Walter Eisfeld

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Walter Eisfeld (* 11. Juli 1905 in Halle; † 3. April 1940 in Dachau) war SS-Sturmbannführer und Lagerkommandant des KZ Sachsenhausen und des KZ Neuengamme.

Leben[Bearbeiten]

Eisfeld, seit seiner Jugend von der Armee angetan, schloss sich der Organisation Roßbach und den Artamanen an. Nach dem 1923 erfolgten Beitritt zur Hitler-Jugend wurde er bereits 1925 Mitglied der NSDAP und SA. Eisfeld wechselte 1929 von der SA zur SS über und war dort ab 1934 hauptamtlich beschäftigt. Ab November 1936 war er Mitglied der 7. SS-Standarte „Fritz Schlegel“. Im Verlauf des Jahres 1937 wurde er zunächst im KZ Dachau eingesetzt und ab 1938 im KZ Sachsenhausen. Im KZ Sachsenhausen stieg er schnell zum Ersten Schutzhaftlagerführer auf und übernahm im September 1939 den Posten des Lagerkommandanten im KZ Sachsenhausen von Hermann Baranowski. Ein Vorfall während der Inspektion des Lagers durch Heinrich Himmler führte Anfang Februar 1940 zu seiner Versetzung als Lagerkommandant in das KZ Neuengamme. In Neuengamme wurde Eisfeld, der durch seine Brutalität unter den Häftlingen schnell bekannt wurde, von diesen als „eiskalt“ bezeichnet. Als er im April 1940 das „silberne Parteiabzeichen“ in Dachau erhalten sollte, verstarb Eisfeld unerwartet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tom Segev: Die Soldaten des Bösen. Zur Geschichte der KZ-Kommandanten. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1995, ISBN 3-499-18826-0.
  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-16048-0.
  • Karin Orth: Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Pendo-Verlag, Zürich 202, ISBN 3-85842-450-1.
  • Karin Orth: Die Konzentrationslager-SS, dtv, München 2004, ISBN 3-423-34085-1.
  • Hermann Kaienburg: Das Konzentrationslager Neuengamme 1938-1945. Dietz, Bonn 1997, ISBN 3-8012-3076-7.