Waldleiningen

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Dieser Artikel behandelt die Ortsgemeinde Waldleiningen in Rheinland-Pfalz. Das Schloss Waldleiningen befindet sich in Mudau im Odenwald.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Waldleiningen
Waldleiningen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Waldleiningen hervorgehoben
49.3977777777787.8866666666667290Koordinaten: 49° 24′ N, 7° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Enkenbach-Alsenborn
Höhe: 290 m ü. NHN
Fläche: 26,67 km²
Einwohner: 414 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67693
Vorwahl: 06305
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 048
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 18
67677 Enkenbach-Alsenborn
Webpräsenz: www.waldleiningen.de
Ortsbürgermeister: Michael Gasiorek (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Waldleiningen im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Waldleiningen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz, an der nach einer lokalen Tradition die Weltachse geschmiert wird.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Zentrum des Naturpark Pfälzerwald. Waldleiningen, die einzige selbständige Gemeinde in der Frankenweide, gehört der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn an. Nachbargemeinden von Waldleiningen sind - im Uhrzeigersinn - Hochspeyer, Frankenstein, Weidenthal, Elmstein und Kaiserslautern. Der Ortsteil Stüterhof liegt am südwestlichen Rand des Gemeindegebietes.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 818 mm. Die Niederschläge liegen im oberen Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 67 Prozent der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der September, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,4 mal mehr Niederschläge als im September. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An keiner der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Graf Emich VIII. von Leiningen ließ 1533 an der Nordgrenze seines Oberamtes Falkenburg im Bereich der Brachfläche Frankenweide ein Gebäude bauen, das „Leinhaus“ genannt wurde. Anfang des 17. Jahrhunderts wird aus dem Leinhaus der „Leinhof“, ein bäuerliches Gut mit zugehöriger Rodungsfläche und Waldungen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg und dem anschließenden Pfälzer Erbfolgekrieg wurde der Leinhof zur Wüstung. Erst Jahre später ist pfalz-zweibrückisches Forstpersonal auf dem Leinhof nachweisbar. 1755 zog das Forstpersonal von Leiningen-Hardenburg und Pfalz-Zweibrücken die in den Waldtälern hausenden Familien auf dem Leinhof zusammen; 1769 wohnten dort neben dem Forstpersonal neun Familien. 1785 gründete Carl Friedrich Wilhelm, Fürst zu Leiningen, das Dorf Waldleiningen und zog Siedler aus seinen Territorien bei. Die Siedlungsgründung erfolgte, um Waldwirtschaft betreiben zu lassen, was prägend für das Dorf bis ins 20. Jahrhundert war und auch im später geschaffenen Ortswappen deutlich wurde, das einen Baum mit Axt und die Leininger Adler des Dorfgründers zeigt. Schon zur leiningischen Zeit war das Gebiet ein bevorzugtes Jagdrevier des Herrscherhauses. Als die Fürsten von Leiningen ihr linksrheinisches Territorium verloren und mit dem rechtsrheinischen Fürstentum Leiningen entschädigt wurden, bauten sie sich dort - in Erinnerung an ihr altes pfälzisches Jagdrevier - das Jagdschloss Waldleiningen, dessen Name an Waldleiningen im Pfälzerwald erinnern sollte.

1801 bis 1814 zählte Waldleiningen als Teil der Mairie von Hochspeyer zum Département du Mont-Tonnerre des Französischen Kaiserreiches, 1816 kam es an Bayern, seit 1946 gehört es zu Rheinland-Pfalz. Eine intensive Landwirtschaft war wegen des Reliefs der Landschaft und des mageren Bodens nicht möglich. Jedoch hat man 1833, um eine Anbaufläche als Nahrungsquelle zu schaffen, durch Waldrodung die Feldmark „Rotheneck“ angelegt. Am 4. September 1976 wurde ein Gebietsteil mit 59 Einwohnern von Hochspeyer nach Waldleiningen umgemeindet.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Waldleiningen besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 5 3 8 Sitze
2009 4 3 1 8 Sitze
2004 5 3 8 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Waldleiningen e.V.

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

siehe Liste der Kulturdenkmäler in Waldleiningen

Pfälzische Weltachse[Bearbeiten]

Pfälzische Weltachse

Auf dem 459 Meter hohen „Kleinen Roßrück“ (49° 24′ N, 7° 50′ O49.394197.84146) zwischen Waldleiningen und Johanniskreuz liegt ein Sandsteinquader mit der pfälzischen Inschrift:

Do werd die Weltachs inngeschmeert - unn uffgepasst, dass nix passeert!“

(Hochdeutsch: „Hier wird die Weltachse eingeschmiert und aufgepasst, dass nichts passiert.“) Das Zitat stammt aus der Pälzisch Weltgeschicht des Heimatdichters Paul Münch, wonach sich an dieser Stelle der pälzisch Weltachs der Mittelpunkt der Welt befinden soll. Danach sollen die Waldleininger für die ordentliche Schmierung der Weltachse zuständig sein.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Westlich des Ortes verläuft die B 48 die von Bad Bergzabern nach Bad Kreuznach führt. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Enkenbach-Alsenborn an der Bundesautobahn 6 Saarbrücken Kaiserslautern, etwa 12 Kilometer entfernt. Nächstgelegene Bahnstation ist Hochspeyer an der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Waldleiningen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 199 (PDF; 2,6 MB)
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen