Waldenburg (Sachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Waldenburg
Waldenburg (Sachsen)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Waldenburg hervorgehoben
50.87583333333312.599722222222254Koordinaten: 50° 53′ N, 12° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Zwickau
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Waldenburg
Höhe: 254 m ü. NHN
Fläche: 25,06 km²
Einwohner: 4188 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08396
Vorwahl: 037608
Kfz-Kennzeichen: Z, GC, HOT, WDA
Gemeindeschlüssel: 14 5 24 290
Stadtgliederung: Kernstadt; 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
08396 Waldenburg
Webpräsenz: www.waldenburg.de
Bürgermeister: Bernd Pohlers
Lage der Stadt Waldenburg im Landkreis Zwickau
Bernsdorf Callenberg Crimmitschau Crinitzberg Dennheritz Fraureuth Gersdorf Glauchau Hartenstein Hartmannsdorf Hirschfeld Hohenstein-Ernstthal Kirchberg Langenbernsdorf Langenweißbach Lichtenstein Lichtentanne Limbach-Oberfrohna Meerane Mülsen Neukirchen/Pleiße Niederfrohna Oberlungwitz Oberwiera Reinsdorf Remse Schönberg St. Egidien Waldenburg Werdau Wildenfels Wilkau-Haßlau Zwickau Sachsen Thüringen Vogtlandkreis Erzgebirgskreis Chemnitz Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild

Waldenburg ist eine Stadt im Norden des sächsischen Landkreises Zwickau. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Waldenburg.

Geographie[Bearbeiten]

Zwickauer Mulde
Blick über die Zwickauer Mulde auf Waldenburg

Angrenzende Gemeinden sind Callenberg, die Städte Glauchau und Limbach-Oberfrohna, Oberwiera und Remse im Landkreis Zwickau sowie Göpfersdorf, Jückelberg und Ziegelheim im thüringischen Landkreis Altenburger Land.

Durch Waldenburg fließt die Zwickauer Mulde.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Sie besteht aus den Ortsteilen Dürrenuhlsdorf, Franken, Niederwinkel, Schlagwitz, Schwaben, Oberwinkel und Waldenburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Chronologie[Bearbeiten]

In der Zeit zwischen 1165 und 1172 wurde von Hugo von Wartha und Rudolph von Brand die Burg Waldenburg im Auftrag Kaiser Friedrich I. (genannt Barbarossa) errichtet. Um 1199 nannte sich Hugo von Wartha erstmals Hugo von Waldenburg (vgl. Waldenburg (Adelsgeschlecht)). Im Jahr 1254 soll nach der unveröffentlichten Stadtchronik von Fritz Resch die Stadt Waldenburg gegründet worden sein. Dafür gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege. König Ludwig von Bayern erwähnte Waldenburg erstmals 1336. 1378, infolge der Erbeinigung zwischen Johannes I. von Waldenburg und Friedrich von Schönburg-Hassenstein, wurden die Schönburger die Herren der Burg, der Stadt und der Herrschaft Waldenburg.

Den Waldenburger Töpfern wurde 1388 als ersten in Deutschland ein Innungsbrief verliehen. 1425 brannte die Stadt bis auf zwei Häuser nieder. 1430 wurde die Stadt von den Hussiten abgebrannt und geplündert. 1473 wurde ein Bürgerhaus gekauft, um es als Rathaus zu nutzen. Das erste Rathaus wurde in der Zeit zwischen 1528 und 1531 erbaut. 1576 starben 200 Menschen durch die Pest. 1633 starben abermals 389 Menschen an der Pest.

Das heutige Rathaus wurde 1731 erbaut und 1777 entstand die erste Strumpfwarenfabrik. Zwischen 1780 und 1795 wurde der Grünfelder Park von Otto Carl-Friedrich von Schönburg angelegt. 1784 wurde Triks Weberei zum ersten Mal erwähnt. In den Jahren 1823 und 1824 wurde die Lutherkirche nach dem Entwurf von Albert Geutebrück errichtet.

Waldenburg, Lithographie 1839

1843 eröffnete Fürst Otto Victor I. von Schönburg zum Andenken an seine Tochter Marie Caroline ein Krankenhaus mit Namen „Carolinenstift“. Zwischen 1844 und 1847 wurde das Waldenburger Museum, ein Naturkundemuseum, erbaut. 1848 wurde die Burg durch einen Brand zerstört. 1855 wurde das Schloss wieder erbaut. Von 1909 bis 1912 wurde das Schloss in seine heutige Gestalt umgebaut. 1927 wurde das Waldenburger Sommerbad gebaut.

Im April 1945 endete in Waldenburg ein Todesmarsch für 500 Männer und 2500 Frauen vom Außenlager Altenburg des KZ Buchenwald.

1945 wurden die Schönburger aufgrund der Bodenreform entschädigungslos enteignet. Das Waldenburger Schloss wurde 1947 als Tuberkulose- bzw. Lungen-Heilstätte eingerichtet, die bis 1998 existierte.

1973 wurde ein Gemeindeverband mit umliegenden Gemeinden gebildet.

Eine in die Außenwand der Pfarrkirche eingelassene Tafel zeigt folgenden Text: „In Dankbarkeit. In dieser Kirche begann im Herbst 1989 die friedliche Revolution in Waldenburg".

Religionen[Bearbeiten]

Kirche in der Altstadt

Die erste Kirche in Waldenburg wurde im 13. Jahrhundert erbaut. 1542 setzte sich die Reformation in Waldenburg durch.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Kirche im Ortsteil Schwaben
Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Altstadt Waldenburg[2] 1. Juli 1928
Altwaldenburg[3] 1. April 1934
Dürrenuhlsdorf[4] 1. Januar 1999
Eichlaide[2] vor 1880 Eingemeindung nach Altwaldenburg
Franken[5][6] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Dürrenuhlsdorf
Grünfeld[2] vor 1880 Eingemeindung nach Altstadt Waldenburg
Niederwinkel[4] 1. Juli 1992
Oberwinkel[5] 1961
1974
Eingemeindung nach Ebersbach,
Umgliederung nach Waldenburg
Schlagwitz[5][6] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Dürrenuhlsdorf
Schwaben[5] 1969 Eingemeindung nach Dürrenuhlsdorf

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(ab 1998 31. Dezember)

  • 1815 – 1714 1
  • 1819 – 1989 1
  • 1830 – 2150 1
  • 1834 – 2167 (353 Häuser)1
  • 1933 – 5234
  • 1939 – 5083
  • 1998 – 4871
  • 1999 – 4857
  • 2000 – 4870
  • 2001 – 4762
  • 2002 – 4725
  • 2003 – 4661
  • 2004 – 4637
  • 2005 – 4604
  • 2006 – 4529
  • 2007 – 4492
  • 2008 – 4412
  • 2009 – 4381
  • 2010 – 4375
  • 2011 – 4301
  • 2012 – 4217
  • 2013 – 4188
1: Albert Schiffner: Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen. Band 1. Leipzig 1839.
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 55,2 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,3 %
27,3 %
6,1 %
7,8 %
0,7 %
3,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+9,6 %p
-3,7 %p
-5,7 %p
-2,1 %p
-2,0 %p
+3,9 %p

Stadtrat[Bearbeiten]

Rathaus

Seit der Stadtratswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • FW: 9 Sitze
  • CDU: 5 Sitze
  • Bürgerinitiative für gerechte kommunale Abgaben: 1 Sitz
  • LINKE: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bernd Pohlers (Freie Wähler) ist Bürgermeister der Stadt Waldenburg.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften bestehen mit

Daneben gibt es freundschaftliche Beziehungen zu den gleichnamigen Gemeinden Waldenburg in Baden-Württemberg und Waldenburg im Schweizer Kanton Basel-Landschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Waldenburg
Elisenteich im Grünfelder Park
Pfarrkirche St. Bartholomäus
Heimatmuseum und Naturalienkabinett

Theater[Bearbeiten]

  • Mit ca. 1000 m² bespielbarer Fläche und reichlich 1100 Sitzplätzen gehört das Freilicht-Theater Waldenburg zu den größten, gleichzeitig aber auch idyllischsten Bühnen Deutschlands. Es liegt im Herzen der alten englischen Parkanlage, dem Grünfelder Park in Waldenburg.

Museen[Bearbeiten]

Die bekannteste Sehenswürdigkeit von Waldenburg ist das „Heimatmuseum und Naturalienkabinett“ u. a. mit einem einzigartigen Präparat eines menschlichen Fetus mit umfangreichen Fehlbildungen, das als "Hühnermensch von Taucha" (1735) publiziert wurde.

Musik[Bearbeiten]

Besonders erwähnenswert sind das Jazz Meeting, das Shafran-Festival, die Fürstlich Schönburgische Kapelle sowie zahlreiche Konzerte unter Planung des Vereins ARTIS CAUSA e.V. Zudem verfügt das Europäische Gymnasium Waldenburg über einen eigenen Kammerchor.

Bauwerke[Bearbeiten]

Parks[Bearbeiten]

Eine Besonderheit von Waldenburg ist der 'Grünfelder Park' mit dem Badehaus und dem Hotel 'Glänzelmühle'. Im Badehaus finden seit 1999 Trauungen statt und das sogar am 21. Juni 23:00 Uhr zur Mittsommernacht.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Eine Gedenkstätte im Stadtpark ist allen Opfern des Faschismus gewidmet, während es für die Häftlinge des Todesmarsches kein konkretes Gedenken gibt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • alljährliches "Hexenbrennen" im OT Schlagwitz im April
  • alljährlich die Schlauchbottouren auf der Zwickauer Mulde
  • alljährlich Basilikum Markt im Mai
  • alljährlicher Töpfermarkt im Juni
  • alljährliches "Eichen- und Straßenfest" im OT Schlagwitz im Mai
  • alljährliches Backofenfest im OT Franken im September
  • Aufführungen des Freilicht Theater Waldenburg e.V.
  • alljährlich Bauernmarkt im September
  • "Parkkunst" alljährlich im September
  • "Schlossweihnacht" alljährlich am 1. Adventswochenende rund um das Waldenburger Schloss
  • alljährliches "Kinder und Sommerfest" an der Freilichtbühne im Grünfelder Park

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Von Südosten nach Nordwesten wird die Stadt von der Bundesstraße 180 und von Südwesten nach Nordosten von der Bundesstraße 175 durchquert.

Waldenburg liegt im Verkehrsverbund Mittelsachsen. Die Muldentalbahn, die hier einen Bahnhof hatte, ist allerdings seit 2002 stillgelegt. Der nächste Bahnhof ist nunmehr Glauchau (Sachs), acht Kilometer südwestlich von Waldenburg an der Bahnstrecke Dresden–Werdau gelegen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das traditionelle Töpferhandwerk, welches Waldenburg im Mittelalter weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Exporterfolge brachte, ist auch heute noch in der Stadt von Bedeutung. Die sechs Töpfereien Am Alten Ofen, Grünert, Lorenz und Körner sowie die Keramikwerkstatt Peter Tauscher und Terra Mara erhalten das alte Handwerk vor Ort. Weitere örtliche Unternehmen sind die Walburga-Bettwaren und die Bioservice-Waldenburg GmbH. Größter Arbeitgeber in der Stadt ist der Trägerverein Europäisches Gymnasium Waldenburg e.V.

Schulbildung[Bearbeiten]

Europäisches Gymnasium

Zwischen dem Gymnasium und der Oberschule in Waldenburg besteht ein in Sachsen in dieser Form einmaliger Kooperationsvertrag. Dieser gewährleistet, dass die Mittelschüler das außerschulische Angebot des Gymnasiums ebenso nutzen können wie die Gymnasiasten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Gerhard Winter,
  • Bernhard Ried,
  • Franz Leuthold,
  • Fritz Resch (postum),
  • Dr. Dietmar Sieber (postum)
  • Irmgard Frank

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexander Bruno Hanschmann: Waldenburg und das Muldenthal. Ein Führer durch die Stadt Waldenburg und Umgebung - eine landschaftlich-geographisch-historische Skizze. Waldenburg 1895 (Digitalisat)
  • Richard Steche: Waldenburg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 13. Heft: Amtshauptmannschaft Glauchau. C. C. Meinhold, Dresden 1890, S. 34.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Waldenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, 3. Auflage, Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik GmbH, Berlin, 1936, Herausgeber Statistisches Reichsamt
  4. a b Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  5. a b c d Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  6. a b Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  7. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014