Waferbonden

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Das Waferbonden ist ein Verfahrensschritt in der Halbleitertechnologie und Mikrosystemtechnik bei dem zwei Wafer oder Scheiben (Silizium, Quarz, Glas und andere) miteinander verbunden werden. In der Mikrosystemtechnik wird Waferbonden genutzt, um die für die Sensoren nötigen Kavitäten herzustellen, so z. B. die Referenzdruckkammer bei einem absoluten Drucksensor oder die Unterdruckkammer einiger Drehratensensoren.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Waferbondverfahren

[Bearbeiten] Verfahren ohne Zwischenschichten

Direktes Bonden
Das Silizium-Direktbonden (SFB) wurde erstmals 1986 von J. B. Lasky [1] vorgestellt.
Bei diesem Verfahren werden hydrophile und hydrophobe Oberflächen bei hohen Temperaturen in Kontakt gebracht. Dabei wird ein Wafer in der Mitte gegen den anderen Wafer gepresst, es entsteht der erste Kontaktpunkt. Die Grundlage der mechanischen Verbindung stellen Wasserstoffbrücken und van-der-Waal-Wechselwirkungen im Bereich der Kontaktzone. Die übrige Fläche wird dabei erst noch mittels Abstandhaltern voneinander getrennt. Anschließend werden die Abstandshalter entfernt und die Silizium-Verbindungsstelle breitet sich vom Zentrum aus. Übliche Prozesstemperaturen liegen im Bereich zwischen 1000 °C und 1200 °C. Der Druck, mit dem die Wafer aufeinandergedrückt werden, beträgt ca. 18 MPa.
Anodisches Bonden
Beim anodischen Bonden wird Glas mit erhöhter Na+-Ionenkonzentration genutzt. Dieses Glas wird mit dem Siliziumwafer in Kontakt gebracht und eine Spannung so angelegt, dass die negative Polung am Glas anliegt. Dadurch und durch erhöhte Temperatur diffundieren die Natriumionen (Na+) zur Elektrode. Aufgrund dessen bildet sich eine Raumladungszone an der Grenzfläche aus, was zu einem hohen Feld führt und damit zur Bildung von Si-O-Si-Bindungen. Die Bondfront verhält sich nun wie beim SFB, nur langsamer.

[Bearbeiten] Verfahren mit Zwischenschichten

Eutektisches Bonden
Das Prinzip beruht hier auf Verbindungsbildung durch eine eutektische Legierung wie zum Beispiel Si-Au oder Ge-Al.
Glas-Frit-Bonden
Verbindungsbildung durch Aufschmelzen von Glasloten/Glas-Fritten)
Adhäsives Bonden
Verbindungsbildung durch Klebstoff als Zwischenschicht
Tabelle: Vergleich der verschiedenen Bondmethoden[2]
Methode Material Zwischenschichten Temperatur
in °C
Oberflächenbehandlung Selektives Bonden erreicht durch
Anodisches Bonden Glas-Si
Si-Si
Si-Metall/Glas
auf Pyrex gesputtertes Al, W, Ti, Cr > 250
> 300
300…500
Spannung 50…1000 V Lithographie, Ätzen, Lift-off
Silizium-Direktbonden Si-Si
SiO2-SiO2
700…1000 Standard-Reinigung Lithographie, Ätzen
Glas-Frit-Bonden Si−Si
SiO2–SiO2
Na2O−SiO2 und andere Sol-Gel-Materialien, Bor-Glas 400…600

> 450
Rotationsbeschichtung

chemische Gasphasenabscheidung, Dotierung,
Siebdruck
Niedertemperatur Silizium-Direktbonden Si-Si
SiO2-SiO2
200…400 Plasma-Behandlung, Nasse Oberflächenaktivierung (tauchen) Lithographie, Ätzen, Lift-off
Eutektisches Bonden Si−Si Au, Al 379, 580 Sputtern, Galvanisieren Lift-off, Ätzen
Schweiß-Bonden Si−Si Au, Pb-Sn 300 thermisches Verdampfen, Sputtern Lift-off, Ätzen
Adhäsives Bonden Glas-Si
Si-Si
SiO2-Si2
Si3N4-Si3N4
Klebstoff, Fotolack 25…200 Rotationsbeschichtung (engl. spin coating)
Sprühbelackung (engl. spray coating)
Lithographie

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. J. B. Lasky: Wafer bonding for silicon-on-insulator technologies. In: Applied Physics Letters. 48, Nr. 1, 1986, S. 78–80 (doi:10.1063/1.96768).
  2. Walter Lang: Vorlesungsskript: Integrierte Systeme I. Universität Bremen, Wintersemester 2006/2007.

[Bearbeiten] Literatur

  • Jean-Pierre Colinge: Silicon-on-Insulator Technology. Materials to VLSI. 3 Auflage. Springer Netherlands, 2004, ISBN 1402077734.
  • A. R. Mirza, A. A. Ayon: Silicon wafer bonding: Key to MEMS high-volume manufacturing. In: Sensors. 15, Nr. 12, 1998, S. 24––33 ([1]).
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