Wale im August

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Filmdaten
Deutscher Titel Wale im August
Originaltitel The Whales of August
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1987
Länge 85 Minuten
Stab
Regie Lindsay Anderson
Drehbuch David Berry
Produktion Mike Kaplan
Musik Alan Price
Kamera Mike Fash
Schnitt Nicolas Gaster
Besetzung

Wale im August ist ein US-amerikanischer Film des britischen Regisseurs Lindsay Anderson aus dem Jahr 1987. Er basiert auf dem Bühnenstück The Whales of August von David Berry, der auch das Drehbuch schrieb.

Handlung[Bearbeiten]

Die Schwestern Libby und Sarah verbringen seit ihrer Jugend den Sommer in einem Holzhaus auf den Klippen einer Insel vor der Küste des US-amerikanischen Bundesstaates Maine. Früher konnten sie im August die Wale vorbeiziehen sehen, doch dies passiert schon seit einigen Jahren nicht mehr. Beide sind bereits im hohen Alter. Libby ist blind und grantig und Sarah, die ihren Mann kurz nach der Hochzeit verloren hat, ist kinderlos und kümmert sich liebevoll um ihre Schwester.

Die für ihre Umgebung sensibilisierte Libby merkt jedoch, dass die Nachbarin Tisha beabsichtigt, Sarah zum Verkauf ihres Hauses zu bewegen und ohne Libby zu ihr zu ziehen. Den charmanten russischen Immigranten Mr. Maranov, der bald befürchten muss, obdach- und mittellos zu sein, und der sich deshalb dezent Sarah anbietet, mag Libby ebenso wenig und zeigt ihm dies auch ungeniert.

Trotz aller Streitigkeiten und ihres anfänglichen Widerstandes stimmt Libby am Ende dem Einbau eines von Sarah gewünschten Panoramafensters zum Meer zu – obgleich es ihr nichts nützt und sie beide bereits zu alt für Veränderungen hält. Die beiden alten Damen gehen hinaus auf eine Klippe und hoffen, doch noch in diesem Jahr die Wale zu sehen.

Kritik[Bearbeiten]

„Möglich, daß Anderson zu sehr nach Tschechowscher Wehmut schielt, und daß die Geheimnisse in der Vergangenheit der beiden alten Damen oft in ihrer Schlichtheit die aufgebaute Spannung nicht einlösen. Aber solch eine Gelegenheit, zwei der größten Schauspielerinnen der Kinogeschichte noch einmal zu sehen, gealtert und sich mit dem Alter auseinandersetzend, wird es sicher nicht noch einmal geben.“

film-dienst 7/1990

„Ein Film über das Altern und die Haltung dazu, und eine Hommage an fast 100 Jahre Kino, verkörpert in Lillian Gish und Bette Davis, deren Ausstrahlung den Film beherrscht.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

Hintergrund[Bearbeiten]

Wale im August hatte am 16. Oktober 1987 in New York Premiere.

Der Film wurde auf der Peaks Island im US-Bundesstaat Maine gedreht.

Für Bette Davis war es der letzte Film, den sie vollständig abdrehte. Zwei Jahre später trat sie nochmals in dem Film „Tanz der Hexen“ („Wicked Stepmother“) vor die Kamera, brach die Dreharbeiten jedoch aus gesundheitlichen Gründen und wegen Differenzen mit dem Regisseur Larry Cohen vorzeitig ab.

In Japan, wo alten Menschen eine besondere Achtung entgegengebracht wird, lief der Film ein ganzes Jahr im Kino und es wurde mehrere Bühnenfassungen aufgeführt. Auch in Russland, Griechenland und Großbritannien kam die Geschichte nach dem Film auf die Bühnen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Lillian Gish wurde für ihre Rolle in diesem Film mit dem National Board of Review Award/Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Literatur[Bearbeiten]

  • David Berry: The Whales of August. A Play in Two Acts. Dramatists Play Service, New York 1984, 64 S. (bislang nicht ins Deutsche übersetzt)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wale im August im Lexikon des Internationalen Films