Walter Hirche
Karl Walter Hirche (* 13. Februar 1941 in Leipzig) ist ein deutscher Politiker (FDP). Er war Wirtschaftsminister in Niedersachsen und Brandenburg, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium sowie lange Jahre Vorsitzender der niedersächsischen Freien Demokraten.
Seit 2002 ist Hirche Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission.
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Leben und Beruf [Bearbeiten]
Nach dem Abitur absolvierte Hirche ein Lehramtsstudium der Fächer Geschichte, Französisch und der Politologie in Heidelberg und Grenoble, welches er 1973 als Lehramtsassessor beendete. Während des Studiums war Hirche unter anderem Mitglied der Landsmannschaft Afrania Leipzig, AStA-Vorsitzender in Heidelberg und 1966/67 Vorsitzender des Verbands Deutscher Studentenschaften (VDS), sowie von 1968 bis 1970 Senatsbeauftragter der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.
Von 1969 bis 1972 leitete er das Landesbüro der Friedrich-Naumann-Stiftung in Niedersachsen und war anschließend von 1973 bis 1975 Landesgeschäftsführer der FDP Niedersachsen. Von 1978 bis 1982 war er als Wirtschaftsarchivar bei der Preussag AG tätig.
Walter Hirche ist verheiratet und hat zwei Söhne.
Partei [Bearbeiten]
Seit 1970 ist Hirche Mitglied der FDP. Er war von 1994 bis 2006 Landesvorsitzender der niedersächsischen FDP. Hirche gehörte von 1984 bis 1995 sowie von 1997 bis 1999 dem Präsidium der Bundes-FDP an. Seit März 2009 ist er Ehrenvorsitzender der niedersächsischen FDP.
Abgeordneter [Bearbeiten]
Walter Hirche gehörte von 1974 bis 1978, von 1982 bis 1990 sowie erneut von 2003 bis 2008 dem Niedersächsischen Landtag an. 1978 sowie von 1982 bis 1986 war er FDP-Fraktionsvorsitzender.
Zwischen 1994 und 2002 war Hirche Mitglied des Deutschen Bundestages und war hier von 1998 bis 2002 stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Hirche zog stets über die Landesliste Niedersachsen in den Bundestag ein.
Öffentliche Ämter [Bearbeiten]
Nach der Landtagswahl 1986 wurde Hirche als Minister für Wirtschaft, Technologie und Verkehr in die von Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) geführte Landesregierung von Niedersachsen berufen. Nachdem die CDU-FDP-Koalition bei der Landtagswahl 1990 ihre Mehrheit verlor, schied Hirche aus dem Kabinett aus und wurde noch im selben Jahr in der von Manfred Stolpe (SPD) geleiteten Landesregierung von Brandenburg zum Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie ernannt. Schon vor der Landtagswahl 1994 erklärte er, nicht mehr als Minister zur Verfügung zu stehen und kandidierte auf der niedersächsischen Landesliste für den Bundestag.
Am 17. November 1994 wurde er als Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen und schied nach der verlorenen Bundestagswahl 1998 am 26. Oktober 1998 aus dem Amt.
Nachdem bei der Landtagswahl 2003 CDU und FDP die SPD-Alleinregierung unter Sigmar Gabriel ablösen konnten, wurde Hirche am 4. März 2003 in das von Ministerpräsident Christian Wulff geleitete Kabinett als [[Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie als Stellvertreter des Ministerpräsidenten berufen. Am 18. Februar 2009 trat er, wie angekündigt, von seinem Amt zurück; sein Nachfolger als Minister wurde Philipp Rösler.
2009 wurde Hirche Mitglied des „Lenkungsrats Unternehmensfinanzierung“ im Wirtschaftsfonds Deutschland. Seit März 2011 ist er Mitglied der Ethikkommission für sichere Energieversorgung.
Wulff-Fard-Kontroverse [Bearbeiten]
Unter Leitung von Hirche sind dem Bauunternehmer Ali Memari Fard, mit dem Hirche und Christian Wulff befreundet sind, 18 Millionen Euro an Staatssubventionen zugeflossen. Dabei soll Hirche Wettbewerbsregeln und Ausschreibungsbedingungen außer Kraft gesetzt haben. Das ARD-Politmagazin Monitor spricht in diesem Zusammenhang von einem „Beigeschmack“.[1]
Sonstige Mandate [Bearbeiten]
- Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung seit Juni 2010
- Aufsichtsrat bei der Volkswagen AG bis zum 23. April 2009 [2]
- Aufsichtsrat bei der Deutsche Messe AG (bis Juni 2009)[3]
Ehrungen und Auszeichnungen [Bearbeiten]
- 2009: Niedersächsische Landesmedaille
- 2010: Ehrenring der Stadt Cuxhaven
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Walter Hirche im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Lebenslauf bei Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
- Biographie beim Deutschen Bundestag
- Reden als Niedersächsischer Minister Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Fußnoten [Bearbeiten]
- ↑ Monitor Sendung vom 2. Februar 2012
- ↑ volkswagenag.com: Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand Er legte sein Amt nieder; sein Nachfolger wurde Philipp Rösler
- ↑ messe.de: Hannovers Oberbürgermeister Weil neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Messe AG
Alfred Kubel | Otto Fricke | Alfred Kubel | Hermann Ahrens | Alfred Kubel | Carlo Graaff | Karl Möller | Helmut Greulich | Erich Küpker | Ernst Albrecht (kommissarisch) | Walther Leisler Kiep (kommissarisch) | Erich Küpker | Birgit Breuel | Walter Hirche | Peter Fischer | Susanne Knorre | Walter Hirche | Philipp Rösler | Jörg Bode | Olaf Lies
1946–1952: Heinrich Rau | Otto Falkenberg | Franz Peplinski
Ab 1990: Walter Hirche | Burkhard Dreher | Wolfgang Fürniß | Ulrich Junghanns | Ralf Christoffers
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hirche, Walter |
| ALTERNATIVNAMEN | Hirche, Karl Walter (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (FDP), MdL, MdB |
| GEBURTSDATUM | 13. Februar 1941 |
| GEBURTSORT | Leipzig |
- Landsmannschafter
- Wirtschaftsminister (Niedersachsen)
- Verkehrsminister (Niedersachsen)
- Arbeitsminister (Niedersachsen)
- Wirtschaftsminister (Brandenburg)
- Archivar (Niedersachsen)
- Parlamentarischer Staatssekretär (Bundesrepublik Deutschland)
- Landtagsabgeordneter (Niedersachsen)
- VDS-Vorstandsmitglied
- FDP-Mitglied
- Bundestagsabgeordneter (Niedersachsen)
- Träger der Niedersächsischen Landesmedaille
- Ehrenringträger der Stadt Cuxhaven
- Deutscher
- Geboren 1941
- Mann