Walsheim

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Walsheim. Für den gleichnamigen Ortsteil von Gersheim, siehe Walsheim (Gersheim).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Walsheim
Walsheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Walsheim hervorgehoben
49.2380555555568.1252777777778171Koordinaten: 49° 14′ N, 8° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Landau-Land
Höhe: 171 m ü. NHN
Fläche: 5,15 km²
Einwohner: 546 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76833
Vorwahl: 06341
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 082
Adresse der Verbandsverwaltung: An 44 Nr.31
76829 Landau in der Pfalz
Webpräsenz: www.walsheim-pfalz.de
Ortsbürgermeister: Klaus Degen
Lage der Ortsgemeinde Walsheim im Landkreis Südliche Weinstraße
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Über dieses Bild

Walsheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Landau-Land an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Landau in der Pfalz hat.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist ein Weinort im Hainbachtal.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Walsheim wird nach einer Urkunde des Klosters Lorsch mit dem dabei gelegenen Dorfe Roschbach im Jahre 769 erstmals erwähnt. In der karolingischen Zeit (800–911) hieß der Ort Walahesheim. Walsheim gehörte einst zu Vogteigerechtigkeit der alten Herrschaft Scharfeneck. Im Laufe der Jahrhunderte jedoch wurde das Dorf verschiedenen Obrigkeiten zugeteilt.

Erste Zeugnisse des Kirchenbaus sind für das Jahr 1321 belegt. Im Dreißigjährigen Krieg, durch Hunger und Pest starben nach Aussage der Kirchenbücher im Jahre 1622 54 Einwohner, 1632 kamen 56 und 1633 49 Einwohner um.

Weitere Unruhen brachten die Koalitionskriege. Walsheim lag im Vorfeld der französischen Festung Landau (mit Nußdorf, Dammheim, Queichheim), war stets Grenzgebiet und gehörte fast zwei Jahrzehnte bis zum Pariser Frieden 1814 zum französischen Staatsgebiet. 1794 besetzten französische Revolutionstruppen die Schleid-Anhöhe neben der Kirche. In Edesheim standen die Preußen unter General Blücher. Die Kirche wurde am 30. Juni 1794 völlig zerstört. Die heutige Kirche wurde am ersten Sonntag im September des Jahres 1812 eingeweiht, was bis heute der Tag der Walsheimer Kerwe (Kirchweih) blieb. Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Walsheim im Jahre 1972 der Verbandsgemeinde Landau-Land zugeordnet.

Einwohnerentwicklung

Aus dem Jahr 1785 wird berichtet, dass in Walsheim 86 Familien mit 288 Angehörigen ansässig waren. Im Jahr 1802 waren es schon 395 und 1836 627 Einwohner. Heute beträgt die Einwohnerzahl etwa 500.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Rathaus

Der Gemeinderat in Walsheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Durch eine eingebogene goldene Spitze, darin ein schwebender blauer Ring, gespalten, rechts in Schwarz ein linksgewendeter rotbewehrter, -bezungter und -bekrönter goldener Löwe, links von Silber und Blau gerautet“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ein fränkisches Plattengrab aus dem 12. bis 13. Jahrhundert wurde um die Jahrhundertwende im Silberberg bei Rodungsarbeiten freigelegt, dem ein römischer Grabstein als Abdeckung diente. Es besaß eine Höhe von 1,86 m und eine Breite von 0,96 m. Zu erkennen ist die Darstellung eines Totenmahls; links sieht man die Füße einer stehenden Figur vor einer Ruheliege. Auf dem Boden steht ein einhenkliges Gefäß, auf einem dreibeinigen Tisch zwei Becher, dazwischen ein größeres Gefäß. Die Inschrift lautet:

D(is) M(anibus)/ eterne quieti (et)erne securit/ atis Barbatus Silvester/ d(ecurio) C(ivitatis) N(emetum) Arbirius et Silvanus et Silvio(n)i Severo fratres patri carissimo/ et Rusticus ne(p)os f(aciendum) c(uraverunt). (Text: Zum Totengedenken an Barbatus Silvester, dem Speyerer Ratsherrn, errichtet von den Brüdern Arbirius, Silvanus und Severus ihrem teuren Vater und von Vetter Rusticus.)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen wie Friedhof, Feuerwehrhaus mit Vorplatz, Bushaltestelle, Walsheimer Hütte und Bücherei sind in der Obhut der Ortsgemeinde. 1987 hat die Ortsgemeinde das Neubaugebiet „Litscheäcker“ erschlossen und zwischenzeitlich den Buswendeplatz im Rahmen des Dorfentwicklungsplanes mit Grünflächen umgestaltet. Im Haushalt 1993 berücksichtigte die Gemeinde den Ausbau eines Festplatzes am Sportplatz einschließlich der Erneuerung der Vorderflächen an der Süd- und Westseite der Sporthalle. Eigenleistungen des TSV Walsheim schufen die Sporthalle, die immer im Eigentum der Gemeinde verblieb und allen örtlichen Vereinen und der Gemeinde für kulturelle Veranstaltungen als Dorfgemeinschaftshaus zur Verfügung steht.

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Franz Xaver Schädler (1852–1913), 1881/82 Pfarrer von Walsheim, später Domkapitular in Bamberg, Abgeordneter des Zentrums im Bayerischen Landtag und im Deutschen Reichstag, dort bis 1913 stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Walsheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen