Waffenrad

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Logo des Steyr Waffenrades versieht ein Friedensprodukt mit dem Hinweis auf eine Waffenfabrik als Hersteller
Das Kettenblatt als Werbeträger am Steyr Waffenrad

Das Waffenrad ist die österreichische Lizenzversion eines englischen "Swift"-Rades aus Coventry. Es ist ein ziviles Produkt und nicht mit einem Militärfahrrad zu verwechseln.

Die Bezeichnung entstand, weil der Hersteller Oesterreichische Waffenfabriks-Gesellschaft, um ihre Anlagen in Friedenszeiten auszulasten, ab Ende des 19. Jahrhunderts Fahrräder für den zivilen Bereich produzierte und dafür Erfahrungen aus der Waffenproduktion nutzte.

Ab 1895 wurde für diese Fahrräder der Name „Waffenrad“ verwendet, der ab 13. August 1896 bzw. 3. September 1896 als Markenname registriert ist.[1]

Ab 1934 bis zum Verkauf der Zweiradfertigung von Steyr-Daimler-Puch AG an Piaggio im Jahre 1987 wurde das Waffenrad in den Puch-Werken Graz-Thondorf gefertigt, danach noch einige Zeit von Piaggio in Italien. Das einfache und robuste Fahrrad hat heute Sammlerwert und wird immer noch gerne verwendet.

Der Begriff „Waffenrad“ fand auch Eingang in die Literatur. So wurde es beispielsweise vom österreichischen Autor Thomas Bernhard verwendet. Der österreichische Autor Alois Brandstetter widmet sich in seinem Roman Zu Lasten der Briefträger[2] ebenfalls auf humorvolle Weise dem Waffenrad. Ebenso erscheint das Waffenrad in den Romanen von Alfred Komarek. Gruppeninspektor Polt benutzt sein geliebtes Waffenrad zur Mörderjagd, zum Beispiel in Polt muß weinen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter Ulreich: Das Steyr-Waffenrad.
  2. Alois Brandstetter: Zu Lasten der Briefträger. ISBN 3-7017-0104-0.

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Ulreich: Das Steyr-Waffenrad. Weishaupt Verlag, Gnas 1995, ISBN 3-900310-83-1.
  • Markus Mráz: Zur Erkennung und Datierung von Steyr-Waffenrädern von 1918 bis 1940. In: Der Knochenschüttler: Zeitschrift für Liebhaber historischer Fahrräder und Hilfsmotoren. Band 39, 2007, S. 8–12. Maxime Verlag, Leipzig, ISSN 1430-2543.

Weblinks[Bearbeiten]