Waldenbuch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Waldenbuch
Waldenbuch
Deutschlandkarte, Position der Stadt Waldenbuch hervorgehoben
48.6372222222229.1316666666667362Koordinaten: 48° 38′ N, 9° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Böblingen
Höhe: 362 m ü. NHN
Fläche: 22,7 km²
Einwohner: 8461 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 373 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71111
Vorwahl: 07157
Kfz-Kennzeichen: BB, LEO
Gemeindeschlüssel: 08 1 15 048
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
71111 Waldenbuch
Webpräsenz: www.waldenbuch.de
Bürgermeister: Michael Lutz
Lage der Stadt Waldenbuch im Landkreis Böblingen
Landkreis Esslingen Landkreis Tübingen Landkreis Reutlingen Landkreis Ludwigsburg Stuttgart Landkreis Calw Enzkreis Pforzheim Mötzingen Jettingen Holzgerlingen Deckenpfronn Aidlingen Ehningen Gärtringen Hildrizhausen Nufringen Bondorf Gäufelden Herrenberg Waldenbuch Weil im Schönbuch Weil im Schönbuch Altdorf (Landkreis Böblingen) Holzgerlingen Böblingen Schönaich Steinenbronn Magstadt Sindelfingen Grafenau (Württemberg) Weil der Stadt Renningen Rutesheim Rutesheim Weissach LeonbergKarte
Über dieses Bild

Waldenbuch ist eine Stadt in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Böblingen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Waldenbucher Städtle von Süden

Waldenbuch liegt am Nordrand des Waldgebiets und gleichnamigen Naturparks Schönbuch, rund 17 km südlich von Stuttgart. Es befindet sich nördlich des Betzenbergs im Aichtal auf 340 bis 460 m ü. NN. Die Landesstraße 1208 (ehemals Bundesstraße 27) Stuttgart–Tübingen führt durch die Stadt.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Waldenbuch gehören die Stadt Waldenbuch, die Stadtteile Glashütte, Hasenhof und Liebenau und die Häuser Bachenmühle, Burkhardtsmühle und Obere Sägmühle sowie die abgegangenen Ortschaften Schützenhausen und Waldbruderhaus.[2]

Die Stadt Waldenbuch gliedert sich in folgende Stadtteile:

Stadtteil Einwohner[3]
Stadtkern („Städtle“) 2965
Kalkofen 3602
Hasenhof 154
Liebenau 1006
Glashütte 697
Insgesamt am 31. Dezember 2007 8424

Geschichte[Bearbeiten]

Waldenbuch wurde erstmals 1296 urkundlich erwähnt. Die Stadtrechte sind seit dem 14. September 1363 bezeugt. Seit 1363 gehörte die Stadt zu Württemberg, stand aber unter dem Rückkaufsrecht Österreichs, das erst Graf Eberhard im Bart Ende des 15. Jahrhunderts ablöste. 1534 wurde Waldenbuch Sitz des württembergischen Waldvogtes.

Waldenbuch 1683
Hasenhof 1683
(aus den Forstlagerbüchern
von Andreas Kieser)

Religionen[Bearbeiten]

Turm der Stadtkirche
Ostgiebel der Stadtkirche

Seit der Reformation ist Waldenbuch evangelisch geprägt. Erst 1950 gründeten Heimatvertriebene wieder eine römisch-katholische Kirchengemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahl
1. Dezember 1871 ¹ 1.895
1. Dezember 1900 ¹ 1.832
17. Mai 1939 ¹ 2.204
13. September 1950 ¹ 3.265
6. Juni 1961 ¹ 4.475
27. Mai 1970 ¹ 5.220
25. Mai 1987 ¹ 7.389
31. Dezember 1995 8.267
31. Dezember 2000 8.727
31. Dezember 2005 8.651
31. Dezember 2010 8.527

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Waldenbuch hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis[4]. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
40,97 %
32,08 %
26,95 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,26 %p
+0,54 %p
+2,72 %p
FW Freie Wählervereinigung Waldenbuch 40,97 7 44,23 8
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,08 6 31,54 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 26,95 5 24,23 4
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 56,39 % 56,09 %

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber eine bewurzelte grüne Buche, deren Stamm mit einer liegenden schwarzen Hirschstange beheftet ist.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Waldenbuch unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

  • Mylau im Vogtland, seit 1990
  • Provins in Frankreich, noch nicht urkundlich.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Landesstraße 1208 (alte B 27) verbindet die Stadt im Norden mit Stuttgart und im Süden mit Tübingen, während die L 1185 im Westen nach Böblingen und im Osten nach Nürtingen führt.

