Walter Bernstein

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Dieser Artikel behandelt den Drehbuchautor Walter Bernstein. Für den deutschen Künstler siehe Walter Bernstein (Künstler).

Walter Bernstein (* 20. August 1919 in Brooklyn, New York City) ist ein US-amerikanischer Drehbuchautor.

Leben[Bearbeiten]

Walter Bernstein kam 1919 als Sohn von Hannah (geb. Bistrong) und Louis Bernstein, einem Lehrer, in Brooklyn zur Welt. Geprägt von seiner links orientierten jüdischen Familie trat er während seiner Studentenzeit am Dartmouth College der Kommunistischen Partei bei.[1] Nach seinem Studienabschluss Ende der 1930er Jahre war Bernstein zunächst als Journalist für das Magazin The New Yorker tätig, für das er im Alter von 19 Jahren seinen ersten Artikel schrieb. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er als Reporter für die Armeezeitschrift Yank. 1945 veröffentlichte er das Buch Keep Your Head Down, in dem er seine Erlebnisse als Kriegskorrespondent schilderte. Sein erstes Drehbuch, bei dem es sich um eine Adaption eines englischen Thrillers handelte, schrieb er für Bis zur letzten Stunde, in dem Joan Fontaine und Burt Lancaster die Hauptrollen spielten. Danach ging er nach New York zurück, um als Autor für das Fernsehen zu arbeiten. Anfang der 1950er Jahre kam seine Karriere ins Stocken, als ihn das Komitee für unamerikanische Umtriebe wegen seiner Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei auf die schwarze Liste setzte, weshalb er über mehrere Jahre, wie auch Ring Lardner Jr. und Dalton Trumbo, unter Pseudonymen Drehbücher verfasste. Erst ab 1959, als ihn der Regisseur Sidney Lumet für seinen Film So etwas von Frau! (That Kind of Woman, 1959) mit Sophia Loren engagierte, arbeitete Bernstein wieder regelmäßig unter seinem eigentlichen Namen beim Film. Später veröffentlichte er ein Buch über diese Phase seines Lebens unter dem Titel Inside Out: A Memoir of the Blacklist.

Seine Erfahrungen mit der McCarthy-Ära verarbeitete Bernstein auch im Skript von Martin Ritts Filmkomödie Der Strohmann (The Front, 1976), wofür er in der Folge eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch sowie eine Nominierung für den Writers Guild of America Award erhielt. Für die Filmkomödie Ein reizender Fratz (Little Miss Marker, 1980) mit Walter Matthau und Julie Andrews trat er auch als Regisseur in Erscheinung. Für Peter YatesDas Haus in der Carroll Street (The House on Carroll Street, 1988) lieferte er erneut eine Geschichte über die Verfolgung der Kommunisten in den Vereinigten Staaten der 1950er Jahre.

In dritter Ehe war Bernstein mit Judith Braun von 1961 bis 1984 verheiratet. Aus dieser Verbindung gingen die Kinder Joan, Peter, Nicholas, Andrew und Jacob hervor. Heute lebt er mit seiner Frau Gloria Loomis in New York, wo er bisweilen als Hilfsprofessor für „Screenwriting“ an der New York University Vorlesungen hält.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1977: Oscar-Nominierung in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch für Der Strohmann
  • 1977: Nominierung für den Writers Guild of America Award für Der Strohmann
  • 1978: Nominierung für den Writers Guild of America Award für Zwei ausgebuffte Profis
  • 1980: Nominierung für den BAFTA Award in der Kategorie Bestes Drehbuch für Yanks – Gestern waren wir noch Fremde
  • 1996: Gotham Award
  • 1997: Humanitas-Preis für Miss Evers’ Boys
  • 1997: Nominierung für den Emmy für Miss Evers’ Boys
  • 2001: Tribut beim Nantucket Film Festival

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Judith E. Smith: Visions of Belonging: Family Stories, Popular Culture, and Postwar Democracy, 1940–1960. Columbia University Press, 2004, ISBN 0-231-12170-9, S. 408.