Waldemar Fegelein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Waldemar Fegelein (* 9. Januar 1912 in Ansbach; † 20. November 2000 in Obermeitingen) war ein Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnr. 2.942.829), der SS (SS-Nr. 229.780) und ein späterer Offizier in der Waffen-SS. Er war der jüngere Bruder von Hermann Fegelein und wird mit zahlreichen Kriegsverbrechen in Verbindung gebracht.

Leben[Bearbeiten]

Waldemar Fegelein stammte aus kleinbürgerlichen Verhältnissen. Über den elterlichen Reiterhof bei München hatte er frühzeitig Kontakt mit der Reiter-SS, der er schließlich beitrat.

Im Juli 1937 wurde der elterliche Reiterhof bei München zur SS-Hauptreitschule ernannt und diese der „besonderen Verwendung“ Heinrich Himmlers unterstellt. Die Fegeleins bauten zusammen das heutige Olympia-Reitzentrum in München-Riem auf, das auf dem Gelände der damaligen SS-Hauptreitschule lag. Waldemar Fegelein gewann 1939 auf seinem Pferd „Nordrud“ das Deutsche Springderby in Hamburg.

Im Zweiten Weltkrieg war Fegelein als Angehöriger der dem Kommandostab RFSS unterstellten SS-Kavallerie-Brigade im Sommer 1941 im Rahmen von „Säuberungsunternehmen“ im Gebiet nördlich der Pripjetsümpfe aktiv in der später als Holocaust bezeichneten Judenvernichtung eingebunden. Als zeitweiliger Kommandeur des 1. SS-Kavallerie-Regiments und von dessen 1. Schwadron leitete er in mehreren Schtetl persönlich die Erschießung der jüdischen Einwohnerschaft.[1] Später kommandierte er das SS-Reiter-Regiment 2 der 8. SS-Kavallerie-Division „Florian Geyer“. Am 26. Februar 1945 übernahm er das Kommando über einen neu gegründeten Freiwilligenverband, nämlich die 37. SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division „Lützow”, die er nur wenige Wochen bis März 1945 führte. Im Rang eines Sturmbannführers wurde er am 16. Dezember 1943 von Himmler mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Das Deutsche Kreuz in Gold erhielt er am 2. Dezember 1944. Zudem war er Träger der Nahkampfspange erste Stufe (Bronze), sein letzter Dienstgrad bei Kriegsende war SS-Standartenführer.

Fegelein tauchte nach dem Krieg mit dem Namen Axel Fegelein unter und leitete zuletzt einen Reiterhof in der Nähe von Bad Wörishofen. Warum Fegelein seinen auffälligen Nachnamen in der Besatzungszeit nicht änderte, ist nicht bekannt. Für seine während des Ostfeldzuges begangenen Verbrechen musste er sich nie vor Gericht verantworten.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. dazu Martin Cüppers: Wegbereiter der Shoah. Die Waffen-SS, der Kommandostab Reichsführer-SS und die Judenvernichtung 1939 – 1945 (Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart, Bd. 4). 2., unveränderte Aufl., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-89678-758-3, S. 324. – Einem ehemaligen Mitkämpfer gegenüber äußerte er 1946 in der Kriegsgefangenschaft: „[W]enn die Sachen in den Pripjetsümpfen einmal herauskämen, würde es noch etwas geben.“ Ebda., S. 313.
  2. Cüppers (2011), S. 324.