Die 1928 eröffnete Siebenmühlentalbahn nach Leinfelden wurde bereits 1956 wieder stillgelegt. Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen heute die Buslinie 86 (Vaihingen–Leinfelden–Waldenbuch) der SSB sowie die Buslinien 760 (Böblingen–Schönaich–Waldenbuch), 826 (Leinfelden–Waldenbuch–Tübingen) und 828 (Flughafen–Waldenbuch–Tübingen) der RBS.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Mit der Oskar-Schwenk-Schule verfügt Waldenbuch über eine Grund-, Haupt- und Realschule. Waldenbuch besitzt eine Stadtbücherei mit zwei Zweigstellen. Gleichzeitig kooperiert die Stadtbücherei Waldenbuch mit Böblingen, Ehningen, Leonberg und Herrenberg im interkommunalen Verbund „onlinebibliothekBB“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Museum Ritter
  • Das Museum der Alltagskultur, eine Außenstelle des Landesmuseums Württemberg, befindet sich im Jagdschloss.
  • Seit 2005 gibt es das Museum Ritter. Es beherbergt Werke aus der Sammlung von Marli Hoppe-Ritter, der Enkelin des Firmengründers Alfred Ritter. In der anderen Hälfte des Gebäudes befindet sich ein Schokoladenmuseum und ein Schokoladenwerksverkauf.

Vereine[Bearbeiten]

Insgesamt bestehen in Waldenbuch 65 Vereine oder Vereinigungen. Die ältesten sind

  • Liederkranz Waldenbuch 1841 e.V.
  • Musikverein Stadtkapelle Waldenbuch 1888 e.V.
  • Turn- und Sportverein Waldenbuch 1891 e.V.
  • Die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist in Waldenbuch durch die DLRG Ortsgruppe Waldenbuch-Steinenbronn vertreten. Die Ortsgruppe gehört zum DLRG Bezirk Glems-Schönbuch e.V..

Bauwerke[Bearbeiten]

