Wagenrücklauf

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Der Wagenrücklauf (englisch carriage return; deutsch veraltet auch WR) ist auf Ausgabegeräten für Text die Anweisung, den Anfang der Zeile anzusteuern.

Schreibmaschinen[Bearbeiten]

Schreibmaschine mit dem Zeilenschalthebel (links), der einen Wagenrücklauf bewirkt

Ursprünglich technisch bedingt gibt es bis heute in der Datenverarbeitung zwei verschiedene Interpretationen des Wagenrücklaufs. Bei Schreibmaschinen ist der Wagenrücklauf meistens mit dem Zeilenvorschub verbunden. Bei mechanischen Schreibmaschinen bewirkt das Drücken des Zeilenschalthebels an seinem Ende nach rechts einen Wagenrücklauf und einen Zeilenvorschub. Will man nur einen Wagenrücklauf, z.B. um Text zu unterstreichen (also die Eingabe von Unterstrichen in der gleichen Zeile), so muss man den Zeilenschalthebel bei der Bewegung festhalten, damit er nicht zur Seite kippt. Bei elektrischen Schreibmaschinen gibt es oft zwei verschiedene Tastenkombinationen.

Fernschreiber[Bearbeiten]

Zeilenvorschub- (ZL) und Wagenrücklauftaste (WR).
Siemens T37h Fernschreiber, 1950er Jahre.

Bei der Entwicklung der ersten mechanischen Fernschreiber gab es das Problem, dass für den Wagenrücklauf aufgrund der großen zu beschleunigenden Massen des Wagens mehr Zeit nötig ist, als durch die feste Datenübertragungszeit jedes Zeichens zur Verfügung steht. Um aus der Not eine Tugend zu machen, wurden dort Wagenrücklauf und Zeilenvorschub auf zwei verschiedene Tasten gelegt. Mit dem Erfolg, dass während des noch ablaufenden Wagenrücklaufs gefahrlos ein Zeilenvorschub durchgeführt werden kann. Wenn z. B. am Ende eines Absatzes eine Leerzeile nötig wird, tippt der erfahrene Fernschreiber dann Wagenrücklauf, Zeilenvorschub und Zeilenvorschub.

Computer[Bearbeiten]

In der digitalen Textverarbeitung/-übertragung übernimmt diese Funktion die Rückführung der Schreibmarke an den Anfang der Zeile, sie wird durch ein Steuerzeichen Carriage Return (kurz CR) übertragen. Gegebenenfalls wird in der modernen Datenverarbeitung am Computer zusätzlich die Einfügemarke eine Zeile nach unten gesetzt (Zeilenvorschub, englisch line feed, kurz LF), und damit ein Zeilenumbruch erzeugt, wenn die typografische Absatzmarke Pilcrow, oder der harte Zeilenumbruch dargestellt werden soll.

Zeichencodierung und Eingabe[Bearbeiten]

Praktisch alle Zeichensätze sehen ein solches Steuerzeichen vor.

  • Im ASCII-Zeichensatz, dem am weitesten verbreiteten und meistgenutzten Zeichensatz weltweit, wurde z. B. das Zeichen hexadezimal 0D bzw. dezimal 13 dafür vorgesehen.
  • Im EBCDIC-Code ebenfalls hexadezimal 0D bzw. dezimal 13.
  • Auch in Unicode gibt es den Wagenrücklauf (ebenfalls Codepoint 0D [hex.] bzw. 13 [dez.]), da ASCII vom Unicode-Konsortium aus Kompatibilitätsgründen komplett – einschließlich sämtlicher Steuerzeichen – übernommen wurde (Block Basis-Lateinisch).

Die übliche Abkürzung ist CR, oder auch \r als Escape-Sequenz.

Eingegeben werden kann der Zeilenvorschub folgendermaßen:

  • Drücken der Taste Enter (daher auch die Bezeichnung Return) entspricht – je nach System – dem CR, dem LF, der Zeichenkette CR LF, oder auch dem Zeichen NL (New line/Next Line, neue Zeile).
  • Unter Microsoft Windows oder DOS und ähnlichen Systemen durch Festhalten der (linken) Alt-Taste und nachfolgendem Eintippen des Dezimalcodes eines Steuerzeichens (mit führender Null!) auf dem Ziffernblock der Tastatur: Alt+013 (siehe auch: Unicode#Eingabemethoden). Akzeptiert wird das Zeichen im Allgemeinen nur auf der Kommandozeile und in Programmiereditoren, Programme der höheren Anwendungsebene wandeln das Zeichen meist um.
  • Manche Systeme erlauben es, das CR-Zeichen mit der Tastenkombination Strg + M einzugeben.
  • Als Escape-Sequenz in C-Code \r (LF ist \n).

Der direkte ursprüngliche Befehl „Zeilenanfang“ wird durch die Cursorsteuerung über die Taste Pos1 erreicht.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Wagenrücklauf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen