowski (1889–1936), österreichischer Jagdflieger
  • Jerzy Kluger (* 1919-2011), Geschäftsmann und Freund von Papst Johannes Paul II.
  • Johannes Paul II., (1920–2005), geboren als Karol Józef Wojtyła, von 1978 bis 2005 Papst
  • Rafał Bujnowski (* 1974), polnischer Maler und Grafiker
Basilika in Wadowice

Gmina[Bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) Wadowice gehören die folgenden Ortschaften:

  • Babica
  • Barwałd Dolny (deutsch: Nieder Bärwald)[3]
  • Chocznia
  • Gorzeń Górny
  • Gorzeń Dolny
  • Jaroszowice (deutsch: Jungfernthal[3])
  • Kaczyna
  • Klecza Dolna
  • Klecza Górna
  • Ponikiew
  • Roków
  • Stanisław Górny
  • Wadowice
  • Wysoka
  • Zawadka

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wadowice – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 13. November 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 13. November 2013.
  3. a b c Wojciech Blajer: Bemerkungen zum Stand der Forschungen uber die Enklawen der mittelalterlichen deutschen Besiedlung zwischen Wisłoka und San. [in:] Późne średniowiecze w Karpatach polskich. red. Prof. Jan Gancarski. Krosno, 2007, ISBN 978-83-60545-57-7