Walter Schachermayer

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Walter Schachermayer 2014

Walter Schachermayer (* 24. Juli 1950 in Linz) ist ein österreichischer Universitätsprofessor für Finanzmathematik an der Universität Wien.

Leben[Bearbeiten]

Schachermayer studierte an der TU Wien, mit einem Abschluss als geprüfter Rechentechniker, an der Wirtschaftsuniversität Wien (mit einem Abschluss in Betriebswirtschaft) und Mathematik an der Universität Wien, wo er 1976 bei Johann Cigler promoviert wurde (Zylindrische Maße und die Radon-Nikodym-Eigenschaft von Banachräumen)[1]. Als Post-Doc war an der Universität Blaise Pascal Clermont-Ferrand II und am Instituto de Investigacion y de Estudios Avanzados del Politecnico Nacional in Mexiko-Stadt. Ab 1978 war er Universitätsassistent ander Johannes Kepler Universität Linz und danach an der Universität Wien (und zwischenzeitlich 1982/83 als Aktuar bei einer Versicherung), wo er 1993 bis 1998 Universitätsprofessor für Angewandte Mathematik und Statistik an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät wurde. Danach war er an der TU Wien als Universitätsprofessor und Vorstand des Instituts für Wirtschaftsmathematik und ist seit 2008 Professor an der mathematischen Fakultät der Universität Wien. Er war unter anderem Gastprofessor an der Universität Paris-Dauphine.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Er erhielt 1998 den Wittgenstein-Preis und 2009 den renommierten ERC Advanced Grant der Europäischen Kommission.[2] 2007 wurde er Mitglied der Leopoldina. 2010 hielt er die Gauß-Vorlesung der DMV in Frankfurt am Main.

Akademische Schwerpunkte[Bearbeiten]

Schachermayer befasste sich zunächst mit Funktionalanalysis und später mit Finanzmathematik und stochastischer Analysis. Bekannt wurde er in Fachkreisen vor allem durch seine gemeinsamen Resultate mit Freddy Delbaen über Martingalmaße und no-Arbitrage (Fundamental theorem of asset pricing, siehe auch Arbitragefreiheit). Er befasste sich auch mit Portfolio- Optimierung und Finanzmarktmodellen mit Transaktionskosten.

Positionen[Bearbeiten]

Schachermayer tritt in Zusammenhang mit der in mehreren europäischen Staaten geplante Schuldenbremse für eine stärkere Besteuerung von Vermögen ein.[3]

Schriften[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter Schachermayer im Mathematics Genealogy Project (englisch)
  2. Walter Schachermayer erhält „ERC Advanced Grant“, Bericht in der Online-Universitätszeitung
  3. Staatsschulden: Der Rechenfehler der Schuldenbremser. In: Der Standard, 16. Dezember 2011. Abgerufen am 23. März 2012

Weblinks[Bearbeiten]