Waltendorf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Waltendorf (Begriffsklärung) aufgeführt.
Waltendorf
9. Stadtbezirk von Graz
Wappen Graz.svg
Basisdaten [1]
Fläche: 4,48 km²
Einwohner: 11.812 (1. Jänner 2012)
Bevölkerungsdichte: 2.629 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 8010, 8042, 8043, 8047
Geografische Lage: 47° 4′ N, 15° 28′ O47.06666666666715.470833333333Koordinaten: 47° 4′ N, 15° 28′ O
Lage in Graz
Karte von Waltendorf
Bezirksamt: St. Peter-Hauptstraße 85
8042 Graz
Bezirksvorsteher: Gerhard Szettele (ÖVP)[2]
1. Bezirksvorsteher-Stv.: Elisabeth Smonig-Seidnitzer (Grüne)[2]
2. Bezirksvorsteher-Stv.: Elisabeth Glettler (SPÖ)[2]
Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahnlinien: 3, 13
Buslinien: 60, 61, 63, 68
N3
Foto
Eisteichsiedlung
Eisteichsiedlung

Waltendorf ist der 9. Grazer Stadtbezirk. Er liegt im Osten der Stadt auf dem Höhenrücken zwischen Ragnitz- und Peterstal, aus welchem die Kuppen des Ruckerlberg und des Lustbühel hervorragen. Die Herkunft des Namens steht nicht genau fest. Manche meinen, der Name leitet sich von "Wald-Dorf" ab, da der Ortskern vor der Eingemeindung hinter einem Wald lag. Andere leiten ihn vom ersten "Siedlungsbeauftragten" des Markgrafen, Waltfried her (Anfang 12. Jahrhundert).

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Lustbühel um 1830, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz

Das Gut Sparbersbach existiert hier seit etwa 1100. Später erhielt es seinen heutigen Namen Hallerschloss nach seinem Besitzer im 18. Jahrhundert, Friedrich Haller. Als Siedlung erwähnt ist Waltendorf erstmals um 1230.

Die Spiritistin Maria Silbert wurde in den Jahren nach 1920 als „Seherin von Waltendorf“ bekannt.

1929 wurde das Marktrecht verliehen und das Wappen entworfen, das das Hallerschloss auf grün-silbernem Grund zeigt. 1938 folgte die Eingemeindung zu Graz, 1946 wurden die heutigen Bezirksgrenzen festgelegt.

In den 1960er Jahren wurde hier eine der größten Grazer Wohnsiedlungen, der Berliner Ring, errichtet. Sie befindet sich im Ragnitztal an der Grenze zum Bezirk Ries. Für diese Siedlung wurde bis zum Winter 2002/2003 eine ölbefeuerte zentrale Heizanlage betrieben, die Sommer 2003 durch Grazer Fernwärme ersetzt wurde. Ab 2004 ging hier auf den Dächern die damals größte Solaranlage mit 2600 m2 Wärmekollektorfläche in Betrieb und liefert über das Jahr 10 % des Wärmeumsatzes der Anlage.[3]

Die Bezeichnung Eisteichsiedlung (Geplant 1958–1964) nahe der Eisteichgasse erinnert an die winterliche Gewinnung von Natureis für Kühlzwecke in Lehmgruben der ehemals hier bezirksangrenzend liegenden Ziegelwerke Eustacchio. Weiter nordöstlich lagen Teiche, wo heute die Straßenbezeichnungen Obere und Untere Teichstraße daran erinnern.

Die Marktgasse war lange Zeit Teil der Einfallstraße vom Osten her, bis um 1960 die Waltendorfer Hauptstraße mit einem geknickten Stück Richtung Südwesten an die Plüddemanngasse herangeführt wurde. Die mit Allgemeinem Fahrverbot belegte schmale Marktgasse wurde auf Betreiben eines Alltagsradlers um 1995 für Radverkehr legalisiert. Ihre Verlängerung, die Schörgelgasse, alte Straßenroute radial ins Zentrum, ist seit etwa 1993 mit Tempo-30 und Kfz-Einbahnen beruhigt und entsprechend beliebte Radroute nach Waltendorf.

Seit einigen Jahren gibt es Planungen für eine Aufweitung der Waltendorfer Hauptstraße zu einem örtlichen Platz, die den Abriss auch des markanten Gebäudes der Bäckerei Kotzbeck vorsieht, sowie Widerstände insbesondere gegen diesen Abriss.

Wirtschaft, Verkehr[Bearbeiten]

  • vorwiegend Wohngegend mit einigen großen Siedlungen, vielen Villen und Einfamilienhäusern
  • Observatorium Lustbühel
  • Straßenbahnlinie 3 (bzw. 13) und Linie 6
  • Autobuslinien 60, 61, 63 und 68

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Waltendorf

Bauwerke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Kölbl, Alois und Wiltrud Resch: Wege zu Gott; Die Kirchen und die Synagoge von Graz. Verlag Styria, Graz 2002, ISBN 3-222-13105-8, S. 185–188.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bezirke auf graz.at
  2. a b c Bezirksräte im Bezirk Waltendorf auf graz.at
  3. Christian Holter et. al., Solaranlage Berliner Ring in Graz, in: Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie Dachverband, 2012, abgerufen am 20. Dezember 2014.