Walter Fritzsch

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Fußballtrainer Walter Fritzsch. Zu anderen Personen siehe Walter Fritsch.
Walter Fritzsch (1971)
Denkmal des erfolgreichsten (5 Titel) Dynamo-Trainers Walter Fritzsch

Walter Fritzsch (* 21. November 1920 in Planitz; † 15. Oktober 1997 in Dresden) war Fußballtrainer in der DDR.

Leben[Bearbeiten]

Fritzsch begann 1927 seine aktive Laufbahn als Fußballspieler beim Planitzer SC. 1940 wechselte er zum VfL Leisnig und spielte dort bis 1943. Weitere Stationen zwischen 1943 und 1947 waren der BC Hartha, die Sportvereinigung Döbeln und Zwickau-Oberhohndorf. Seine letzte Sportgemeinschaft war die BSG Wismut Cainsdorf nahe Zwickau, wo er bis 1950 spielte.

Aufgrund einer Rückenverletzung beendete Fritzsch seine Karriere als Fußballspieler und begann ab 1950 beim Zweitligisten Wismut Aue als Trainer zu arbeiten. Er führte die Mannschaft bereits im ersten Jahr zum Aufstieg in die DDR-Oberliga und im ersten Oberligajahr auf einen sicheren 7. Platz. Anschließend wechselte er für eine Saison zum Lokal- und Oberligarivalen Empor Lauter und übernahm 1953 den Oberligisten Motor Dessau. Mit den Dessauern stieg Fritzsch 1954 in die zweitklassige DDR-Liga ab, wo er noch ein weiteres Jahr tätig blieb. Mit Beginn der Saison 1956 übernahm er die Oberligamannschaft des neu gegründeten SC Motor Karl-Marx-Stadt. Auch mit dieser Mannschaft stieg Fritzsch nach zweijähriger Tätigkeit 1957 ab und musste 1958 den Drittligisten BSG Stahl Riesa trainieren. 1959 begann er eine siebenjährige Trainertätigkeit beim Oberligisten SC Empor Rostock. Die Ostseestädter führte er zwischen 1962 und 1964 dreimal zur Vizemeisterschaft und 1960 in das Finale um den DDR-Fußballpokal (2:3 gegen Motor Jena). Als der SC Empor 1965 nur den 5. Platz in der Oberliga erreichte, trennte sich der Klub von Fritzsch, der daraufhin zurück zur BSG Stahl Riesa ging, die inzwischen in der DDR-Liga spielte. Die Riesaer führte Fritzsch 1968 ebenfalls in die Oberliga.

Am 30. Juni 1969 ging Walter Fritzsch, der nach wie vor kein Trainerdiplom besaß, nach Dresden, und es begann damit die bisher erfolgreichste Zeit in der Geschichte von Dynamo Dresden. In seiner neunjährigen Amtszeit erkämpften die Schwarz-Gelben fünf DDR-Meistertitel und zwei DDR-Pokalsiege und bestritten 42 Europapokalspiele. Weitere Erfolge des kleinen und strengen Trainers waren die Entwicklung von 15 Nationalspielern während seiner Tätigkeit und die Entdeckung von Talenten wie Ulf Kirsten und Matthias Sammer.

Am Ende der Saison 1977/78 wurde 57-jährige Fritzsch feierlich von Dynamo Dresden verabschiedet. Anschließend arbeitete er bis 1989 für den Fußballverband der DDR und war dort für den Juniorenbereich und die Ausbildung der Nachwuchstrainer verantwortlich. Die Verbindung zu Dynamo Dresden blieb jedoch aufrechterhalten, wo sein Fachwissen weiterhin gefragt war, selbst als die Mannschaft in der 1. Bundesliga angekommen war. Insgesamt in 1900 Spielen war Walter Fritzsch als Trainer tätig und konnte dabei 1163 Siege verbuchen.

Am 15. Oktober 1997 verstarb Walter Fritzsch an den Folgen der Alzheimer-Krankheit in Dresden. Die Beisetzung erfolgte im Kreise enger Freunde, ehemaliger Weggefährten und Spieler auf dem Dresdner Heidefriedhof. Ein Gedenkstein im Rudolf-Harbig-Stadion und das alljährlich stattfindende Walter-Fritzsch-Gedenkturnier erinnern an eine herausragende Trainerpersönlichkeit.

Verfilmung[Bearbeiten]

Im Jahr 2008 kam der Film Der kleine General in die Kinos und später auf DVD. Der Dokumentarfilm in Spielfilmlänge von Uwe Karte schildert die Trainerlaufbahn von Walter Fritzsch, insbesondere seine erfolgreichen Dresdner Jahre. Die ZEIT nennt den Film „einen wunderbaren DDR-Erklärungsfilm“.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christoph Dieckmann: Die Verlierer. Abgerufen am 11. November 2013 (in: ZEIT vom 28. Mai 2008).

Weblinks[Bearbeiten]