Wald-Vergissmeinnicht

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Wald-Vergissmeinnicht
Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica)

Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Gattung: Vergissmeinnicht (Myosotis)
Art: Wald-Vergissmeinnicht
Wissenschaftlicher Name
Myosotis sylvatica
Ehrh. ex Hoffm.

Das Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Die zweijährige bis mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 15 und 45 Zentimetern. Sie ist meist reichästig, mit einem ausgebreiteten oder aufrechten Stängel. Die Blätter sind wechselständig angeordnet, wobei die Rosettenblätter gestielt und die breit-lanzettlichen Stängelblätter sitzend sind. Die Blätter sind kurz behaart.

Der Kelch mit linealischen Zipfeln ist locker und abstehend behaart; die längsten Hakenhaare sind dabei 0,2 mm lang. Die Blüten stehen jeweils zu mehreren in einer aufrechten Scheinrispe. Die Krone ist anfangs rötlich violett, später himmelblau. Die Kronröhre ist durch gelbe Schlundschuppen verengt. Blütezeit ist von Mai bis Juli. Die Klausen der Früchte bleiben unter 1,7 mm lang.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.[1]

Vorkommen[Bearbeiten]

Das Wald-Vergissmeinnicht ist in Europa weit verbreitet. In Deutschland ist diese Pflanzenart vor allem in südlichen Teil häufig und steigt bis auf 1860 Meter. In Österreich ist sie häufig in allen Bundesländern, von der submontanen bis montanen Höhenstufe.

Das Wald-Vergissmeinnicht bevorzugt als Standort frische Fettwiesen, Säume, Waldschläge, Hochstaudenfluren und auch Viehlagerplätze. Die Pflanze braucht einen frischen bis feuchten, nährstoff- und basenreichen, lockeren, humosen Boden.

Zierformen dieser Art werden in Gärten verwendet und sind stellenweise verwildert.

Ökologie[Bearbeiten]

Das Sumpf-Vergissmeinnicht ist eine ausdauernde Halbrosettenpflanze und eine Sumpfpflanze. Die Kanten ihrer Blätter wirken sich bei Erschlaffung stabilisierend auf die Pflanze aus.

Die Blüten sind kleine, homogame „Stieltellerblumen“ mit eingeschlossenen Narben und Staubbeuteln. Der Blüteneingang ist durch 5 gelbe Schlundschuppen verengt, die als Sperre für kleinere, bestäubungsunfähige Besucher dienen; die Schlundschuppen wirken zugleich als Saftmalring und vor allem auch als Staubbeutelattrappen. Der Nektar ist für Bienen, Falter und langrüsselige Fliegen, z.B. auch für Tanzfliegen erreichbar. Narbe und Staubbeutel stehen in gleicher Höhe, daher ist schon vor dem Aufblühen eine Selbstbestäubung möglich. Die Pollenkörner gehören mit nur 0,005 mm Durchmesser zu den kleinsten der heimischen Flora.

Blütezeit ist von Mai bis Juli

Die Spaltfrüchte zerfallen in 4 Klausen, diese unterliegen der Schwimmausbreitung und sie werden als Windstreuer ausgebreitet.

Fruchtreife ist von Juni bis August.

Die vegetative Vermehrung erfolgt durch kurze, oberirdische Ausläufer.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kremer: Wildblumen, München 2001, ISBN 3-576-11456-4
  • Fischer, M. A., Adler, W. & Oswald K.: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, Linz, 2005, ISBN 3-85474-140-5
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korr. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. 8. Auflage, Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien