Waldau (Thüringen)

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50.502510.822222222222412Koordinaten: 50° 30′ 9″ N, 10° 49′ 20″ O

Waldau
Wappen von Waldau
Höhe: 412 m ü. NN
Eingemeindung: 1. August 1996
Postleitzahl: 98553
Vorwahl: 036878
Dorfkirche

Dorfkirche

Waldau ist ein Ortsteil der Gemeinde Nahetal-Waldau im Landkreis Hildburghausen in Thüringen.

Lage[Bearbeiten]

Waldau liegt etwa zehn Kilometer (Luftlinie) nordöstlich der Kreisstadt Hildburghausen, am Fuße des Thüringer Waldes und 410 Meter über dem Meeresspiegel. Durch den Ort fließt die Schleuse. Zum Ort Waldau gehört der Ortsteil Oberrod.

Geschichte[Bearbeiten]

Waldau wurde 1299 erstmals urkundlich erwähnt.[1] Die ersten Siedler waren Waldbauern und Handwerker. Unweit der Ortslage Waldau verlief ein Zweig der als „Hohe Straße“ bekannten mittelalterlichen Handelsstraße von Nürnberg nach Leipzig über den Thüringer Wald. Damit erhielt Waldau eine Bedeutung als Rastplatz und bekam eine Zollstation. Der Ort gehörte zur Grafschaft Henneberg und gelangte 1660 an das Herzogtum Sachsen-Zeitz.

Die Dorfkirche wurde bereits 1624 erbaut. Hornmühle, Appelsthaler Mühle und eine Papiermühle nutzten die Energie der Schleuse. Der Flurname Harzwald weist auf das Gewerbe der Harzscharrer und Pechbrenner hin. Waldau war 1598–1659 von Hexenverfolgung betroffen. Zwei Frauen und zwei Männer gerieten in Hexenprozesse. Margaretha Griebel wurde 1598 unter dem Vorwurf des Haltens eines Drachens verbrannt.[2]

1718 gelangte Waldau an das Kurfürstentum Sachsen. In jener Zeit gehörte der Ort zum Amt Schleusingen. Am 3. April 1763 wurde dem Ort vom Herzog Xaver von Sachsen die Berechtigung zum Abhalten eines Jahr- und eines Viehmarktes verliehen. Von 1815 bis 1945 gehörte Waldau zu Preußen (Landkreis Schleusingen). Der Ort wurde 1977 zum „Staatlich anerkannten Erholungsort“ ernannt.

Am 1. August 1996 schlossen sich Waldau und seine Nachbarorte zur Gemeinde Nahetal-Waldau zusammen.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Waldaus Ortsteil Oberrod befindet sich in unmittelbarer Nähe des Bergsee Ratscher mit einer Vielzahl touristischer Angebote. In der Ortslage Oberrod ist die St.-Wolfgangs-Kapelle sehenswert.

Am kulturellen Leben der Gemeinde haben der 1874 gegründete Volkschor und die 1964 gegründete Blasmusikkapelle einen bedeutenden Anteil. Dem Gemeinwohl ist auch die 1924 gegründete Freiwillige Feuerwehr verpflichtet.

Ortsansicht von Waldau

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Ort feierte dieses Jubiläum am 20. Juni 1999 mit einem Festumzug.
  2. Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Waldau, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 244f. und 253f.; Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 568.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Waldau (Thüringen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien