Wald-Labkraut

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Wald-Labkraut
Galium sylvaticum (Wald-Labkraut) IMG 3333.JPG

Wald-Labkraut (Galium sylvaticum)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Gattung: Labkräuter (Galium)
Art: Wald-Labkraut
Wissenschaftlicher Name
Galium sylvaticum
L.

Das Gewöhnliche Wald-Labkraut (Galium sylvaticum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Wald-Labkraut ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 50 und 100 (selten bis 140) Zentimeter erreicht. Der aufrechte, locker verzweigte, glatte, runde Stängel besitzt bisweilen vier undeutliche Längsrippen. Die mittleren, länglich-lanzettlichen Laubblätter sind zu sechs bis acht in einem Quirl angeordnet. Die bläulich bereiften, unterseits graugrünen Blätter sind etwa 2 bis 4 cm lang und 3 bis 10 mm breit.

Der rispige Gesamtblütenstand ist locker, ausgebreitet und verzweigt. Die Blütezeit der kleinen, weißen Blüten reicht von Juli bis August. Die Blütenknospen sind oft nickend. Die Spaltfrüchte sind glatt und klein-kugelig.

Ökologie[Bearbeiten]

Das Wald-Labkraut ist ein Rhizom-Geophyt oder ein Hemikryptophyt.

Blütenbiologisch handelt es sich um vormännliche, „Nektar führende Scheibenblumen“. Bestäuber sind Fliegen und Käfer; auch spontane Selbstbestäubung ist möglich.

Es findet Ausbreitung durch Ameisen und wahrscheinlich auch Zufallsausbreitung durch Rehe u.s.w. statt. Sie werden wohl auch als Rollfrüchte vom Regen ausgeschwemmt. Die Fruchtreife reicht von August bis Oktober.

Das Wald-Labkraut braucht nährstoff- und mullreichen Lehmboden.

Es ist ein typischer Laubwaldbewohner, vor allem der Eichen-Hainbuchen- und der Buchenwälder. Die Standorte sind schattig und nicht zu trocken.

Vorkommen[Bearbeiten]

Das Wald-Labkraut ist mitteleuropäisch verbreitet und von den Tieflagen bis in die mittleren Gebirgslagen zu finden. Es wächst in Laubwäldern und ist Charakterart des Galio-Carpinetum.

Im Tiefland westlich der Elbe kommt es selten vor und fehlt gebietsweise, östlich davon tritt es zerstreut auf, sonst ist es häufig. Es steigt in den Alpen bis etwa zur Laubwaldgrenze auf.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ruprecht Düll, Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. 2005, ISBN 3-494-01397-7
  • M. A. Fischer, W. Adler & K. Oswald : Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, Linz, 2005, ISBN 3-85474-140-5
  • R. Düll/ H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, 7. Auflage, Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1
  • Aichele/Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Franckh-Kosmos-Verlag, 2. überarbeitete Auflage 1994, 2000, Band 3, ISBN 3- 440-08048-X
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 5: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Asteridae): Buddlejaceae bis Caprifoliaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-3342-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Galium sylvaticum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien