Walter-Reed-Militärkrankenhaus

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Wappen des Krankenhauses
Kriegsversehrte des Ersten Weltkriegs im Walter-Reed-Krankenhaus
Überblick (1919)
Jill Stevens, Miss Utah 2007 und Combat medic der US Army bei einem Besuch im Krankenhaus 2007
Major Rozelle ist für den Bau des neuen Zentrums zur Nachversorgung von Amputierten verantwortlich und selbst beinamputiert

Das Walter-Reed-Militärkrankenhaus (Walter Reed National Military Medical Center (WRNMMC), früher: Walter Reed Army Medical Center (WRAMC)) ist das wichtigste Militärkrankenhaus an der Ostküste der Vereinigten Staaten. Es nimmt 113 acres (457.000 m²) Grundfläche in Washington, D.C. ein und versorgt 150.000 Soldaten und Veteranen aus allen militärischen Bereichen. Das Zentrum ist nach Major Walter Reed (1851–1902) benannt, einem Militärarzt, der insbesondere durch Forschungen am Gelbfieber bekannt wurde. Historisch ist es eng mit dem Fort Lesley J. McNair im südwestlichen Washington, D.C. verbunden, neben West Point und den Carlisle Barracks die drittälteste militärische Einrichtung der USA. Neben der Versorgung von Soldaten wurde es auch zur medizinischen Behandlung von Prominenten, insbesondere Politikern eingesetzt, die oftmals im benachbarten Villenviertel wohnten. Unter anderem Lewis Baxter Schwellenbach und George C. Marshall sind dort verstorben, Colin Powell wurde während seiner Dienstzeit als Außenminister dort operiert.

Ab 2005 war geplant, das WRAMC ab 2011 mit dem Bethesda Naval Hospital in einem neu zu errichtenden Walter Reed National Military Medical Center (WRNMMC) zusammenzuführen. Ein landesweiter Skandal wurde durch die 2007 bekanntgewordene Berichterstattung über bürokratische und hygienische Mängel in einem externen Bereich des Krankenhauses wie der medizinischen Versorgung von US-Soldaten allgemein ausgelöst.

Versorgungsskandal 2007[Bearbeiten]

The Washington Post startete am 18. Februar 2007 mit einer Artikelserie über die Zustände im Krankenhaus.[1] Die Berichterstattung fokussierte neben bürokratischen Umständen auf das Gebäude 18, ein früheres Hotel außerhalb des eigentlichen Krankenhauskomplexes. Dadurch wurde ein landesweiter Skandal ausgelöst.

Zudem wurden frühere, bereits 2005 erschienene Berichte, so von Salon.com, bekannt.[2][3][4] Bereits 2004 waren zwei Abgeordnete des US-Kongresses, C.W. Bill Young und Tom Davis, dazu gebrieft worden, verfolgten die Angelegenheit aber nicht weiter, um mit der Armee nicht in Konflikt zu geraten.[5]

Gebäude 18 und Bürokratie[Bearbeiten]

Das Gebäude 18 wurde in dem Artikel der Washington Post als mit Ratten und Kakerlaken verseucht beschrieben, mit fleckigen schimmligen Matratzen, mangelnder Heizung und gelegentlichem Ausfall der Wasserversorgung. Aufgrund der Lage außerhalb des Sicherheitsbereichs des Krankenhauses kam es zu Sicherheitsproblemen durch Drogenhändler und Einbrecher. Die Patienten richteten "Gangwachen" ein, um ein gewisses Sicherheitsniveau zu erreichen.

Die Post machte klar, dass nicht alle Bereiche des Krankenhauses Zustände wie Gebäude 18 aufwiesen. Überall gleich sei aber der bürokratische Aufwand: Der durchschnittliche Soldat habe 22 Formulare gegenüber acht verschiedenen Kommandoposten auszufüllen, um Zugang zu einer Behandlung zu bekommen. Die Verarbeitung der Anträge geschehe in 16 verschiedenen IT-Systemen, die kaum in der Lage seien, Datensätze gegenseitig zu übernehmen. Die Armee selbst habe nach wie vor drei Systeme zu Verarbeitung der Personalstammdaten, die weder untereinander noch mit dem medizinischen Abrechnungssystem Schnittstellen aufwiesen.[6] Die bürokratischen Hürden machten es für einige Soldaten notwendig, separat zu beweisen, dass sie im Irak oder Afghanistan im Einsatz waren, da das medizinische Personal nicht in der Lage war, ihre Datensätze zu finden.

Folgen[Bearbeiten]

Aufgrund des Skandals wurde der kommandierende General des WRAMC George W. Weightman abgelöst[7] und der United States Secretary of the Army Francis J. Harvey trat auf Verlangen des Verteidigungsministers Robert Gates zurück.[8] Neben weiteren Entlassungen kam es zu weiteren Anhörungen im US-Kongress und zu detaillierten Untersuchungen durch das Kriegsveteranenministerium.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Walter Reed Army Medical Center – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "The Other Walter Reed".
  2. Walter Reed Army Medical Center.
  3. Duke, Lynn (November 1, 2004). Under Fire. The Washington Post
  4. Military injustice | Salon News
  5. CQ.com.
  6. Soldiers Face Neglect, Frustration at Army's Top Medical Center. The Washington Post
  7. Walter Reed General Loses His Command
  8. Army secretary resigns in scandal's wake

38.974994-77.029999Koordinaten: 38° 58′ 30″ N, 77° 1′ 48″ W