Waiouru

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Waiouru
Waiouru (Neuseeland)
Waiouru
Koordinaten 39° 29′ S, 175° 40′ O-39.483333333333175.66666666667Koordinaten: 39° 29′ S, 175° 40′ O
Einwohner 1.380 (2006)
Region Manawatu-Wanganui
Distrikt Ruapehu-Distrikt

Waiouru ist eine kleine Stadt im Zentrum der Nordinsel Neuseelands. Sie liegt am südlichen Ende des Rangipo Desert, 25 km südöstlich von Mount Ruapehu im Ruapehu-Distrikt.

Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist das 1978 eröffnete Queen Elizabeth II Army Memorial Museum, das sich mit Neuseelands Militärgeschichte befasst. Der Rest des Ortes besteht aus zwei Autowerkstätten, zwei Tankstellen, einer Karosseriewerkstatt, zwei Motels, zwei Kneipen, einer Metzgerei und sieben Restaurants und Cafes entlang des Highways. In der Nähe befinden sich ein Straßenbauunternehmen und ein Wartungsunternehmen. Ein kleiner Supermarkt befindet sich in einem Wohngebiet der Armee in 2 km Entfernung.

Waiouru ist eine Militärsiedlung, die mit dem Waiouru Army Camp der Neuseeländischen Armee und der Training Group (ATG), die dem Training von Rekruten und anderen Soldaten dient. An der Desert Road unmittelbar nördlich des Ortes befindet sich ein 870 km² großer Truppenübungsplatz, der sich hauptsächlich östlich der Straße erstreckt. Die Funkstation HMNZS Irirangi der Royal New Zealand Navy mit seiner riesigen Antenne liegt 2 km nördlich von Waiouru.

Verkehr[Bearbeiten]

Nördlich von Waiouru befindet sich der Desert Road genannte Teilabschnitt des State Highway 1. Dieser verläuft 35 km durch die Rangipo-Wüste bis nach Turangi am Südende des Lake Taupo.

Waiouru liegt an der Eisenbahnhauptstrecke der Nordinsel, dem North Island Main Trunk, die die Stadt im Jahre 1907 erreichte. Der Bahnhof in Waiouru ist mit 814 m der höchstgelegene des neuseeländischen Eisenbahnnetzes. Der Overlander hält seit April 2005 jedoch nicht mehr in Waiouru.

Sieben Kilometer westlich von Waiouru befindet sich die kleine Siedlung Tangiwai, Schauplatz von Neuseelands schwerstem Eisenbahnunglück am 24. Dezember 1953, Der Nachtzug von Wellington nach Auckland passierte die Eisenbahnbrücke kurz nachdem diese durch einen Lahar vom Mount Ruapehu beschädigt worden war. Die Brücke brach zusammen und der Zug stürzte in den Whangaehu River. 151 Menschen starben. Viele Armee- und Navyangehörige aus Waioru waren damals an den Rettungs- und Bergungsarbeiten beteiligt. Schwester Mortimer aus dem Krankenhaus des Armeecamps Waiouru, soll damals drei Tage ohne Pause die Überlebenden gepflegt und die Leichen ausgelegt haben, sie wurde dafür "The Angel of Tangiwai" ("Der Engel von Tangiwai") genannt.

Armeemuseum Waiouru

Geschichte[Bearbeiten]

1855 wurden durch den Missionar Tom Grace Merinoschafe aus Taupo geholt, um auf dem von Tussockgras dominierten Grasland um Waiouru zu weiden. Die Herde wurde jedoch 1869 Te Kootis Kriegern verspeist und weitere 4000 Schafe wurden aus Hawke's Bay über das Gebirge gebracht.

In den 1890er Jahren gab es zwischen dem Karioi-Busch und den Kaimanawa Ranges 40.000 Merinoschafe.

Saumpfade zur Stadt entstanden in den 1870er Jahren, nachdem 1869 Spuren von Gold 30 km nordöstlich von Waiouru auf Mr. Lyons Weide bei Kereru gefunden wurden. Diese wurden genutzt um die hunderte Tonnen Merinowolle nach Napier (Gentle Annie-Track) und später an den Lake Taupo (The Desert Road) oder bis hinunter nach Wanganui (Hales' Track und Field's Track) zu bringen. Diese Pfade entwickelten sich später zu mit Wagen für den Wolltransport befahrbaren Straßen. 1897 gab es in Waioru eine Poststation für die Passagiere der Postkutschen zwischen Napier und Taupo.

