Walpode

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Walpode ist eine vor allem im Rheinland verbreitete historische Amtsbezeichnung.

Walpode wird als Gewaltbote (im Sinne eines bevollmächtigten Gewalthabers) gedeutet, was so viel bedeutet, dass der Bote auch Polizeigewalt besaß.

Ein bekannter Namensträger ist der Gründer des Rheinischen Städtebundes von 1254, der Mainzer Bürger Arnold Walpod.

Ein frühes Beispiel für die Ernennung zum Walpot ist Hartwig I. von Bayern aus der Familie der Aribonen, er wurde um 952 von Kaiser Otto I. zum Walpot für Karantanien (Kärnten) ernannt.[1]

Das Weistum von Oberursel 1401 illustriert die Verwendung im Sinne einer Herrschaftsbefugnis (Faksimile).

Als ein Beispiel kann die Region Rheingau dienen, wo die Existenz des landesherrlichen Amtes seit dem Jahr 1423 historisch belegt ist. Im 17. Jahrhundert gehörten Polizeiangelegenheiten (darunter die Überwachung der Einwanderungsbestimmungen) und der Strafvollzug zum Aufgabenbereich eines Walpodes.

Wie andere Amtsbezeichnungen (Beispiel: Truchsessen von Waldburg) wurde auch Walpode zum Bestandteil von adligen Familiennamen. In einem Stammtafelregister stellt man fest, dass vor allem mittelrheinische Adelsfamilien im Rheingau und im Großraum Koblenz die Bezeichnung aufnahmen: Walpode von Andernach, Bassenheim, Braubach usw.

Die berühmteste Familie führt heute eine leicht abweichende Namensform: die noch blühenden Grafen Waldbott von Bassenheim aus Bassenheim bei Koblenz (ursprünglich Walpot von Bassenheim, erst 1720 zu Reichsgraf erhoben).


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Charles R. Bowlus, The Battle of Lechfeld and its Aftermath, August 955; the end of the age of migration in the latin west; Hants/Burlington 2006 (deutsch: Herbst 2012), S. 146