Waldbaur

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Historische Waldbaur-Reklametafel an einer Hauswand in Besigheim

Waldbaur war ein deutscher Schokoladenhersteller mit Unternehmenssitz in Stuttgart.

Das Unternehmen wurde 1848 von dem Apotheker Franz Waldbaur (1808–1866) und dem Kaufmann Gustav Waldbaur (1814–1861) in der Stuttgarter Innenstadt am Feuersee gegründet.[1] Als einer der ersten deutschen Hersteller nahmen die beiden Brüder in ihrer „Dampf-Chocolade-Fabrik“ Schokoladenerzeugnisse in ihr Sortiment auf.

Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Produktionsstätte am Calwer Tor 7 für die inzwischen über 50 Mitarbeiter zu eng wurde, siedelte sich das Unternehmen auf einem neuen Gelände an der Stuttgarter Rotebühlstraße 83 an. An der Hauswand des heute als Bürogebäude genutzten Gebäudekomplexes Rotebühlstraße 83 bis 87 prangt noch heute ein sechs Meter langes Metallschild mit der Aufschrift Waldbaur Schokoladenfabrik. Königlicher Hoflieferant[2].

Die Familie Löes führte fortan das Unternehmen. In der Folge entwickelte sich das Unternehmen zu einem der führenden Schokoladenhersteller im Deutschen Reich. Schokolade wurde in Stuttgart außerdem noch von den Unternehmen Eszet, Haller, Moser-Roth, Schoko-Buck, Friedel und Ritter produziert, die bis auf letztere heute nicht mehr existieren, unter deren Marken aber teilweise von anderen Unternehmen weiter Schokoladenprodukte vertrieben werden.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Gebäude stark zerstört. Nach deren Wiederaufbau konnte Ende der 1940er Jahre die Produktion wieder aufgenommen werden.

Neben vielen Sorten von Tafelschokolade waren die Waldbaur-Katzenzungen in bunten Dosen und Schachteln das bekannteste Produkt.

1976 wurden die Marken des Unternehmens Waldbaur – ebenso wie ein Jahr zuvor schon die der ebenso gut eingeführten Firma Eszet – vom Kölner Schokoladenkonzern Stollwerck übernommen. Die Produktion am Standort Stuttgart wurde 1977 eingestellt und 700 Mitarbeiter wurden entlassen.

Das Unternehmen änderte sein Geschäftsfeld zu einer Verwaltungs- und Beteiligungs-GmbH.

Literatur[Bearbeiten]

  • Egid Fleck: Aus der Geschichte der heutigen „Mohren“-Apotheke in Möhringen auf den Fildern. In: Armin Wankmüller (Herausgeber): Beiträge zur württembergischen Apothekengeschichte, Band VI, Heft 1, Juni 1963, Seite 4 [1] (PDF; 41,3 MB).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. #Fleck 1963.
  2. Waldbaur Königlicher Hoflieferant (PDF; 2,2 MB)

Weblinks[Bearbeiten]