Wakash-Sprachen

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Die Wakash-Sprachen oder Wakashan-Sprachen (engl.: wakashan languages) sind eine indigene nordamerikanische Sprachfamilie, die sechs in Kanada in British Columbia und auf Vancouver Island gesprochene Sprachen und eine ausgestorbene Sprache (Makah), die im nördlichsten Teil der USA gesprochen wurde, umfasst.

Verteilung der Wakash-Sprachen vor Ankunft der Europäer

Klassifikation[Bearbeiten]

  • Wakashan
    • Nord-Wakashan
      • Haisla (Kitamat) (mehrere 100 Sprecher Mithun 1999, 25 Sprecher Ethnologue 2009)
      • Kwak'wala (früher: Kwakiutl; Sprache der Kwakwaka'wakw-Stammesgruppe; mehrere 100 Sprecher Mithun 1999, 270 nach Ethnologue 2009)
      • Heiltsuk-Oowekyala (früher: Bella Bella)
        • Heiltsuk (300 Sprecher nach Ethnologue 2009, wenige nach Mithun 1999)
        • Oowekyala (fast ausgestorben)
    • Süd-Wakashan
      • Makah † (ehemalige Sprache des Makah-Stamms, z.Zt. Revitalisierungsversuche).
      • Nitinaht (Sprache des Ditidaht-Stammes, 30 Sprecher laut Ethnologue 2009)
      • Nuu-chah-nulth (früher: Nootka; Sprache der Nuu-chah-nulth-Stammesgruppe, 170 Sprecher Ethnologue 2009, 505 nach Kanada-Zensus 2001).

Der linguistische Abstand zwischen der Nord- und Südgruppe ist relativ groß, während die Sprachen innerhalb dieser Gruppen eng miteinander verwandt sind.

Externe Beziehungen[Bearbeiten]

Chimakum und Mosan[Bearbeiten]

Ein älterer Vorschlag verbindet die Wakashan-Sprachen genetisch mit den fast ausgestorbenen Chimakum-Sprachen. Die Sprachen beider Gruppen sind typologisch ähnlich und besitzen einige lexikalische Gemeinsamkeiten, die Campbell 1997 allerdings eher auf areale Kontaktphänomene zurückführt. Darüber hinaus wurde von Edward Sapir und Morris Swadesh eine Zugehörigkeit beider Familien und der Salish-Sprachen zum Mosan vorgeschlagen, wobei Swadesh seine Meinung später änderte und die Wakash-Sprachen als mit dem Eskimo-Aleutischen verwandt ansah, worüber er allerdings nichts veröffentlichte.

Eskimo-Aleutisch[Bearbeiten]

Nach dieser von Swadesh aufgestellten Theorie sind die Wakashan-Sprachen mit den eskimo-aleutischen Sprachen verwandt. Holst (2005) begründet das durch eine Liste von 62 Wortgleichungen und die Herleitung einiger Lautgesetze. Diese Beziehung überschreitet die von Joseph Greenberg gezogene Grenze zwischen den eskimo-aleutischen und den Amerind-Sprachen (siehe dort).

Gemeinsame grammatische Eigenschaften[Bearbeiten]

Phonologie[Bearbeiten]

Wakash-Sprachen zeichnen sich durch ein großes Phoneminventar aus. Charakteristisch ist dabei eine Reihe von Ejektiven sowie eine Reihe labialisierter Konsonanten. Außerdem gibt es eine große Zahl von Affrikaten.

Morphologie[Bearbeiten]

Wakash-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch. Die Wakash-Sprachen weisen dabei eine große Zahl lexikalischer Affixe auf und verfügen über ein Evidentialsystem. Sie weisen eine nur sehr schwach durch morphosyntaktische Eigenschaften repräsentierte Nomen-/Verb-Unterscheidung auf (vgl. Wortart).

Literatur[Bearbeiten]

  • Marianne Mithun: The Languages of Native North America. Cambridge University Press, Cambridge 1999, ISBN 0-521-23228-7, (Cambridge language surveys).
  • Lyle Campbell: American Indian Languages. The historical linguistics of Native America. Oxford University Press, Oxford 1997, ISBN 0-19-509427-1, (Oxford studies in anthropological linguistics 4).
  • Jan Henrik Holst: Einführung in die eskimo-aleutischen Sprachen. Buske Verlag, Hamburg 2005, ISBN 3-87548-386-3.
  • M. Paul Lewis: Ethnologue. Languages of the World. 16. Auflage. Summer Institute of Linguistics, Dallas Tx 2009, ISBN 978-1-55671-216-6.

Weblinks[Bearbeiten]