Walter Oesau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Signatur

Walter Oesau (* 8. Juni 1913 in Farnewinkel, Schleswig-Holstein; † 11. Mai 1944 bei St. Vith, Belgien) war ein deutscher Luftwaffenoffizier (zuletzt Oberst) und Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten]

Walter Oesau trat im Oktober 1933 in das 2. Artillerieregiment ein, in dem er am 20. April 1937 er zum Leutnant befördert wurde. Im April 1938 wechselte er in den Stab der Jagdgruppe 88 der Legion Condor in La Sénia. Anfang 1939 kam er nach Deutschland zurück, nachdem er in Spanien acht Luftsiege errungen hatte. Im September 1939 wurde er im Rang eines Oberleutnants Kapitän der 7. Staffel im Jagdgeschwader 51. Am 13. Mai 1940 errang er seinen ersten Luftsieg im Zweiten Weltkrieg, als er einen französischen Curtiss-Jäger abschoss. Nach dem Ende des Westfeldzuges konnte er fünf Luftsiege nachweisen. Am 19. Juli 1940 erfolgte seine Beförderung zum Hauptmann. Im August 1940 wurde Oesau Kommandeur der III. Gruppe des Jagdgeschwaders 51, von wo aus er im Dezember 1940 als Kommandeur zur III. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 versetzt wurde. Am 5. Februar 1941 errang er seinen 40 Luftsieg. Seit Juni 1941 war er an der Ostfront in Russland eingesetzt. Hier konnte er am 15. Juli 1941 seinen 80. Luftsieg verbuchen. Am selben Tag wurde er zum Major befördert und zum Kommodore des Jagdgeschwaders 2 ernannt. Im Oktober 1941 folgte der 100. Luftsieg. Gleichzeitig erhielt er ein Flugverbot, welches im August 1942 erst wieder aufgehoben wurde. Im Juni 1943 wurde er zum „Jagdfliegerführer Bretagne“ ernannt und erhielt im Oktober 1943 das Kommando über das Jagdgeschwader 1. Am 1. Mai 1944 wurde er zum Oberst befördert. Seinen letzten Luftsieg errang er am 8. Mai 1944 gegen eine amerikanische P-47. Am 11. Mai 1944 führte er seine Einheit gegen einen Bomberpulk nach Belgien. Er wurde über der Eifel von mehreren amerikanischen P-38 „Lightnings“ verfolgt und abgeschossen, wobei er ums Leben kam.

Oesau wurde fünfmal namentlich im Wehrmachtbericht genannt.[1] Die Meldungen über ihn und andere Jagdpiloten beschlossen jeweils den Tagesbericht. Während am 6. September 1940 sowie am 6. Februar, 4. Juli und 27. Oktober 1941 jeweils neue Erfolge bei der Zahl der Luftsiege gemeldet wurden,[2] schloss der Bericht am 15. Mai 1944 mit der Meldung über Oesaus „Heldentod“.[3]

Nach Oesaus Tod wurde das Jagdgeschwader 1 in Jagdgeschwader 1 Oesau umbenannt. Es war damit fortan eines von elf Traditionsgeschwadern der Wehrmacht.[4]

In seinen etwa 300 Einsätzen hat Walter Oesau 125 Luftsiege errungen, davon zehn gegen viermotorige Bomber; zusätzlich gelangen ihm acht Abschüsse im Spanischen Bürgerkrieg.

Walter Oesau wurde auf dem Friedhof in Meldorf mit militärischen Ehren beigesetzt. Das Grab ist (2010) erhalten.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Friedrich Griese: Oesau. Unsere Jagdflieger. Ihr Leben und Ihre Leistungen in Einzeldarstellungen. Im Auftrage des Reichsmarschalls herausgegeben vom General der Jagdflieger. Heft 2. Berlin-Herrlingen: Hanns Arens Verlag 1943 [1944]. 48 S.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. gemäß Register: Die Wehrmachtberichte 1939-1945. Gesellschaft für Literatur und Bildung, Köln 1989. ISBN 3-423-05944-3. Band 3, S. 814
  2. Die Wehrmachtberichte 1939-1945. 3 Bände. Gesellschaft für Literatur und Bildung, Köln 1989. ISBN 3-423-05944-3: Am 6. September 1940: 20 oder mehr Luftsiege in den Luftkämpfen der letzten Wochen (Band 1, S. 296). Am 6. Februar 1941: 40. Luftsieg (Band 1, S. 417). Am 4. Juli 1941: 54. Luftsieg (Band 1, S. 606). 27. Oktober 1941: 100. Luftsieg (Band 1, S. 710).
  3. Die Wehrmachtberichte 1939-1945. Gesellschaft für Literatur und Bildung, Köln 1989. ISBN 3-423-05944-3. Band 3, S. 104
  4. Thomas Menzel: Die Traditionsgeschwader der Wehrmacht. In: Das Bundesarchiv, Artikeldatum: 16.März 2010
  5. Jörg Nimmergut: Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945. Band 4. Württemberg II – Deutsches Reich. Zentralstelle für wissenschaftliche Ordenskunde, München 2001, ISBN 3-00-00-1396-2, S. 2091
  6. a b Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis, Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 576