Marktplatz mit Blick auf die Stadtkirche
Das Alte Pfarrhaus
Schloss Waldenbuch
Rathaus Waldenbuch
Altes Backhaus
  • Die Stadtkirche St. Veit geht in ihren Ursprüngen auf das 14. Jahrhundert zurück. Ursprünglich schloss sich an den Turm auf der Westseite das Kirchenschiff an. Im Zuge der Erweiterung des benachbarten Schlosses wurde jedoch das alte Kirchenschiff abgerissen und 1605 bis 1607 ein neues auf der Ostseite angebaut. Dabei wurden die alten gotischen Fenster weiterverwendet. An dem Bau waren der Baumeister Elias Gunzenhäuser und der Steinmetz Peter Pfänder beteiligt. Der Ostgiebel stellt ein beeindruckendes Zeugnis der Baukunst der Renaissance dar.
  • Das Alte Pfarrhaus steht in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadtkirche. Das heutige Bauwerk stammt aus dem Jahr 1720; der Vorgängerbau wurde 1560 abgerissen. 1786 und 1834 erfolgten umfangreiche Umbaumaßnahmen. 1970 wurde das denkmalgeschützte Bauwerk mit der Einrichtung eines Gemeindezentrums seiner ursprünglichen Bestimmung enthoben. Seit 1990 dient es als städtische Musikschule.
  • Neben dem Alten Pfarrhaus befindet sich die Pfarrscheuer. Sie diente zur Aufnahme des Kleinen Zehnten und der Erträge der Besoldungsgrundstücke. Der große Zehnte wurde nicht in diesem Fachwerkgebäude, sondern in der Zehntscheuer abgeliefert.
  • Das Schloss Waldenbuch war ein Jagdschloss der württembergischen Herzöge. Der Kern der Anlage geht auf eine Burg zurück, die schon 1381 erwähnt wurde. Der Ostflügel, dem das alte Schiff der Stadtkirche weichen musste, wurde unter Herzog Christoph 1562 bis 1566 erbaut. Der Schlossbrunnen stammt aus dem Jahr 1650, der Westflügel mit den Küchenräumen wurde 1687 bis 1690 hinzugefügt. 1717 bis 1719 folgte der Südflügel. Die alte Burg sowie die Waldvogtei wurden damals abgerissen.
  • Schloss und Stadtkirche samt zugehörigen Gebäuden stehen oberhalb des Marktplatzes. Dort befindet sich das Rathaus. Das Baujahr 1575 ist nicht sicher nachgewiesen. Ein alter Inschriftstein über der Tür stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und geht auf den Waldvogt Lamprecht Schlegg zurück. Lange diente das Gebäude als Gasthof zum Rappen. 1781 ging es in den Besitz des Amtmannes Klein über. Das damals auf dem Marktplatz befindliche alte Rathaus wurde zu diesem Zeitpunkt abgerissen.
  • Gegenüber dem Rathaus befindet sich das Stammhaus Wider, ebenfalls ein Fachwerkbau. Es wurde um 1750 als Gästehaus für Hofjagden errichtet. Von 1754 bis 1923 war es im Besitz der Familie Wider, zu der neben Daniel Wider, einem Kaufmann, der das Haus in den Besitz der Familie brachte, auch der Stadtschultheiß Immanuel Wider und der Waldenbucher Chronist Otto Springer gehörten.
  • Der Marktbrunnen, der etwa in der Mitte des Platzes steht, stammt aus dem Jahr 1953, jedoch sind Vorgänger bis mindestens ins 18. Jahrhundert nachgewiesen.
  • Das Danneckerhaus, erbaut um 1620, Danneckerstraße 1: Hier verlebte der Bildhauer Johann Heinrich Dannecker seine Kindheit bei seinen Großeltern.
  • Der Schafhof legt Zeugnis von den wirtschaftlichen Aktivitäten der Herrscher ab. In der Nähe des Schafhofs befand sich das Untere Tor der Stadtbefestigung.
  • Das Alte Backhaus stammt aus dem Jahr 1847 und war ursprünglich ein Mehrzweckgebäude. Es diente nicht nur als Back- und Waschhaus, sondern besaß in seinem oberen Stock auch eine Schulstube. In der Backküche arbeitete zeitweise ein Küchenbeck.
  • Die Stadtmühle, eine wasserkraftgetriebene Mahlmühle, wurde 1785 in Betrieb genommen.
  • Die Überreste der alten Stadtmauer zeugen von Waldenbuchs früher Geschichte als Stadt. Aus dem Jahr 1524 ist eine Erwähnung des heute noch erkennbaren Kleinen Törlin überliefert; dieses Tor sicherte den Fluchtweg aus der Burg über eine unterirdische Treppe.
  • Mehrere (ehemalige) Gasthöfe in Waldenbuch haben eine lange Tradition
    • Der ehemalige Gasthof Post an der Straße von Stuttgart nach Tübingen war eine alte Posthalterei. 1797 wurde durch Kielmeyer ein Neubau errichtet. Zu den Gästen gehörten 1793 Friedrich Schiller, 1797 Goethe, 1799 Erzherzog Karl und Ludwig Uhland. Der Bau wurde 1984 restauriert und vergrößert.
    • Das Gasthaus Krone trägt ein Bäckerwappen der Familie Lindenberger aus dem Jahr 1705. Später ging es in den Besitz der Familie Kielmeyer über, die auch die Gasthäuser Lamm und Linde besaß. Die Krone war ein beliebtes Ausflugslokal für Tübinger Studenten und beherbergt heute noch einen alten Tisch, in dem sich die Stammgäste mit Schnitzereien verewigt haben.
  • Keltenschanze
  • Fernmeldeturm auf dem Betzenberg
  • Entlang der Hauptstraße stehen die für die ländliche Region typischen Quereinhäuser, Bauernhäuser, in denen die Wohnräume und die Wirtschaftsräume (Stall, Scheune) unter einem Dach liegen. Der Wohn- und der Wirtschaftsbereich ist von der Traufseite aus, d. h. quer, zugänglich. Haustür und Scheunentor liegen auf einer Seite (in der Regel entlang der Hauptstraße). Das typische Waldenbucher Quereinhaus ist zweigeschossig. Die Häuser stehen unter Denkmalschutz.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Waldenbuch auf den Fildern, Autor:Martin Lang, mit Holzschnitten von Joachim Lutz, Verlag: Gengenbach & Hahn-Verlag Mannheim Druck: 1926 in limitierter Auflage

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Waldenbuch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 126–128
  3. Blick zurück 2007 (Sonderausgabe der Stadtnachrichten)
  4. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart