Walter Ernst

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Walter Ernst (* 6. April 1899 in Quedlinburg; † März 1945 südlich von Pelplin) war ein Gauleiter der NSDAP und wurde später Bürgermeister in Schneidemühl und Bromberg.

Innerhalb der NSDAP war zu Beginn des Jahres 1925 die Gauleitung von Halle-Merseburg weitgehend unklar. Die Ortsgruppe Halle unter ihrem Vorsitzenden Großclaus unterstellte sich unmittelbar der Reichsleitung, andere kleinere Gruppen aber wählten Walter Ernst zum Gauleiter. Zusammen mit dem SA-Führer von Halle, Wolf-Heinrich Graf von Helldorf, konnte er seine Stellung danach aber weitgehend festigen, vor allem weil es den beiden gelang Großclaus aus der Partei auszuschließen. Ruhe war in diesem Gau aber dennoch nicht eingetreten. Am 30. Juli 1926 wurde Ernst selbst im Rahmen des Ausschusses der Ortsgruppe Halle aus der NSDAP ausgeschlossen. Sein Nachfolger wurde dann Paul Hinkler.

Von Oktober 1927 bis November 1931 studierte Ernst Rechtswissenschaften an der Universität Halle und absolvierte 1935 das zweite Staatsexamen. Von 1936 bis 1939 war er Stadtsyndicus in Quedlinburg, von 1939 bis 1942 war er Bürgermeister in Schneidemühl, danach bis 1945 Bürgermeister in Bromberg, heute Bydgoszcz.

Ernst widersetzte sich dem Befehl, die Stadt durch Zivilisten bis zum letzten Mann auf Gedeih und Verderb zu verteidigen. Er gab die Stadt Bromberg im Januar 1945 kampflos auf, begab sich nach Danzig und wurde im Strafvollzugslager Danzig-Matzkau gemeinsam mit dem Polizeipräsidenten der Stadt Bromberg, von Salisch, sowie dem Regierungspräsidenten des Bezirks Bromberg, Walther Kühn, zum Tode verurteilt. Der Polizeipräsident wurde sofort standrechtlich erschossen. Ernst und Kühn kamen in ein Strafbatallion. Ernst ist bei der Verteidigung des Großraums Danzigs gefallen. Kühn überlebte und wurde später MdB für die FDP.

Literatur[Bearbeiten]