Walter Bonatti

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Walter Bonatti (* 22. Juni 1930 bei Bergamo; † 13. September 2011 in Rom)[1] war ein italienischer Alpinist, Bildreporter und Autor.

Leben[Bearbeiten]

Walter Bonatti gilt als einer der begabtesten Bergsteiger aller Zeiten. Die Zahl seiner Erstbesteigungen und Neurouten ist bemerkenswert. So hat seine im Winter 1965 allein begangene neue Führe (Route) durch die Matterhorn-Nordwand bis heute nur zwei Wiederholungen (Catherine Destivelle im Jahr 1994 innerhalb von 3 Tagen und im Jahr 2006 Ueli Steck innerhalb von 25 Stunden).

Bonatti wandte sich früh dem Bergsport zu und war bereits im Alter von nur 19 Jahren in den schwierigsten Wänden der Alpen unterwegs. Er durchstieg u. a. die Ostwand des Grand Capucin (1951). Die Nordwände der Drei Zinnen (1953) und den Walkerpfeiler der Grandes Jorasses (1963) bezwang er jeweils im Winter. Mit Carlo Mauri erreichte Bonatti am 6. August 1958 den bis dahin noch unbestiegenen Gipfel des 7.932 m hohen Gasherbrum IV in Pakistan.

Im Frühjahr 1954 nahm er an der italienischen Karakorum-Expedition zu einem der schwierigsten aller Achttausender, dem K2 teil. Bonatti, der zusammen mit dem pakistanischen Träger Mehdi Sauerstoff für die späteren Erstbesteiger Achille Compagnoni und Lino Lacedelli nach oben schleppte, musste auf über 8.000 m Höhe ein Freilager beziehen. In der einbrechenden Dunkelheit konnte er das Lager IX, welches auf Veranlassung Compagnonis an anderer als der vereinbarten Stelle errichtet worden sein soll, nicht finden. Die Umstände waren später Gegenstand lang anhaltender Diskussionen, in deren Verlauf Bonatti zur Zielscheibe absurder Anschuldigungen wurde. Bonatti selbst sah sich um den Gipfelerfolg gebracht. Er überlebte das Biwak zwar ohne körperliche Beeinträchtigungen, war aber innerlich tief enttäuscht und wurde in der Folge zum Alleingänger. Mit der Veröffentlichung von „K2 - Una storia finita“ (K2 - Eine abgeschlossene Geschichte) hat der Italienische Alpenverein CAI (Club Alpino Italiano) Walter Bonatti für seinen Beitrag zur Erstbesteigung des K2 (8.611 m) rehabilitiert.

Gasherbrum IV (1958)

Mit seinem sechstägigen Alleingang auf den Südwest-Pfeiler des Petit Dru im Mont-Blanc-Massiv, heute »Bonattipfeiler« genannt, schrieb Walter Bonatti 1955 Alpingeschichte. Zehn Jahre später, im Februar 1965, beendete er das extreme Bergsteigen für sich mit einer Solo-Winterdurchsteigung der Matterhorn-Nordwand auf einer neuen direkten Führe, für die er drei Biwaks in der Wand benötigte.

Am 10. Juli 1961 versuchte Bonatti sich mit italienischen und französischen Kameraden am zentralen Frêney-Pfeiler (Mont Blanc). Nur 90 Meter unterhalb des Ausstiegs in leichteres Gelände, an der sogenannten Chandelle, wurden sie von einem Wettersturz überrascht und Pierre Kohlmann von einem Blitz getroffen. Im Unwetter saßen sie 60 Stunden in der Wand fest. Beim Abstieg durch Unmengen von Neuschnee starben Kohlmann, Robert Guillaume, Andrea Oggioni und Antoine Vieille an Erschöpfung und Unterkühlung. Nur Bonatti, Roberto Gallieni und Pierre Mazeaud überlebten (siehe Frêney-Tragödie).

Seit dem selbstgewählten Abschied vom extremen Alpinismus war Bonatti immer noch viel in Gebirgen oder anderen extremen Gegenden weltweit unterwegs. Von 1965 bis 1979 bereiste er fast alle Kontinente, um für die Wochenzeitschrift »Epoca« und die nur zwei Jahre publizierte deutsche Monatsschrift »Bild der Zeit« (die teilweise als Vorläufer von Geo gelten kann) Fotoreportagen zu erstellen.

Für sein außergewöhnliches alpinistisches Lebenswerk wurde Walter Bonatti im Jahr 2009 mit dem Bergsteigerpreis des Piolet d'Or geehrt.[2]

Bonatti verfasste mehr als 20 Bücher.

Von 2005 bis zu seinem Tod im Jahr 2011 lebte er mit seiner Frau, der Schauspielerin Rossana Podestà, in Dubino im Veltlin.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Italienischer Alpinist Walter Bonatti gestorben
  2. 2009 Piolets d'Or Lifetime Achievement : Walter Bonatti. Abgerufen am 15. September 2011 (URL, englisch).