Wahl zum Schwedischen Reichstag 1973

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Wahl zum Schwedischen Reichstag 1973
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43,56
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9,42
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Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1970
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+5,19
+2,76
-6,79
+0,58
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19
156
90
34
51
19 156 90 34 51 
Von 350 Sitzen entfallen auf:
  • V: 19
  • S: 156
  • C: 90
  • FP: 34
  • M: 51

Die Wahl zum Schwedischen Reichstag 1973 fand am 16. September 1973 statt.

Wahlkampf[Bearbeiten]

Die Sozialdemokraten förderten aus modernistisch-progressiven und sozialstaatlichen Motiven die Atomkraft. Die traditionell agrarisch ausgerichtete Zentrumspartei griff hingegen Forderungen der entstehenden Umweltbewegung auf und versuchte, vermehrt städtische Wähler und gut ausgebildete Milieus anzusprechen.

Wahlergebnis[Bearbeiten]

Mit 43,6 Prozent erzielten die Sozialdemokraten ihr schlechtestes Ergebnis seit 1932, konnten sich aber mit einer Minderheitsregierung unter Olof Palme (seit 1969) an der Macht halten. Hingegen legte die Zentrumspartei auf 25,1 Prozent zu, ihr bislang bestes Ergebnis bei Reichstagswahlen. Während die Konservativen leichte Stimmenzuwächse verzeichneten und wieder drittstärkste Fraktion wurden, mussten die Liberalen die größten Verluste einstecken. Linkspartei und Christdemokraten stagnierten in ihren Werten, wobei letztere den Einzug in den Reichstag nicht schafften.

Ergebnis der Wahl zum Schwedischen Reichstag 1973
Partei Vorsitzender Stimmen Sitze
Anzahl  % +/− Anzahl +/−
Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens (S) Olof Palme 2.247.727 43,56 −1,78 156 −7
Zentrumspartei (C) Thorbjörn Fälldin 1.295.246 25,10 +5,19 90 +19
Moderate Sammlungspartei (M) Gösta Bohman 737.584 14,29 +2,76 51 +10
Volkspartei (FP) Gunnar Helén 486.028 9,42 −6,79 34 −24
Linkspartei Kommunisten (V) Carl-Henrik Hermansson 274.929 5,33 +0,58 19 +2
Christliche Demokratische Sammlungsbewegung (KD) Alf Svensson 90.388 1,75 −0,05
Kommunistische Liga Marxisten-Leninisten (Revolutionäre) (KFML(r)) Frank Baude 8.014 0,16 −0,27
Sonstige 20.230 0,39
Gesamt 5.160.146 100,00 350
Wahlberechtigte 5.690.333
Wahlbeteiligung 90,84 %
Abgegebene Stimmen 5.168.996
Ungültige Stimmen 8.850
Quelle:[1]

Weiterer Verlauf[Bearbeiten]

Der linke und der bürgerliche Block verfügten im neuen Reichstag über jeweils 175 Stimmen, – eine Situation, die oftmals zu einem Abstimmungspatt führte, so dass viele Entscheidungen durch das Los getroffen wurden. Deshalb ging dieser Reichstag als „Lotteriereichstag“ in die Geschichte ein. Ab 1976 wurde deshalb eine ungerade Zahl von Abgeordneten festgelegt.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Offizielles Ergebnis der Wahl zum Schwedischen Reichstag 1973 Statistiska centralbyrån, PDF-Dokument (Schwedisch, Englisch)
  2. Detlef Jahn: Das politische System Schwedens (PDF; 1,4 MB)