Der Overlander gezogen von einer EF 30163 nahe Waiouru

Die Eisenbahn erreichte den Ort 1907, jedoch gab es damals nur noch wenig Wolle zu versenden. Überweidung durch die Schafe hatte zu einer Kaninchenplage geführt. In den 1930er Jahren konnten bei Waiouru überhaupt keine Schafe mehr gehalten werden. 1939 wurde der größte Teil des nur gepachteten Landes der Schafzuchtstation von der Regierung für das Armeecamp übernommen.

Um 1904 richtete Alfred Peters ein Poststation mit Laden und Übernachtungsmöglichkeiten für die Reisenden und die 500 Männer ein, die westlich von Waiouru Aushubarbeiten für die Eisenbahn ausführten. Seine Nachkommen sind noch 2007 als Farmer in der Gegend ansässig. Wally Harding übernahm 1939 die Schafstation und begann 1951, mit Hilfe einer de Havilland Tiger Moth aus Kriegsbeständen seine Weiden zu düngen. Dieses Projekt entwickelte sich zu der Firma Wanganui Aero Work Ltd. Wallie's Enkel Lockie betreibt 2007 noch immer eine Farm in Waiouru.

Waiouru Army Camp[Bearbeiten]

Das Waiouru Army Camp entstand in den 1930er Jahren zum Training von Kräften der Territorial Army. 1939, einen Monat nach der Kriegserklärung, wurde ein großer Teil des Pachtlandes der Schafzuchtstation von Waiouru von der Krone zurückgefordert. Bis zum Dezember 1940 wurde ein großes Trainingslager errichtet und 340 km² Land als Truppenübungsplatz erworben.

Weitere 250 km² im Norden und Osten wurden dem Übungsplatz ab 1949 zugeschlagen. Der Highway wurde ausgebaut und eine Hochspannungsleitung das Moawhango-Tal hinauf gebaut. Die Basis wurde für das Training von Wehrpflichtigen und der SAS ausgebaut. Zu seinen besten Zeiten in den 1970er Jahren hatte Waiouru 6.000 Einwohner, darunter 600 Kinder. In den 1980er Jahren wurden einige Einheiten nach Linton verlegt und 1990 war die Wohnbevölkerung auf etwa 3.000 gefallen. Die Einwohnerzahlen sind weiter rückläufig. Beim Zensus 1996 hatte der Ort noch 2.478 Einwohner, 2001 nur noch 1.647 und 2006 1.380.[1] Die Armee führt jedoch immer noch die Mehrzahl der Ausbildungskurse, besonderes die anspruchsvolleren, in Waiouru durch.

Waiouru Airfield[Bearbeiten]

Die Royal New Zealand Air Force benutzt das befestigte Waiouru Airfield (ICAO-Code NZRU) westlich des Armeecamps für Übungslandungen von Hercules-Transportmaschinen und das Jameson Field innerhalb des Camps für Hubschrauber.

HMNZS Irirangi[Bearbeiten]

Die Funkabhörstation HMNZS Irirangi 2 km nördlich von Waiouru wurde ab dem Zweiten Weltkrieg von der Royal New Zealand Navy als Waiouru W/T Station, ab 1951 als HMNZS Irirangi genutzt. Sie wird jedoch heute nicht mehr für Abhörzwecke genutzt.

Quellen[Bearbeiten]

  • Arthur, P.M. 1984, Waiouru, Land of the Tussock, 1935-40.
  • Croom, F.G. 1941, The History of the Waiouru Military Camp.
  • Moss, G.R. 1956, The Waiouru Tussock Lands, NZ Jnl of Ag, 16 July, 1956.
  • Newspaper cutting, 1991, – author and journal unknown.
  • Brief – Waiouru Land Acquisition, 1987 – authors unknown.
  • A. Gregory, Weekend Herald 24 Dec 2003.
  • Waters, S.D. 1956, The Royal New Zealand Navy page 447 re HMNZS Irirangi

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistics New Zealand