Waldfischbach-Burgalben

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben
Waldfischbach-Burgalben
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben hervorgehoben
49.2847222222227.6541666666667250–280Koordinaten: 49° 17′ N, 7° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Waldfischbach-Burgalben
Höhe: 250–280 m ü. NN
Fläche: 17,61 km²
Einwohner: 5026 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 285 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67714
Vorwahl: 06333
Kfz-Kennzeichen: PS
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 054
Adresse der Gemeindeverwaltung: Hauptstraße 52
67714 Waldfischbach-Burgalben
Webpräsenz:
Ortsbürgermeister: Andreas Peiser (SPD)

Waldfischbach-Burgalben ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz (Deutschland). Sie ist Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde und die größte Kommune des Landkreises Südwestpfalz, die kein Stadtrecht besitzt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Bundsandsteinfelsen im Umkreis der Heidelsburg

[Bearbeiten] Geografische Lage

Waldfischbach-Burgalben liegt im Pfälzerwald, einer Teilregion der Pfalz, zwischen den Städten Kaiserslautern und Pirmasens. Durch Waldfischbach-Burgalben fließen die beiden Bäche Schwarzbach und Moosalb.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind Clausen, Donsieders, Geiselberg, Heltersberg, Hermersberg, Höheinöd, und Steinalben.

[Bearbeiten] Ortsteile

  • Waldfischbach, erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1182.
  • Burgalben, erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1152.

[Bearbeiten] Geschichte

Burgalben:Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges

Waldfischbach-Burgalben wurde am 7. Juni 1969 aus den bis dahin selbstständigen Gemeinden Burgalben und Waldfischbach neu gebildet.

[Bearbeiten] Waldfischbach

Waldfischbach wird 1182 als Vispach erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war es ausgestorben und später ein unbedeutender Bauernort. Es teilte die Geschichte des Holzlandes. Nach dem Anschluss der Pfalz an Frankreich in Folge des Übergreifens der Französischen Revolution wurde Waldfischbach Sitz eines Kantons mit 21 Gemeinden. Auch unter der anschließenden bayerischen Verwaltung blieb der Status als Kantonshauptort erhalten und Waldfischbach entwickelte sich zu einem wirtschaftlichen Unterzentrum. Bei der Verwaltungsreform 1972 wurde dieser Status bestätigt, indem Waldfischbach-Burgalben Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung wurde.

[Bearbeiten] Burgalben

1152 wurde Burgalba erwähnt. Es gehörte zeitweise mit Pirmasens zu Hessen-Darmstadt. Nach dem Tod von Landgraf Ludwig im Jahr 1790 verlor Burgalben viele Einwohner in Folge der Auflösung der darmstädtischen Garnison. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Burgalben zu einem Ort von Bilderhändlern, die mit Heiligenbildern und anderer naiver Kunst durch Deutschland zogen. Als dies nichts mehr einbrachte, blühte die Korbmacherei auf, sodass sogar auswärtige Korbmacher ihren Wohnsitz nach Burgalben verlegten.

[Bearbeiten] Religionen

2007 waren 42,8 Prozent der Einwohner evangelisch und 42,5 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[1]

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Die Wahlen zum Gemeinderat erbrachten seit der Bildung der Gemeinde im Jahre 1969 folgende Ergebnisse:

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2009
Sitze
2009
 %
2004
Sitze
2004
 %
1999
Sitze
1999
 %
1994
Sitze
1994
 %
1989
Sitze
1989
 %
1984
Sitze
1984
 %
1979
Sitze
1979
 %
1974
Sitze
1974
 %
1969
Sitze
1969
CDU 40,3 9 38,6 9 42,8 9 39,1 9 45,2 10 53,3 12 46,2 10 41,9 9 31,6 7
SPD 30,0 7 29,1 6 35,4 8 41,3 9 37,7 8 34,1 7 40,3 9 37,7 8 31,1 7
FWG 20,2 4 17,3 4 21,8 5 19,6 4 17,1 4 12,6 3 13,5 3 20,3 5 37,3 8
BWB 9,58 2 15,02 3 - - - - - - - - - - - - - -
gesamt 100,00 22 100,00 22 100,00 22 100,00 22 100,00 22 100,00 22 100,00 22 100,00 22 100,00 22
Wahlbeteiligung in % 57,6 63,6 65,9 77,4 81,7 79,6 82,3 83,7 81,0

[Bearbeiten] Bürgermeister von Waldfischbach

  •  ????–1800: Nicolaus Infert
  • 1800–1815: Heinrich Stein
  • 1815–1817: Ludwig Lanz
  • 1817–1849: Heinrich Schaaf
  • 1849–1850: Peter Stein
  • 1850–1850: Jakob Riedinger
  • 1851–1852: Heinrich Kieborz
  • 1852–1853: Jakob Riedinger
  • 1853–1868: Heinrich Laudemann
  • 1864–1874: Jakob Schaaf
  • 1875–1883: Adam Wahl
  • 1883–1901: Jakob Jochum
  • 1902–1903: Martin Schaaf
  • 1903–1910: Friedrich-Wilhelm Jentzer
  • 1910–1921: Carl Stöß
  • 1921–1921: Karl Kieborz
  • 1921–1923: August Stöß
  • 1923–1927: Daniel Woll
  • 1927–1929: Friedrich Stöß
  • 1930–1945: Philipp Rothhaar
  • 1945–1946: August Bauer
  • 1946–1950: August Bauer
  • 1950–1962: Ludwig Stein
  • 1963–1969: Emil Dietrich

[Bearbeiten] Bürgermeister von Burgalben

  • vor 1919 zur Bürgermeisterei Waldfischbach gehörig
  • 1919–1920: Karl Kettering
  • 1920–1923: Jakob Müller IV.
  • 1923–1928: Jakob Auer
  • 1928–1933: Jakob Müller IV.
  • 1933–1945: Adolf Kemnitzer
  • 1945–1946: Hans Müller
  • 1946–1952: Otto Mangold I.
  • 1952–1969: Heinrich Hufnagel

[Bearbeiten] Bürgermeister von Waldfischbach-Burgalben

  • 1969–1972: Emil Dietrich (WGR)
  • 1972–1979: Kurt Däuber (SPD)
  • 1979–1992: Erich Rutz (CDU)
  • 1992–2004: Fritz Sopp (CDU)
  • 2004–2009: Andreas Peiser (SPD)
  • seit 2009: Sigrun Klotz-Bischoff (CDU, gewählt)

[Bearbeiten] Wappen

Wappen von Burgalben
Wappen von Waldfischbach

Die Blasonierung des Wappens lautet: Von Schwarz und Gold gespalten, rechts ein linksgewendeter aufgerichteter silberner Fisch, links ein rotbewehrter und -bezungter roter Löwe.

Es wurde 1980 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und zeigt den Löwen der Grafschaft Zweibrücken aus dem alten Wappen von Burgalben und den redenden Fisch aus dem ehemaligen Wappen von Waldfischbach.[2]

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Eine Städtepartnerschaft besteht mit der französischen Stadt Carentan im Département Manche in der Normandie.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Historische (evangelische) Kirche Burgalben
Ursprüngliche Wallfahrtskapelle Maria Rosenberg (im Kern romanisch)
  • Historische Kirche Burgalben – Eine Kirche in Burgalben wurde 1197 erstmals genannt. Die (heute evangelische) Kirche hat noch einen massiv gemauerten Turm mit angebrachter Sonnenuhr, der von dem romanischen, dem Hl. Adelfus geweihten Bau stammt. Das Langhaus datiert von 1740.
  • Kirchen in Waldfischbach – Die beiden Kirchen von Waldfischbach stammen aus jüngerer Zeit. Die evangelische Kirche ist ein neoromanischer Saalbau von 1849–1854. Die katholische Pfarrkirche St. Joseph ist eine dreischiffige Basilika mit Doppelturmfassade und Chorrotunde. Sie wurde von Wilhelm Schulte II. in neoromanischen Formen gestaltet.
  • Maria Rosenberg – Die ehemalige Marienwallfahrtskirche Maria Rosenberg in Burgalben geht in ihrem Kern auf das 12. Jahrhundert zurück. Der ursprüngliche romanische Kapellenbau ist durch einen Chor aus dem 13. Jahrhundert und zwei zusätzliche Langhausachsen aus dem 15. Jahrhundert erweitert. Eine neue Wallfahrtskirche mit Stifterhaus wurde in den Jahren 1901–1912 errichtet.
  • Heimatmuseum – Das Heimatmuseum zeigt seit 1987 typische ländliche Arbeitsgeräte des Pfälzer Waldes (z.B. Krautschnitter und Krauthobel), eine Küche, ein Schlaf- und ein Wohnzimmer sowie eine komplette Dorfapotheke. Ein weiteres Thema ist die Schuhproduktion in den Jahren 1920 bis 1960. Im so genannten Heidelsburgzimmer sind Fundstücke von der zerstörten spätrömischen Heidelsburg ausgestellt.
  • Heidelsburg – Die Heidelsburg wurde gemäß Münzfunden vor Ort mutmaßlich vor 350 n. Chr. als Verteidigungsanlage errichtet; möglicherweise geht eine ältere keltische Anlage voraus. Nach verschiedenen Funden (Inschrift und Grabplatte) handelt es sich um das älteste Indiz für Forstadministration in der Spätantike auf germanischem Boden. Von der weitgehend zerstörten Anlage sind nur noch Reste der Ringmauer und des Torbaus aus großen Sandsteinquadern übrig.

[Bearbeiten] Freizeit und Sport

Golfplatz Pfälzerwald
  • Markierte Wanderwege à 10–15 km binden die Wälder, Täler, Buntsandstein-Felsgruppen und andere Naturdenkmäler rund um Waldfischbach-Burgalben sowie ehemalige Mühlen und Nachbargemeinden ein. Sie führen beispielsweise ins Schwarzbachtal, zum Galgenberg (Aussichtspunkt mit Felsenweg) und zur Heidelsburg, ins Klappertal und zur Moschelmühle, zur Hundsweihersägemühle und zum Clausensee, nach Biebermühle, zum Steinenschloss und Spitzfels, zum Geiselberg und Naturdenkmal Luitpoldlinde.
  • Ein 9-Loch-Golfplatz wurde 2002 angelegt. Seine Erweiterung auf 18 Löcher ist für 2007 geplant.
  • Der Clausensee ist ein Badesee, an dem auch Angeln möglich ist.
  • Tennis- und Reitanlagen sowie ein Hallenbad sind vorhanden.
  • Waldfischbach-Burgalben ist der Startpunkt zur Tour 2 (48 km, 833 Höhenmeter) vom Mountainbikepark Pfälzerwald.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftsförderkreis Waldfischbach-Burgalben


Wirtschaftsförderkreis Förderung des Wirtschaftslebens in der Verbandsgemeinde. Zu diesem Zweck wird eine enge Zusammenarbeit mit den kommunalen Institutionen, berufständigen Organisationen, kirchlichen Institutionen und ortsansässigen Vereinen gepflegt.

[Bearbeiten] Verkehr

Waldfischbach-Burgalben ist über die Bundesstraße 270 (KaiserslauternPirmasens) an das überregionale Straßennetz angebunden. Die Biebermühlbahn (KaiserslauternPirmasens) schließt den Ort an das Schienennetz an.

[Bearbeiten] Behörden

Als Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde beherbergt Waldfischbach-Burgalben deren Verwaltung.

[Bearbeiten] Schulen

  • Max-Wittmann-Realschule (Bald IGS)
  • Volkshochschule Waldfischbach-Burgalben
  • Hauptschule Waldfischbach-Burgalben (Bald IGS)
  • Grundschule Waldfischbach-Burgalben

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

  • Albert Zapf (1870–1940), deutscher Politiker und Industrieller, Mitglied des Reichstages und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Südzucker AG
  • Albert Zwick (1890–1958), deutscher Statistiker und Staatswissenschaftler
  • Gerd Hornberger (1910–1988), Leichtathlet

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. KommWis, Stand: 31.12.2007
  2. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3

[Bearbeiten] Literatur

  • 800 Jahre Waldfischbach. 1182–1982. Heimatbuch zur 800-Jahrfeier. (Hrsg.: Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben durch den Arbeitskreis Festschrift), Waldfischbach-Burgalben 1982, 632 S. m. zahlr. Abb.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Waldfischbach-Burgalben – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen